13.05.2019 - 14:05 Uhr
Luhe/Luhe-WildenauOberpfalz

Nur Frauen im Kopf

Mit Musik, Kabarett und Schauspiel begeht der Katholische Frauenbund Luhe sein Jubiläum. Alleinunterhalter Hubert Treml kommt dafür sogar mit Verstärkung.

Treml als Petrus mit Frau Kleinschmied (Burgl Wittmann, links) und Frauenrechtlerin Rita Wissmeier (Kirstin Rokita).
von FSBProfil

Der Oberpfälzer Liedermacher Hubert Treml mal als Mitakteur eines Schauspielerensembles, mal als Alleinunteralter mit einem Kaleidoskop seiner „Hits“: Frauenbund-Vorsitzende Rita Gleißner und ihr Team präsentierten vor vollem Haus im Pfarrheim St. Martin einen Höhepunkt im Jubiläumsprogramm. Die Zuhörer am Samstagabend wurden nicht enttäuscht.

Die hintersinnige Komödie „Mannomann“ spielt sowohl auf himmlischer Ebene als auch im Rückblick in vier Jahrzehnten auf der Erde. Neben Hubert Treml als Petrus und umwerfend komisch als Schreberbäuerin wirken in jeweils vier Rollen die als „Die Ladenhüter“ bekannten Kirstin Rokita und Burgl Wittmann mit.

Im kabarettistischen Stück begehren bei Petrus und Sekretärin Aloisia an der Himmelspforte laufend Frauen Einlass, so dass dieser verzweifelt nach der Melodie „Das bisschen Haushalt“ singt: „Dees bissl Frauenbund wird äitz zum Problem, Mannomann!“ Ehe sie auf „Wolke 19/10“ gebracht werden, wird ihre Tätigkeit auf Erden durchleuchtet.

Frauenbund im Laufe der Jahre

In den 20er Jahren etwa, als man auf dem Land "noch mit den Flöhen ins Bett ging", erregt im Gespräch zwischen der Dodlhoferin und der Pfarrhaushälterin Amalie eine „Haigaing“ aus München Aufsehen, die einen Verein für „Weiberleut“ gründen will, damit diese „mitdischgariarn“ können. Anders als seine Kollegen ist der Dorfpfarrer dafür: „Äiå däårm miå Pfoårån hairån, als dass in ån bairischn Bauernschedl wos Nais äigäihd.“

Die eher einfältige Frommtaler Anna will in den 50er Jahren ihrer Schwiegermutter telefonisch eine Neuigkeit übermitteln: dass sie in den Frauenbund eingetreten ist. Doch diese missversteht die Situation und meint, Anna sei endlich schwanger.

In einer Glanzrolle à la Monika Gruber ist Kirstin Rokita als Schnellrederin Gertraud Büschlbinder in den 70er Jahren zu sehen. Auf der Zugfahrt zu einer Delegiertenversammlung trifft sie die Schreberbäuerin und klärt sie auf, dass im Frauenbund „niåd mehr ies als Palmbischlbinddn und Raousngranzbedn“ und ihr Pfarrer noch nichts vom Konzil gehört hat, wonach die Frauen in der Kirche auch was zu sagen hätten.

Schließlich gibt die Frauenrechtlerin Rita Wissmeier auch im Himmel den Ton an: Statt „fromm, fleißig und brav“ heißt das Motto für die Frauen heutzutage „kompetent, solidarisch und engagiert“. Petrus resigniert über mehr als 100 Jahre Frauenbund: „Ich denk, dees dààd doch glangå!“

Ode an die Weiblichkeit

In seinem Kontrastprogramm „Frauofrau“ stellt Hubert Treml seine musikalischen Frauengestalten vor und hat dabei das mit singende und -klatschende Publikum von Anfang voll auf seiner Seite. Bei „Du haousde guåd g’haldn“ – geschrieben für Elke zum 50. Geburtstag – wird klar, dass der Zahn der Zeit nicht bloß nagt, sondern frisst. Dann geht es um eine „Clementine“: „Säiß und keårnlos, wààr gern Modl, doch sie haoud Orangenhaut.“ Auch mit der Helene (Fischer) gibt es Probleme, als Hubert eine Oberpfälzer-Cover-Band gründen will. Bei den Proben zum Lied „Atemlos – Ohne Schnauffå“ gerät er ständig in andere Schlagermelodien.

Zu allem Überfluss reißt Treml auch noch die E-Saite seiner Gitarre, doch er spielt auch ohne sie „Schäi sà schadd niåd“ und überbrückt die anschließende „Reparatur“ geschickt mit einem Witz. Der Pflicht oder dem Herzen folgen, ist die Frage, wenn das schöne „Annamiårl hinddåm Stodldaouådiårl“ steht. Anschließend fährt er mit der Tante Annelies „Äi in d’Tschechei“. Für d’Màre“ singt Treml den Beatlessong „Obladi, oblada, s’Lebm làffd waiddå“ und kommt dann zu Heintjes Landsfrau Wilma mit „Warum hat die Kokosnuss denn bloß keinen Reißverschluss?“ und zu Jane: „Wer haoud dir denn den Namå gebm, der ies doch niåd va daou“. Tremls Frage „Wollts no oin häiån?“ musste mit „Frààle“ beantwortet werden. Als Abschluss spielt er noch seine Bestseller „Kiårwåkouchn“ und „Erdbeermàmålàd“ sowie die besinnlichen „Voår då Hullåstauån solltst’n Hout zäing“ und „Då Engl ààf då Stäing“. Mannomann - was für ein Abend

Hubert Treml begrüßt das Publikum zur Doppelveranstaltung „Mannomann“ und „Frauofrau“.
Treml als Schreberbäuerin (links) und Schnellrednerin Gertraud Büschlbinder (Kirstin Rokita).
Das Malheur mit der e-Saite.
Pfarrhaushälterin Amalie (Burgl Wittmann, links) und Kreszenzia Dodlhofer (Kirstin Rokita).
Burgl Wittmann als Annas Schwiegermutter bei einem telefonischen Missverständnis.
Der Song von der Clementine.
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