23.12.2019 - 20:47 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Die Löwennummer

Franzosen, das wissen wir, sind Genießer. Beim Essen, bei der Mode und bei der Wahl ihrer Autos. Alles superb, tres chic und extravagant. Auch der neue Peugeot 508 SW?

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Das unscheinbare Kürzel steht für "Station Wagon" und beschreibt nur unzureichend die gelungene Mixtur aus Zweckmäßigkeit und Eleganz. Das neue Flaggschiff der ältesten französischen Automarke folgt vollendet der Formensprache eines "Shooting Brake", mit der vor Jahren erstmals Mercedes die Spezies der Kombi-Coupés übersetzt hat. Herausgekommen ist jedenfalls ein wirklich schickes Auto, ausgesprochen dynamisch und frisch.

Das Gesicht mit dem markanten Kühlergrill und dem Löwen-Logo ausdrucksstark, das knackig kurze Heck mit den schmalen Leuchteinheiten ein optischer Leckerbissen. Mit einer Höhe von knapp über 1,40 Meter ist der Löwen-Kombi ziemlich flach geraten. Die Dachlinie fällt nach hinten deutlich ab, die Türen mit den rahmenlosen Scheiben öffnen weit. Müssen sie auch. Das Einsteigen vorne verlangt dem Fahrer nämlich etwas Kraxelqualitäten ab, bis die Beine unter dem tief sitzenden Lenkrad eingefädelt sind.

Wer aber erst auf dem bequemen Gestühl Platz gefunden hat, versteht, dass "Haute Couture" nicht nur in der Modebranche angesagt ist. Das Cockpit ist förmlich um den Fahrer herumgeschneidert. Wie bei einem Maßanzug: alles sitzt, engt aber nicht ein. Luft über dem Scheitel gibt's genug, Ellbogen und Knie finden ausreichend Platz. Hinten heißt's Kopf einziehen, der Mittelsitz taugt – wen wundert's – nur für den Notfall. Auf Knopfdruck schwingt die Heckklappe weit nach oben, die asymmetrische Fondbank lässt sich umklappen und macht den Franzosen zum Lademeister.

Hochwertige Materialen wie Leder, Klavierlack, Echtholz und seiden-mattes Alu schauen nicht nur gut aus, die Qualität ist hier auch (an)fassbar. Serienmäßig gibt's die Löwennummer mit einem i-Cockpit. Der Blick auf die digitalen Anzeigen ist aber gewöhnungsbedürftig, weil die über dem abgeflachten Lenkrad zu finden sind. Dazu kommt noch ein zentraler Touchscreeen, über den fast alle Einstellungen zu bedienen sind. Schnell bei der Hand, aber doch etwas verspielt die sieben Kippschalter unter dem Display. Wer den Peugeot fährt, kennt sein Auto am besten im Schlaf. Das Multifunktions-Lenkrad ist zwar sportlich klein, verdeckt aber Schaltpaddel und diverse Hebel für Licht, Scheibenwischer und Tempomat. Und USB-Anschlüsse oder induktive Ladeschale fürs Handy sind gut unter der wuchtigen Mittelkonsole versteckt. Natürlich kann der talentierte Franzose alles, was die moderne Internetgesellschaft heute von einem Auto verlangt. Und auch sicherheitstechnisch ist der 508 SW auf dem neuesten Stand, hält er die Spur, warnt vor dem Vordermann, schaut rundum und parkt auch selbstständig ein.

Der Zweiliter-Motor unter der langgezogenen Haube gehört zur Flotte der Flüster-Diesel, verrichtet so unaufgeregt wie sparsam seine Arbeit. Souverän absolviert er die Sprintdisziplinen und eilt zur Höchstgeschwindigkeit jenseits der 230er-Marke. Ein Achtgang-Automat ruft zügig die Leistung ab, vier Fahrstufen zwischen Eco und Sport ändern entsprechend Ansprechverhalten und Fahrwerk. Das gehört eher zur Komfortzone, womit wir wieder bei der französisichen Lebensart wären.

Wer ein schickes Auto sucht, das sportlich nicht nur ausschaut, dabei Lastenträger spielt und mit einem Schuss Extravaganz sich von der Masse abhebt, der ist mit dem Peugeot 508 SW bestens bedient.

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