Luhe/Luhe-Wildenau
29.06.2018 - 15:15 Uhr

Vivaldi hätte auch geklatscht

Antonio Vivaldi hätte sich wahrscheinlich nicht im Grabe umgedreht, sondern auch Beifall geklatscht für seine „Vier Jahreszeiten“, die mit Rock- und Jazzelementen bearbeitet, am Sonntag in Luhe für eine musikalische Sternstunde sorgen.

Ungewöhnliches Ambiente für ein Konzert: Die Ausstellungshalle von Holz und Antiquitäten Görner in Luhe. "The 5th Season" aus Polen mit Konzertmeister Janosz Nykiel (links mit Violine) führten Vivaldis "Vier Jahreszeiten" in einer Fassung mit Rock und Jazz auf. Von den Zuhörern gab es stehenden Beifall. mh
Ungewöhnliches Ambiente für ein Konzert: Die Ausstellungshalle von Holz und Antiquitäten Görner in Luhe. "The 5th Season" aus Polen mit Konzertmeister Janosz Nykiel (links mit Violine) führten Vivaldis "Vier Jahreszeiten" in einer Fassung mit Rock und Jazz auf. Von den Zuhörern gab es stehenden Beifall.

(mh) Eineinhalb Jahre hat Konzertmeister Janosz Nykiel mit seinen vier Musikern an den zwölf Sätzen getüftelt. Eigentlich hätte es ein Open-Air auf dem historischen Marktplatz werden sollen, doch das Wetter dirigierte Veranstalter und viele Gäste in die Ausstellungshalle der Firma "Holz und Antiquitäten Görner", was sich im Nachhinein als Glücksfall erwies, weil dadurch auch die ganz leisen Töne - gerade bei den Jazzsequenzen - nicht vom Wind fortgetragen wurden. "Wo sind die Geigen und Celli bei Vivaldi? Dafür gibt es Schlagzeug und Bassgitarre", führte Nykiel die Zuhörer auf die bevorstehende Aufführung ein. Es habe ihn sehr gereizt, das klassische Stück einmal anders zu spielen, mit Jazz- und Rock-Leuten. "Wenn es Ihnen zu laut wird, dann gehen Sie eine Runde durch die Ausstellung und kommen dann wieder", scherzte der Pole in perfektem Deutsch.

Der Auftritt hatte den vier Musikern nochmals Arbeit beschert, weil krankheitsbedingt der zweite Gitarrist ausgefallen war. "Also haben wir uns hingesetzt und nochmals umarrangiert." Und dann legten die vier Musiker los. Schon nach wenigen Minuten "Frühling" war der Funke auf die Zuhörer übergesprungen, blieb kaum ein Fuß ruhig stehen, trommelten Finger und bewegten sich Köpfe im Takt. Nykiel, Mitglied in vielen namhaften Symphonieorchestern, spielt die Musik nicht nur, er lebt sie und zwar mit dem ganzen Körper. Er gab mit seiner Violine oft den klassischen Part, in den dann die Rock- und Jazzelemente der drei anderen einflossen. In welcher musikalischen Liga Vollblutmusiker Nykiel zuhause ist (zuletzt auch in China), wussten sehr viele Konzertbesucher schon, da er bereits dreimal in Luhe aufgetreten war.

Beim "Sommer" gaben die Musiker richtig Gas. Da wurde aus den Instrumenten herausgeholt, was ging. Da rissen zweimal Bogensaiten - rausgezupft und weitergespielt. Später nahm auch das Schlagzeug noch Schaden. Nach eineinhalb Stunden gab es stehenden Applaus für eine Aufführung der Spitzenklasse mit exzellenten Musikern.

Einer Pause folgten mehrere, überwiegend jazzige Zugaben, bei denen sich Schlagzeuger Zbigniew Lewandowski (Nykiel: "Er gilt als lebende Legende und hat schon mit vielen amerikanischen Jazz-Größen gearbeitet.") fast in Ekstase spielte, sodass die Schweißtropfen nur so ins Handtuch rannen. Lukasz Perek am Klavier ("Er ist einfach ein Genie.") ließ hingebungsvoll "blind" seine Finger über die Tasten fliegen und Jacek Szrennwa ("Der jüngste Hochschulprofessor in Breslau für Kontrabass.") zeigte eine Fingerfertigkeit an der Bassgitarre, die staunen ließ.

Standing Ovations zum dritten Mal für "The 5th Season", wie sich die Polen aus der Umgebung von Stonsdorf nennen. Bleibt nur zu hoffen, dass es Bürgermeister Karl-Heinz Preißer, LuhKulTour und den weiteren Mitveranstaltern wieder einmal gelingen wird, diese musikalischen Elite-Künstler ohne jegliche Starallüren nach Luhe zu bringen.



Ungewöhnliches Ambiente für ein Konzert: Die Ausstellungshalle von Holz und Antiquitäten Görner in Luhe. "The 5th Season" aus Polen mit Konzertmeister Janosz Nykiel (links mit Violine) führten Vivaldis "Vier Jahreszeiten" in einer Fassung mit Rock und Jazz auf. Von den Zuhörern gab es stehenden Beifall. mh
Ungewöhnliches Ambiente für ein Konzert: Die Ausstellungshalle von Holz und Antiquitäten Görner in Luhe. "The 5th Season" aus Polen mit Konzertmeister Janosz Nykiel (links mit Violine) führten Vivaldis "Vier Jahreszeiten" in einer Fassung mit Rock und Jazz auf. Von den Zuhörern gab es stehenden Beifall.
Ungewöhnliches Ambiente für ein Konzert: Die Ausstellungshalle von Holz und Antiquitäten Görner in Luhe. "The 5th Season" aus Polen mit Konzertmeister Janosz Nykiel (links mit Violine) führten Vivaldis "Vier Jahreszeiten" in einer Fassung mit Rock und Jazz auf. Von den Zuhörern gab es stehenden Beifall. mh
Ungewöhnliches Ambiente für ein Konzert: Die Ausstellungshalle von Holz und Antiquitäten Görner in Luhe. "The 5th Season" aus Polen mit Konzertmeister Janosz Nykiel (links mit Violine) führten Vivaldis "Vier Jahreszeiten" in einer Fassung mit Rock und Jazz auf. Von den Zuhörern gab es stehenden Beifall.
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.