31.10.2018 - 12:08 Uhr
Löschwitz bei KemnathOberpfalz

Engstellen im Visier

Die Löschwitzer wünschen sich einige Verbesserungen im Zuge der Dorfsanierung. Das erste Zusammentreffen mit Politikern, Architekturbüro und Vertretern des Amtes für ländliche Entwicklung zeigt, wo der Schuh drückt.

Die Begehung anlässlich der Dorfsanierung in Löschwitz stößt auf großes Interesse. . Auch Gäste aus Kaibitz sind anwesend.
von C. & W. RupprechtProfil

Schon lange reifte in Löschwitz die Idee, die Entwicklung des Ortes in Ruhe zu bedenken und Gefahrenstellen im Ort zu beseitigen. Beim ersten Sichtungstermin betonten Christina und Emil Lehner von der Firma SHL Architekten/Stadtplaner Weiden, dass momentan die Kozeptfindung für das Projekt anstehe und Bürgeranliegen gerne in die Planung aufgenommen werden.

Zur Begehung waren viele Löschwitzer gekommen. Sie verfolgten mit großem Interesse die Ideen der Fachleute und brachten ihre Gedanken und Bedenken zur bestehenden Bausubstanz und Situation ein. Auch Bürgermeister Werner Nickl stand mit Rat und Tat zur Seite. Die Stadtplaner waren beeindruckt von der schönen Abrundung des Ortes zur umgebenden Flur und lobten den wertvollen Baumbestand entlang des Bachlaufes, der den Ort in zwei Hälften trennt. Sie schlugen vor, das "wunderbare grüne Ortsbild" bis an die Ortseinfahrt hin zu erweitern, damit sich das Dorf auch von außen so einladend präsentiert, wie es sich im Dorfinneren fortsetzt.

Hauptanliegen der Bürger war die Entschärfung der beiden Engstellen in Löschwitz, die die Verkehrsteilnehmer immer wieder zu gefährlichen Bremsmanövern nötigen. Ebenso sei die Erhaltung der historischen Keller wünschenswert und eine Maßnahme zur Verringerung des Fahrtempos für Autos und Lastwagen bei der Ortseinfahrt von Reuth kommend. Die Fahrbahnverengung helfe zu wenig, da die Straße kerzengerade weiter verläuft.

Zudem wurde der Wunsch nach einem neuen Gemeinschaftshaus geäußert, gerne in Verbindung mit der anstehenden Erneuerung des Feuerwehrhauses und Integrierung der Kegelbahn, die bisher im ehemaligen Gasthaus „Santana“ untergebracht ist. Die Straßenbeleuchtung sollte auf LED-Leuchten umgestellt und in Richtung Senkendorf erweitert werden. Damit könnte der verbindende Rad- und Gehweg gefahrlos genützt werden. Zum Schutze der Radfahrer sollte eine Verbindung zum Haidenaabradweg und nach Kaibitz geschaffen werden. Die Dorfglocke möchten die Löschwitzer ebenfalls nicht missen.

Der Platz des Kinderspielplatzes soll erhalten bleiben. Die Geräte sind „abgewohnt“ und müssten ersetzt werden. Möglich wäre eine Erweiterung zum Wasserspielplatz bei Mitnutzung des angrenzenden Baches bei gleichzeitigen Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Bürgermeister Nickl lobte dabei den außergewöhnlichen Gemeinschaftsgeist der Löschwitzer, die die Pflege des Spielplatzes und der Dorfmitte in vorbildlicher Weise ausführen.

Lange Diskussionen entstanden an der Einmündung von der Staatsstraße 2665 in den Ort. Immer wieder werde die Parallelstraße als Abkürzung und Überholmöglichkeit genützt. Da sich die Bushaltestelle in diesem Bereich auf beiden Seiten der Staatsstraße befindet, würden immer wieder gefährliche Situationen entstehen. Erwin Lottes betonte: „Bei einer Verkehrserhebung wurden über 10.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Außerdem nimmt nun der Lastwagenverkehr zu, weil die Firmen die Mautstelle bei Speichersdorf umfahren wollen und durch das neue Gewerbebaugebiet in Kemnath noch mehr Lieferverkehr entsteht. Es ist ein Wunder, dass noch nichts passiert ist.“ Die Bürger wünschten sich eine Wiederholung der Begehung wochentags, damit die Belastung durch den Schwerlastverkehr deutlich werde.

Emil Lehner bescheinigte den Löschwitzern die hohe Qualität ihrer bisherigen Gestaltungsmaßnahmen und die angenehme Wirkung der einzelnen Ortsbereiche inmitten von vielem Grün und zahlreichen „Postkartenmotiven“. Es sei eine sehr gute Grundstruktur vorhanden, die eine gute Voraussetzung für die nachfolgenden Generationen bietet.

Die nächste Zusammenkunft ist getrennt in beiden Ortschaften. Dabei werden erste Umsetzungsvorschläge mit den Bürgern erörtert. Dazu treffen sich die Bürger in Kaibitz am Montag, 12. November, um 19 Uhr in der Schlossschänke. In Löschwitz findet das Treffen am Donnerstag, 22. November, um 19 Uhr im Feuerwehrhaus statt.

Die Begehung anlässlich der Dorfsanierung in Löschwitz stößt auf großes Interesse. . Auch Gäste aus Kaibitz sind anwesend.
Architekt und Stadtplaner Dr. Emil Lehner (links) erläutert erste Ideen.
An der Ortseinfahrt von Reuth her kommend gibt es nach wie vor noch genügend Raser, trotz Fahrbahnverengung.
Teils direkt an der Staatsstraße gelegen, befindet sich die Bushaltestelle für die Schulkinder, die die weiterführenden Schulen besuchen. „Viel zu gefährlich!“, betonen die Löschwitzer.
In Richtung Senkendorf wünschen sich die Löschwitzer den Fußweg beleuchtet.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.