11.02.2020 - 13:00 Uhr
Luhe/Luhe-WildenauOberpfalz

Jagdvorsteher: Rücktritt vom Rücktritt

Einen Schreckmoment gibt es bei den Jagdgenossen. In der Jahreshauptversammlung erklärt Jagdvorsteher Bernhard Irlbacher für viele überraschend, dass er nach zehn Jahren nicht mehr zur Verfügung steht. Doch dann wird eine Lösung gefunden.

von Martin MüllerProfil

Unter anderem führte Bernhard Irlbacher als Begründung für seinen Rückzug den Verlauf einer außerordentlichen Versammlung an, bei der es um die Verlängerung aller Pachtverträge ging. Die anwesenden Jagdgenossen lehnten dort die zwischen dem Vorstand und den Jagdpächtern vorverhandelten Verträge wegen eines Pachtpreisrückgangs ab. Noch in dieser außerordentlichen Versammlung wurde sofort mit den Jagdpächtern nachverhandelt und nach längeren Diskussionen war man sich auch einig.

„Diese Nachverhandlungen haben zwar zu einem guten Ergebnis geführt, aber ich werte dieses Vorgehen als gegen mich gerichtet“, sagte Irlbacher. Wahlvorstand Alfred Gilch bemühte sich sehr, doch alle vorgeschlagenen Mitglieder lehnten eine Kandidatur ab. Der Vorstand zog sich zur Beratung zurück und konnte dann Irlbacher noch einmal umstimmen. Unter der Voraussetzung, dass die gesamte Führungsmannschaft dabei bleibt, würde er noch einmal antreten.

Wahlleiter und ehemaliger Gemeindeverwaltungschef, Alfred Gilch, lobte die Leistungen der gut funktionierenden Genossenschaft. In geheimer Abstimmung entfielen bis auf eine Gegenstimme dir restlichen der 50 stimmberechtigten Mitgliedern alle auf Irlbacher. Mit dem selben Ergebnis wiedergewählt wurden auch Stellvertreter Georg Rewitzer und die Beisitzer Gerhard Hagn und Hans-Peter Paulus. Kassiererin bleibt Sonja Hagn ebenso wie Schriftführer Thomas Häusler.

Zuvor berichtete Irlbacher von dem kürzlich erfolgten Freischneiden der Wege. Die Gemeinde beteiligte sich an den Kosten. Auch die Jagdgenossenschaft müsse die Datenschutzgrundverordnung umsetzen. Der vielbenutzte Holzspalter wäre in die Jahre gekommen, man sollte langsam an eine Ersatzbeschaffung denken. Die neuen Pachtverträge gelten laut Irlbacher ab dem 1. April 2021 und wurden am Schluss der Versammlung unterzeichnet. Das Revier "Wasserleitung" mit 258 Hektar geht wieder an Fritz Loew. "Achberg" (265 Hektar) bejagt wie bisher Karl Heinz Fichtner und das Revier "Luhe-Forst" (472 Hektar) bleibt bei Gerhard Hagn, der als neuen Jäger Thomas Leckert vorstellte. Das Revier "Luhe-Feld" fällt wegen dem Gewerbegebiet „Obere Tratt“ unter die Verpachtungsgrenze von 250 Hektar und wird aufgelöst und dem Revier "Luhe-Forst" zugeschlagen.

Einstimmig beschlossen wurde, den Pachtschilling für den Wegebau zu verwenden. Mit Mühe und viel Aufwand konnten die Abschusspläne erfüllt werden. Nach wie vor bereiten die Wildschweine große Probleme. Bereits vor der Versammlung ließen sich die Mitglieder den von den Wirtsleuten Tretter vorzüglich zubereiteten Wildschweinbraten schmecken. Nachdem Jagdpächter Hagn erst kürzlich zwei Schwarzkittel erlegen konnte, spendete er das Fleisch den Mitgliedern und jeder Jagdgenosse durfte eine Portion mit nach Hause nehmen.

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