Leuchtenberg
30.01.2019 - 11:10 Uhr

Hundehäufchen rund um die Burg

Ein altes Lied neu vorgetragen bei der Bürgerversammlung: Hundekot in Leuchtenberg. Die Marktgemeinde probiert den humanen Schritt. Den Vierbeinern droht aber Ungemach.

Immer häufiger werden in den Gemeinden Schilder aufgestellt, um das Hundekotproblem in den Griff zu bekommen. Bild:  Roland Holschneider/dpa
Immer häufiger werden in den Gemeinden Schilder aufgestellt, um das Hundekotproblem in den Griff zu bekommen.

Die Anfragen aus der Bürgerversammlung (wir berichteten) einer Leuchtenbergerin setzte Bürgermeister Anton Kappl auf die Tagesordnung der Marktratssitzung. Das Aufstellen von Hundekotbehältern und Hundebeutelspendern an zentralen Punkten war das Anliegen. Zur Kostendeckung einen Teil der Hundesteuer nehmen. Mit dem Aufstellen ist es nicht getan, so Bürgermeister Kappl. Dazu kommt entleeren und neu bestücken. Außerdem, wo sind die zentralen Punkte? Es gibt hinter der Burg Flächen, die über den Naturpark gepflegt werden. Dies macht niemand mehr, weil ihnen beim Mähen einmal im Jahr der Hundekot um die Ohren fliegt.

Wolfgang Härtl rechnete vor, dass bei 5150 Euro Hundesteuer weit über 100 Hunde, die Mehrzahl in Leuchtenberg und Michldorf leben. In Döllnitz gibt es keinen einzigen, fügte Bernhard Kammerer an. Härtl rechnete weiter vor, dass nach der Abgabe von 1450 Euro an das Tierheim der Gemeinde noch 3700 Euro verbleiben. Ein Behälter und Spender kostet 1300 Euro. Weitere Kosten stehen an für Entleerung und Neubestückung. Wer die Behälter entleert, wollte zweiter Bürgermeister Karl Liegl wissen. Im Sommer müssse das wohl jeden Tag sein. "Ein vernünftiger Hundehalter hat seine Sachen dabei, wenn er mit dem Hund geht", erklärte Rainer Schmeidl. Solche scheint es in Leuchtenberg wenige zu geben, stellte Richard Süß fest, und darum müsse man auf Sanktionen hinarbeiten.

Karl Bauer sprach die Anleinpflicht an. Wenn die Hunde teils außer Sichtweise laufen, sieht man auch nicht, wo sie ihr Geschäft erledigen. Andreas Gruber brachte eine Beschilderung ins Spiel und zeigte Bilder davon. Gerlinde Janker schlug hier die Ortsmitte, den Burgaufgang und Hinter der Burg vor. Das Gremium war sich einig, den humanen Schritt zu gehen. Das ist eine Beschilderung als ernsthafter Hinweis. Fruchtet das nicht, so geht es an die Hundesteuer. Außerdem kommt eine Satzung mit „Anleinpflicht“.

Die weiteren Forderungen der Leuchtenbergerin waren eine zentrale Plakatwand für Wahlplakate und eine Neuausrichtung der Sperrmüllabfuhr wegen des lästigen Mülltourismus. Was ist die Jahre zwischen Wahlen, dann steht die Monsterwand leer herum, kam es aus den Reihen. Darum wurde einstimmig von einer solchen Tafel Abstand genommen.

Die Abfallentsorgung obliegt dem Landkreis. Sicherlich ist das lästig, aber doch nur zwei Mal im Jahr merkte Gerd Scharff an. Einstimmig votierte das Gremium gegen einen Antrag an den Landkreis zur Abänderung der Sperrmüllabfuhr. Es gibt ein Förderprogramm für Glasfaseranschlüsse an Schulen. 80 Prozent Förderung, teilte Bürgermeister Kappl mit. Für uns wären das etwa 80 Meter Leitung. Da liegt der Eigenanteil niedrig. Darum beschloss man auch die Teilnahme an diesem Förderprogramm.

Der Jahresbetriebsplan von Förster Albert Urban sieht bei einem Einhieb für 32850 Euro und Anpflanzungen für 24120 Euro einen Gewinn von 8730 Euro vor. Bei dem derzeitigen Holzpreis sind größere Maßnahmen nur in Abstimmung mit dem Bürgermeister vorzunehmen, so das Votum der Markträte. Der Korridor steht fest für die Gleichstromtrasse „Süd-Ost-Link“. Den neuesten Stand zeigte Bürgermeister Kappl an der Leinwand auf. Der einen Kilometer breite Korridor führt von Irchenrieth kommend knapp an Michldorf und Lückenrieth vorbei. Die Trasse darin steht noch nicht fest und auf diese Trassenführung will die Gemeinde im derzeit laufenden Online-Vorschlagsrecht dahingehend einwirken, dass man eine möglichst weit westlich abgewandte Trasse will, um beide Ort nicht in der Entwicklung einzuschränken.

Am Ende der Sitzung teilte Bürgermeister Kappl mit, dass die Angebotseröffnung für die Vergabe der Straße Michldorf-Kleinpoppenhof am 13. Februar ist und die Vergabe dann in der nächsten Sitzung erfolgt. Ein besonderes Steckenpferd für Kappl ist die historische „Ortschaft Leuchtenberg“. Acht Gemeinden in Bayern von Seeon in Oberbayern bis Grünsfeld in Baden Württemberg sind hierin vereint. Kappl zeigte einen gemeinsamen Flyer auf, in dem sich die acht Kommunen (Pfreimd ist auch dabei) vorstellen und auch besondere Veranstaltungen ausweisen. Eine tolle Werbung für Leuchtenberg, da diese Orte auch unsere Burg im Focus haben, so Kappl. Erste Busbuchungen laufen bereits ein.

 
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