Leuchtenberg
23.11.2018 - 15:09 Uhr

Leuchtenbergerin fordert Umdenken beim Sperrmüll

Zweimal im Jahr ziehen Autokarawanen durch Leuchtenberg. Es ist Sperrmüllabfuhr. Eine Leuchtenbergerin formuliert ihren Unmut darüber in einem Antrag zur Bürgerversammlung und fordert ein anderes System.

Die Bürger verfolgen die Ausführungen von Bürgermeister Anton Kappl. Bild: fz
Die Bürger verfolgen die Ausführungen von Bürgermeister Anton Kappl.

Bürgermeister Anton Kappl legte bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Pfarrheim Zahlen und Fakten vor. Das haushaltslose Jahr 2017 wurde mit einer Jahresrechnung abgeschlossen. Die Gemeinde hat noch 66.500 Euro Schulden, was pro Kopf 54,90 Euro bedeutet. Demgegenüber stehen aber Rücklagen von 562.700 Euro. Die Einwohnerzahl ging von 1222 auf 1211 Einwohner zurück. Bei den Ausgaben fallen für die Schule 78.700 Euro, für Kindergarten 210.764 Euro (die Gemeinde erhält einen Teil vom Freistaat), für den Straßenunterhalt mit Beleuchtung 188.000 Euro, Winterdienst 16.000 Euro und den Bauhof 271.500 Euro an. Der Kindergarten ist mit 56 Kindern um zwei Plätze überbelegt. Eine dauerhafte Überbelegung wird nicht geduldet und eine ordentliche Unterbringung einer dritten Gruppe ohne einen Behelfsraum gefordert. Der Bestand der Grundschule (27 Kinder) ist gesichert.

Für Kappl ist das Baugebiet „Am Pfarrhäusl“ ein Erfolg. Hier ist nur noch eine Parzelle zu verkaufen. Die Breitbandversorgung ist abgeschlossen: Für jeden Bürger sind mindestens 30 M-Bit Datenrate möglich. Kappl führte weiter die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle mit Integrierung des Rathauses an, die im Frühjahr 2019 abgeschlossen ist. Das Bauleitverfahren für Photovoltaikanlagen entlang der Autobahn läuft. Vier Kleinflächen werden beplant und voraussichtlich zwei gebaut. Eine davon will die Gemeinde selbst übernehmen. Die Gemeinde will in vier Abschnitten bei der Straßenbeleuchtung auf LED umstellen. Die Einleitung einer „Einfachen Dorferneuerung“ ist für Kappl neues Zukunftsmodell. Doch das "wird nicht leicht, da Leuchtenberg schon in den 90er-Jahren eine umfassende Dorferneuerung hatte", sagt das Marktoberhaupt. Der Bürgermeister sprach auch die Gleichstromtrasse an, die Leuchtenberg westlich tangieren könnte. Näheres wird er nach der Konferenz am Donnerstag, 20. Dezember, in Weiden wissen.

Nach den Ausführungen Kappls hatten die Bürger das Wort. Antje Koller hatte in einem schriftlichen Antrag ein Umdenken beim Sperrmüll gefordert. Sie hatte die Autokarawanen satt, die ihrer Einschätzung nach drei Tage vor dem Termin durch die Straßen ziehen und vor den Häusern lauern. In anderen Landkreisen und in Weiden komme ein anderes System zum Tragen. Bürgermeister Kappl stimmte ihr zu, allerdings habe die Gemeinde darauf keinen Einfluss. Er werde den Vorschlag an das Landratsamt weitergeben und auch in der nächsten Bürgermeisterversammlung ansprechen.

Ein weiteres Thema Kollers war der Hundekot im Ort. Sie schlug vor, Hundebeutelspender und Abfallbehälter anzubringen. Kappl sah das Problem im sehr großen Gebiet rund um Leuchtenberg. Für Wolfgang Härtl bestand die einzige Lösung in der drastischen Erhöhung der Hundesteuer, besonders für Zweit- und Dritthunde. Als drittes schlug Koller eine zentrale Plakatanschlagwand für Wahlplakate vor. Das Problem ist hier, so der Bürgermeister, dass die zwei ortsansässigen Parteien ihre Plakatständer nach der Wahl wieder wegnehmen. "Andere Parteien kommen über Nacht, stellen wahllos auf, und das bleibt dann stehen." Über Hunde und Wahlplakate wird der Gemeinderat laut Kappl noch einmal sprechen.

Altbürgermeisterin Waltraud Benner-Post hatte Fragen zum Projekt Mehrzweckhalle/Rathaus. Wenn es für die energetische Sanierung 90 Prozent Förderung gibt, wie sieht es dann für den Rathauskomplex aus, fragte Kappls Vorgängerin. Der Bürgermeister antwortete, beim Rathaus sei alles förderfähig, was mit energetischer Sanierung und Barrierefreiheit zu tun hat.

Auch die ebenerdig gebaute Toilette dazu sei förderfähig. Der Anbau und die Parkplätze aber nicht. Benner-Post wollte genaue Kosten wissen. Kappl nannte einen Betrag von 700.000 Euro, für die 460.000 Euro Förderung zu erwarten sei. Weiter führte Benner-Post an, ob denn der Rathausanbau auch genutzt werde. Schließlich sei seit Monaten die Verwaltung im alten Rathaus nicht mehr besetzt. Dies sei bekanntlich der Personalsituation in der VG geschuldet. "Diese wird sich in den nächsten Monaten entspannt. Sobald wir draußen sind, wird die Verwaltung wieder besetzt sein. Das ist Zusage des Verwaltungsrats", informierte Kappl. Josef Zitzmann wünschte sich, dass die Geschwindigkeitsmessanlage, die in Leuchtenberg an der Schule steht, einmal in Unternankau an der „Rennstrecke“ beim Anwesen Schuller aufgestellt wird. Kappl sagte zu. Gleiches wünschte eine Frau für die Ortsdurchfahrt Lückenrieth. Zudem monierte sie, dass in Leuchtenberg bei Pflegemaßnahmen die Gemeinde scheinbar nicht alle Straßen gleich behandelt. "Die Durchfahrtsstraße hat zweifelsohne Vorrang", meinte der Bürgermeister. Der Bauhof habe mit Wasser und Abwasser sonst auch noch wichtige Aufgaben. "Wenn Luft sei, wird was gemacht. Aber alles zusammen geht nicht." Außerdem seien beim Mähen kleiner Flächen vor den Anwesen durchaus auch die Anlieger gefordert.

 
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