Viele Gäste aus Politik, Wirtschaft, öffentlichem Leben, Vereinsvertreter sowie Bürger kamen zum Neujahrsempfang des Marktes am Sonntag ins Pfarrheim. Der Blick ins neue Jahr von Bürgermeister Anton Kappl war optimistisch. Zunächst streifte er noch einige wichtige Projekte des Vorjahres.
Die Breitbanderschließung sei praktisch vollzogen. Ab Februar hätten alle Haushalte mindestens 30 Megabit. Die Sanierung der Mehrzweckhalle mit der Integration des Gemeindezentrums laufe noch. Ein großer Brocken sei auch der Ausbau der Straße nach Döllnitz gewesen. "Brennpunkt ist die Erweiterung des kirchlichen Kindergartens. Wir haben die Hausaufgaben gemacht. Doch die Mühlen in der Diözese Regensburg drehen sich langsamer, als uns lieb ist", bedauerte der Rathauschef.
Als Großprojekt stehe nun der Bau der Straße von Michldorf nach Kleinpoppenhof an. Beschäftigen werde die Kommune auch der Bau der Gleichstromtrasse, die nach dem Vorschlag der Tennet im westlichen Teil bei Michldorf und Lückenrieth und dann hoch nach Wittschau verlaufen soll. Erfreulich ist für Kappl, dass die Geschichte von Leuchtenberg um die Landgrafen und Herzöge neu aufflamme. Offiziell sei der "Freundeskreis Leuchtenberg" gegründet worden, ebenso die "Ortsfreundschaft Leuchtenberg" mit neun Kommunen.
"Ein Projekt habe ich noch, und das wird uns mehr als nur 2019 beschäftigen", holte Kappl aus. Der Markt Leuchtenberg feiere 2024 das 900-jährige Jubiläum. Bis dahin werde auch eine zweite Dorferneuerung kommen, der bereits eine umfassende Runderneuerung in den 90er Jahren unter Bürgermeister Hermann Lindner vorangegangen sei. Kappl erkenne schon Stellschrauben wie den Leerstand, an denen es zu drehen gelte. Auf einer Klausurtagung wird ein Rohkonzept erarbeitet.
Das Thema Dorferneuerung rückte dann endgültig mit der Rede von Baudirektor Erik Bergner vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in den Mittelpunkt. Die Ausführungen waren auch aufschlussreich für die anwesenden Bürgermeister, besonders die der ILE-Gemeinden "Naturparkland". Das sind die neun Gemeinden im Altlandkreis Vohenstrauß, dazu Floß und Flossenbürg. Der Schlüssel für eine Förderung in der Dorferneuerung liege in der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit. Leuchtenberg wäre ansonsten alleine nie zum Zuge gekommen.
"Unsere Mittelausstattung ist gut, die Signale stehen auf grün", lautete die Neujahrsbotschaft aus der Tirschenreuther Behörde. Zu den Fördersätzen von bis zu 80 Prozent gebe es für Leuchtenberg und die weiteren zehn "Naturparkland"-Gemeinden einen Nachschlag von fünf Prozent. Die elf Kommunen würden gebündelt und für sie Konzepte erstellt. Es gehe nicht darum, für eine Gemeinde, sondern für die Region etwas zu tun, sagte der Redner. Klarer Auftrag sei, die Region zu stärken. Dabei sollen die Kommunen profitieren.
Das weitere Vorgehen sieht so aus, dass erst einmal ein qualifiziertes Planungsbüro ausgewählt wird. Dieses bereitet die Ergebnisse eines gemeinsamen Seminars auf und erstellt einen kompakten Dorferneuerungsplan. Dem folgt der Einleitungs- und Bewilligungsbescheid durch das ALE. Geprüft werde, welche Maßnahmen zielführend und zweckmäßig in der Ortsentwicklung seien.
Für Leuchtenberg speziell ins Auge gefasst seien die Neugestaltung des Bereichs Äußerer Markt bis zum Ortseingang samt Baumallee. Konkret ins Auge gefasst würden die Umgestaltung des Vorplatzes der Grundschule, Schaffung von innerörtlichen Parkmöglichkeiten, Absenkung der Buswendeplatte in der Ortsmitte, Gehweg "Am Ringelbrunnen", Sanierung der Stützmauer am Turnierplatz, Zugang zum Badeweiher und eine Streuobstwiese unterhalb der Burg. Vom Zeitplan her werden 2019 und 2020 Jahre der Planung und dann 2021 und 2022 Jahre der Umsetzung sein.
Die Städte Pfreimd und Grünsfeld in Baden-Württemberg verbindet eine historische Partnerschaft, und daher waren auch beide Bürgermeister anwesend. Mit für seinen Pfreimder Kollegen Richard Tischler sprach Grünsfelds Stadtoberhaupt Joachim Markert von einer immer lebendiger werdenden Verbindung. Der Name Leuchtenberg habe sowohl seine Stadt als auch Pfreimd geprägt. Markert freute sich, dass Leuchtenberg mit dieser Dorferneuerung eine große Chance für eine positive Weiterentwicklung erhalte.














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