18.05.2021 - 18:41 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Landestheater: Sommerfestspiele für alle

Drei Premieren, drei Wiederaufnahmen. Die Festspiele des Landestheaters Oberpfalz decken auch 2021 wieder die spannendsten Genres ab. Doch ist auch für jeden Theatergänger etwas dabei?

Mit der Wiederaufnahme von "Cabaret" (Im Bild: Doris Hofmann als Sally Bowles) gibt das Landestheater Oberpfalz Theaterfans erneut die Möglichkeit, das Erfolgsstück aus dem verkürzten Kulturherbst zu sehen. Auf dem Spielplan der Sommerfestspiele stehen zudem unter anderem „Ronja Räubertochter“, „Schikaneder“ und „Im Weißen Rössl“.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Vom Familienstück über den Klassiker bis hin zum Musical. Die Bandbreite im Programm des Landestheaters Oberpfalz (LTO) ist vielfältig. "Für jeden etwas dabei", heißt in diesen Fällen gerne. Aber welches Stück und welche Aufführung in diesem LTO-Sommer passt tatsächlich zu wem? Ohne allzu ernstes Schubladendenken und mit Augenzwinkern: Welchem Zuschauer könnte welches Stück gefallen?

Neulinge und "Mitgeschleppte"

Für sie ist es eine echte Premiere: Neulinge, die gerade erst mit dem Theater in Berührung kommen und neugierig in ihre erste Vorstellung überhaupt gehen. Zum Hineinschnuppern ist gleich das erste Stück auf dem Spielplan zu empfehlen, mit dem das Landestheater auf der Naturbühne Schönberg in Grafenwöhr die Sommerfestspiele eröffnet: Das Astrid-Lindgren-Meisterwerk „Ronja Räubertochter“.

Die fantasievollen Erlebnisse der Räuberkinder Ronja und Birk (gespielt von den LTO-Debütanten Magdalena Meier und Philipp Rosenthal) sprechen zwar generell ein jüngeres Publikum an. Dennoch machen es Themen wie das Leben mit der Natur, Freundschaft und Liebe, die Auseinandersetzung Kind – Eltern, Geburt und Tod zu einem zeitlos modernen, bewegenden Stück für Zuschauer jeden Alters. Und so auch geeignet für jene Erstlinge, die etwas "Motivation" für den Theaterbesuch brauchten. Der Partner wollte unbedingt gehen oder man hat die Karten geschenkt bekommen? Schon sitzt man im Publikum. Auch sie werden auf ihre Kosten kommen. Ihnen sei alternativ das leichte, humorvolle Lustspiel "Im Weißen Rössl" ans Herz gelegt.

Nostalgiker und Cineasten

Wohlfühlen werden sich beim „Weißen Rössl“ – einem Singspiel mit Live-Musik – besonders ältere Theatergänger und Nostalgie-Fans, die vielleicht noch die Verfilmung des Erfolgsstücks 1960 mit dem Duo Peter Alexander/Gunther Philipp kennen. Bei der LTO-Inszenierung heißen der umtriebige Oberkellner und der "schöne Sigismund" Felix C. Groll und Tobias Schäffler - zwei frische Gesichter auf der LTO-Bühne, auf die man gespannt sein darf. Die Komödie über Liebeswirren am Wolfgangsee wird nicht nur durch Retro-Charme, sondern auch mit Gesang, Choreographien und Witz bezaubern.

Der Musikbegeisterte

Für diejenigen, für die Musik und Schauspiel untrennbar zusammengehören, hat das Landestheater ein weiteres Eisen im Feuer. Im Gegensatz zum fröhlichen "Rössl" schlägt der Musical-Klassiker „Cabaret“ aber wesentlich düsterere Töne an. Die pralle Lebensfreude im Nachtleben Berlins der wilden 20er, die vom aufkommenden Nationalsozialismus überschattet wird, reißt einfach mit. Das Landestheater hat sein Erfolgsstück aus dem durch Corona verkürzten Kulturherbst 2019 erneut ins Programm genommen. Der Musical-Klassiker mit zynischem Humor und Liedern wie "Money, Money" oder "Der morgige Tag ist mein" sorgt für spannende, emotionale Unterhaltung.

