11.07.2018 - 10:54 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

"Sofort unter Freunden"

Seit 1992 verbindet Leuchtenberg eine gute Freundschaft mit der tschechischen Kleinstadt Manetín. Nun könnte es zu einer offiziellen Partnerschaft kommen.

Beim Besuch in Manetín vertiefen die Bürgermeister Joseph Gilbert Matuschka (mit Amtskette) und Anton Kappl (links daneben) die freundschaftlichen Kontakte, die es seit Anfang der 1990er Jahre gibt.
von Externer BeitragProfil

Bei einem Freundschaftsbesuch mit einer kleinen Delegation um Rathauschef Anton Kappl und Feuerwehrvorsitzende Nikki Scharff zum Stadtfest lebte die Freundschaft als wichtiger Baustein zum Ausbau der Beziehungen auf. Bürgermeister Joseph Gilbert Matuschka hieß die Gäste willkommen. Der Bischof von Pilsen, Tomás Holub, war Zelebrant bei den Feierlichkeiten.

Manetín ist eine tschechische Kleinstadt mit rund 1450 Einwohnern und liegt rund 30 Kilometer vor Pilsen. Sie gilt als Barockperle Westböhmens. Das 1712 Schloss von der damaligen Herrscherfamilie Lažanský erbaute prägt das Stadtbild. Den Kontakt hatte der damalige Leuchtenberger Bürgermeister Hermann Lindner hergestellt. Kappl hatte durch mehrere Besuche mit den tschechischen Freunden Kontakt aufgenommen. Nun war die Delegation nach einer offiziellen Einladung nach Tschechien gereist, um beim Stadtfest weiter an den Verbindungen zu arbeiten.

Gemeinsame Aufgabe

Im Festgottesdienst ging Bischof Holub auch auf die Freundschaft und die gemeinsame Aufgabe Europa ein, denn nur eine Gemeinschaft sei stark. Nach der Messe stand eine Schlossführung an. Beim Mittagessen informierte Kappl den Bischof, dass er im Hauptberuf Soldat und auch in der Militärseelsorge aktiv sei. Holub war bis vor kurzem der tschechische Militärkaplan. Die deutsche Seelsorge mit dem Militärbischof war im bestens bekannt.

Holub freute sich, dass es eine so ausgeprägte Freundschaft zwischen den beiden Orten gebe. Bei vielen Gesprächen, auch mit Matuschka, wurde nicht verheimlicht, dass man sich hier durchaus sehr gut eine offizielle Partnerschaft vorstellen kann. "Ich denke, wir müssten hier mal eine Urkunde machen", meinte Matuschka und gab den Wunsch den Leuchtenbergern mit auf den Weg. "Hier könnte sich etwas anbahnen", bestätigte Kappl. Viele gegenseitige Besuche seien von großer Sympathie geprägt. Allein die Feuerwehr aus Manetín hatte in den vergangenen drei Jahren die Feste der Wehren in Leuchtenberg und Lerau besucht.

Feuerwehren sehr aktiv

Zum Abschluss stieg das Stadtfest im Schlosspark. "Die Gastfreundschaft hier in Manetín ist wirklich sehr groß, und man fühlt sich hier sofort unter Freunden", sagte Kappl und bestätigte einen Ausbau der Freundschaft. Auch einen gegenseitigen Austausch oder Besuch von Schulen, Kindergärten oder Vereinen könnte er sich gut vorstellen, wie es sie in den 1990er Jahren schon einmal gegeben hatte. Die Feuerwehren seien schon sehr aktiv.

Die aktuell guten Beziehungen zwischen Bayern und Böhmen könnten wieder um ein kleines Kapitel reicher werden, meinte Leuchtenbergs Rathauschef. Er dankte Matuschka für die Gastfreundschaft mit dem Gemeindeteller und Bischof Holub für die Begegnung mit zwei Flaschen Leuchtenberg-Sekt.

Schließlich überraschte die Feuerwehr die deutsche Delegation Der Chef der tschechischen Wehr, Pavel Sukolov, überreichte Kappl und Scharff eine extra gefertigte Ordensspange aus Anlass des 100. Geburtstags der tschechischen Republik. Kappl kündigte ein Gegengeschenk an, nachdem der Freistaat Bayern heuer 100-jähriges Bestehen feiert. Im Herbst werden die Leuchtenberger zur Feier der Feuerwehr mit der Segnung des neuen Tanklöschfahrzeuges wieder in Manetín sein.

Damit die Beziehungen weiter vertieft werden, kündigte Manetíns österreichischer Pfarrer Günter Eckelbauer an, dass er mit einer tschechischen Klassik-Künstler-Akademie am 31. August nach Leuchtenberg kommen werde, um in der Pfarrkirche ein Konzert mit Werken eines Komponisten aus der tschechischen Kleinstadt zu geben.

Pavel Sukolov überreicht das Ehrenzeichen der Feuerwehren für 100 Jahre tschechische Republik an Nikki Scharff und Bürgermeister Anton Kappl.

Kappl dankt mit Erinnerungsgeschenken Bürgermeister Joseph Gilbert Matuschka und Bischof Tomás Holub.

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