17.09.2021 - 15:28 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Jubiläum der SPD Leuchtenberg: Rotes Herz schlägt seit 35 Jahren

Ihr "rotes" Herz hat sie dem Markt Leuchtenberg verschrieben: SPD-Ortsvereinsvorsitzende Gerlinde Janker.
von Walter BeyerleinProfil

„Man soll die Feste feiern wie sie fallen“ – seit Corona hat dieses Sprichwort seine Bedeutung verloren. Feste des vergangenen Jahres werden auf irgendeine Weise nachgeholt, bevorstehende Feste und Jubiläen vorgefeiert, weil niemand so richtig weiß, was die Zukunft bringt. Der SPD-Ortsverein Leuchtenberg erinnerte in seiner Jahreshauptversammlung, wenn auch dort in zeitlichem Abstand zum üblichen Ablauf eines derartigen Termins, an seine Gründung am 29. Dezember 1986. 35 Jahre alt wird also der Ortsverein am Ende dieses Jahres.

Vorsitzende Gerlinde Janker erinnerte an die Gründung des SPD-Ortsvereins Leuchtenberg mit damals sieben Männern und drei Frauen, darunter die spätere erste Frau überhaupt auf dem Sessel des Bürgermeisters des Marktes Leuchtenberg. Waltraud Post gehörte ab 1990 dem Marktrat als erste SPD-Rätin an. 1996 kandierte sie zum ersten Mal für das Bürgermeisteramt und erzielte mit 13 Prozent ein damals beachtliches Ergebnis, betonte Gerlinde Janker. Bei der Kommunalwahl 2002 erreichte Waltraud Benner-Post in einer zweiten Stichwahl 50,8 Prozent der Stimmen.

Bei ihrem Amtsantritt betrug die Pro-Kopf-Verschuldung im Markt Leuchtenberg 2300 Euro. „Allein 140.000 Euro Zinsen waren damals im Jahr zu bezahlen“, erinnerte die Vorsitzende. Doch unabhängig davon sei möglich geworden, die Straße bis Lückenrieth von der B 22 aus mit Hilfe von Fördergeldern zu erneuern und die Rathaussanierung zu starten. Auch habe Waltraud Benner-Post mit dem Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft, Josef Glas, und dem damaligen Kämmerer Ludwig Gürtler ein Konsolidierungsprogramm des Freistaates Bayern „an Land ziehen können“, berichtete Janker. Mit den darin erhaltenen, 2,5 Millionen Euro Stabilisierungshilfe des Freistaates Bayern sei der Markt wieder handlungsfähig geworden. Die Bürgermeisterwahl 2008 gewann Benner-Post mit 62,48 Prozent noch deutlicher. In der Nachfolgezeit sei die Grundschule energetisch saniert worden, die Kläranlage als Großprojekt habe umgesetzt werden können, ohne die es keine neuen Baugebiete gegeben hätte, würdigte Janker. Beim Rückzug aus der Kommunalpolitik habe die Bürgermeisterin eine fast schuldenfreie Gemeinde hinterlassen, die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei nur noch 157 Euro.

Die nachfolgende Zeit beäugt die SPD-Ortsvorsitzende absolut kritisch: Die 2016 begonnene behindertengerechte Sanierung des Rathauses einschließlich Anbau sei noch immer nicht beendet, seit 2017 sei bekannt, dass der Kindergarten zu klein sei. Ausdrücklich hob Janker die Zustimmung ihrer Partei zur Ausweisung neuer Baugebiete hervor, mit der Einschränkung, dass alles „mit Maß und Ziel“ ablaufen müsse. Dass die SPD-Räte mit den Kollegen der Freien Wähler gegen den Haushaltsplan 2021 gestimmt hätten, finde seine Begründung in der Sorge um den Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung im Jahr 2023 bis auf 3.580 Euro. Damit werde die Höhe zur Zeit des Amtsantritts von Benner-Post bei weitem überschritten, betonte Janker.

Altbürgermeisterin Benner-Post nannte die Sanierung des Rathauses ein „Trauerspiel“, das Gebäude sei ein „Schandfleck“. Auffallend seien "tolle" öffentliche Ankündigungen neuer Projekte, die dann aber wieder in Vergessenheit geraten. Waltraud Benner-Post billigte ihrem SPD-Ortsverein zu, mangels fehlender Informationen keinen leichten Stand zu haben. Ganz klar lautet ihr Appell, die Ortsvereinsvorsitzende Janker zu unterstützen.

Zwei Wahlperioden lenkte sie die Geschicke des Marktes Leuchtenberg, baute den Schuldenberg dank Stabilisierungshilfen ab und trug mit dem Bau der neuen Kläranlage zur Entwicklung des Marktes bei: Altbürgermeisterin Waltraud Benner-Post.

 

 

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