Frech-frivol in den Untergang

Vohenstrauß

Intellektuelle Literaturfans

Die musikalische Milieustudie findet sicher auch bei den Freunden literarischer Stoffe Anklang. Auf diese wartet jedoch im Theatersommer mit der dramatischen Komödie „Schikaneder – Sommer der Gaukler“ ein Leckerbissen. In Salzburg unerwünscht strandet Autor und Regisseur Emanuel Schikaneder mit seiner reisenden Theatercompagnie im Sommer 1780 in einem Bergdorf. Und gerät in den Streit zwischen einem Bergwerksbesitzer und Bergleuten. Wenn dass nicht der Stoff für ein neues Stück ist? Edmond Rostands Mantel-und-Degen-Komödie „Cyrano de Bergerac“, die wohl edelste und lyrischste Betrugsgeschichte der Theaterliteratur mit tiefer Tragik, burlesker Komik und der Macht der Liebe runden das klassische Genre ab.

Familie als Zuschauer

Fröhlich und leichten Herzens kommt dagegen der Tipp für den unterhaltsamen Familienausflug ins Theater daher. Neben "Ronja Räubertochter", das nicht nur den Kindern Kreativität und den freien Geist vermitteln möchte, ist auch „Die Kuh Rosmarie“ etwas für die ganze Familie. Die Wiederaufnahme der Komödie über eine nörgelnde Bauernhof-Kuh, die später sogar die Tiere der Savanne nervt, ist einfach ein tierischer Spaß.

Der Theaterfreak ...

... sollte sich schlicht alle Stücke ansehen. Er wird nicht nur bei Ronja mit Freude über die starken Frauenfiguren und die Frage des Spielalters der Protagonisten philosophieren. Oder den dramatischen Wendepunkt des Plots in Cabaret mit den Stilmitteln anderer Inszenierungen vergleichen. Nein, nicht zuletzt wird er – wie alle anderen Zuschauer – ausnahmslos Stücke in einer besonderen Intensität erleben. Mit Darstellern, die brennen, endlich wieder auf der Bühne zu stehen. Die cleveren Bearbeitungen der Stücke mit Tiefgang und mehreren Ebenen machen es einfach, dass die Besucher aus jedem Stück etwas für sich mitnehmen können.

"Ronja Räubertochter": Magdalena Meier alias Ronja.
"Ronja Räubertochter": Philipp Rosenthal alias Birk.
"Im Weißen Rössl": Felix C. Groll alias Kellner Leopold.
Hintergrund:

Sommerfestspiele 2021: Neuer kompakterer Vorverkauf

Karten sind jeweils sieben Tage vor dem jeweiligen Aufführungstermin in allen VVK-Stellen von NT-Ticket.de, über das LTO-Kartentelefon (0 96 59 / 931 00, Mo-Fr 8-12 Uhr) erhältlich. Über NT-Ticket ist der Verkauf bis eine Stunde vor Vorstellungsbeginn möglich. Bitte vor Vorstellungsbesuch auf der LTO-Homepage über aktuellen Stand informieren. Rückfragen auch per Whatsapp unter 0163/51 555 01. Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, Telefon: 09621/306-230 oder Telefon: 09661/8729-0 sowie unter www.nt-ticket.de

  • Ronja Räubertochter am 29. Mai 14 Uhr Naturbühne Schönberg – Vorverkauf ab 22. Mai
  • Ronja Räubertochter am 30. Mai 14 Uhr Naturbühne Schönberg – Vorverkauf ab 23. Mai
  • Cyrano de Bergerac am 4. Juni 20:30 Uhr Schloss Burgtreswitz – Vorverkauf ab 28. Mai
  • Cyrano de Bergerac am 5. Juni 20:30 Uhr Schloss Burgtreswitz – Vorverkauf ab 29. Mai

 

 

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