12.07.2020 - 11:10 Uhr
Luhe-WildenauOberpfalz

Grünes Licht für riesigen Solarpark in Luhe-Wildenau

Der Marktgemeinderat Luhe-Wildenau hat ohne großes Prozedere und mit einhelliger Zustimmung grünes Licht für den rund 20 Hektar großen Solarpark Forsthof gegeben. Für einen weiteren Solarpark geht es in die nächste Runde.

Bis zum Waldrand (linker Bildteil, im Hintergrund Oberwildenau und weiter in Richtung Süden über den Feldweg, unter dem die gemeindliche Wasserleitung verläuft, entsteht die Freiflächenphotovolktaikanlage.
von Walter BeyerleinProfil

Die Fläche ist in der Bauleitplanung als „Sondergebiet Photovoltaik – Landwirtschaft – Naturschutz“ beschrieben ist. Ebenfalls problemlos geht das Bauleitverfahren für die Ausweisung des Solarparks Unterwildenau in die nächste Runde. Bürgermeister Sebastian Hartl zeigte sich in der Marktgemeinderatssitzung am Donnerstagabend in der Turnhalle der Grundschule erfreut, dass sich an der Vorinformation des Betreibers der Anlage und der Eigentümerfamilie des entsprechenden Areals 14 von 16 Gremiumsmitgliedern beteiligten hatten. Die zweistündige Informationsveranstaltung sei zeitlich in einen theoretischen Teil und einer Besichtigung des zur Errichtung beabsichtigten Geländes verbunden gewesen. Das Marktoberhaupt stellte auf der Leinwand das Projekt vor.

Ausdrücklich wies der Bürgermeister darauf hin, dass die mögliche Versorgung mit Strom aller Privathaushaltes des Marktes durch diese Anlage möglich wäre. Hartl vergaß nicht, auch die neuen ökologischen Flächen im künftigen Solarpark aufzulisten. Wichtig sei aber, dass der Grad der Versiegelung ausgesprochen gering ist und nur 0,1 Prozent der Gesamtfläche ausmacht. Geregelt worden sei bereits jetzt der Rückbau der Anlage. Unter Federführung des Marktes könne sich an der Errichtung auch eine Bürgergesellschaft beteiligen.

Günther Weiß (CWU) versicherte, dass sich die Fraktionen CSU-, JU und CWG in einer „erregten Diskussion“ ausgetauscht haben. Hier sei besonders positiv die mögliche Einbindung der Bürger, die minimale Versiegelung, der Erhalt alter Eichenbestände, die Möglichkeiten der Bewirtschaftung der Fläche und auch der gesicherte Rückbau gewürdigt worden. Julia Bayer (SPD) meinte, ihre Fraktion habe angesichts der Größe der Fläche „erstmal geschluckt“, doch das vorgestellte Umweltschutzkonzept mache die Entscheidung leicht. „Wir können nur noch dafür sein“.

Unter diesen Vorgaben stimmte der Marktgemeinderat einstimmig der notwendigen 9. Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Sondergebiet Photovoltaik – Landwirtschaft – Naturschutz“ zu. Nach Vorlage der Planunterlagen kann die vorgezogenen Behörden- und Bürgerbeteiligung starten.

Solarpark Unterwildenau

Einer weiteren Änderung des Flächennutzungsplanes bedarf die Ausweisung des Solarparks Unterwildenau, die bereits im Marktgemeinderat behandelt wurde. Deshalb handelt es sich hier um die 8. Änderung des Flächennutzungsplanes. Auch hier stimmte der Marktgemeinderat einstimmig zunächst der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zu.

Neue Mitarbeiterin

Der Bürgermeister stellte in Katja Ettl als neue Mitarbeiterin der Verwaltung des Marktes Luhe-Wildenau vor. Die neue Mitarbeiterin mit Wohnsitz in Luhe arbeite derzeit 17 Wochenstunden und werde nach der Einarbeitungs- und Urlaubszeit in der Bürgerhilfestelle Luhe tätig sein, die damit wieder geöffnet werden könne.

Platzbedarf bei Mittagsbetreuung

Der Platzbedarf bei der Mittagsbetreuung könne künftig ein Problem werden, berichtete Hartl. Aktuell seien für das neue Schuljahr 38 Kinder in der Schule angemeldet, sollten alle am gleichen Wochentag die Mittagsbetreuung nutzen wollen, gebe es ein Platzproblem. Mit Unterstützung eines Architekten solle eine Lösung der Platzfrage gefunden werden. Nicht aus dem Blickwinkel dürfe das Jahr 2025 kommen, weil dann ein gesetzlicher Platzanspruch für jedes Kind bestehe.

Ausschreibung für Straßensanierung

Für die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Oberwildenau-Kohlberg als Großprojekt der Marktgemeinde für die nächsten Jahre haben sich laut dem Bürgermeister 15 Firmen gemeldet, die an der Ausschreibung teilnehmen wollen. Deshalb sei für den 6. August eine Zusatzsitzung anberaumt worden, um dieses Thema zeitnah zu behandeln.

"Naturpark-Kindergarten"

Der Kindergarten St. Martin Luhe darf sich künftig „Naturpark-Kindergarten“ nennen, weil sich das pädagogische Konzept im Besonderen auf Besuche in der Natur ausrichtet.

Erfolgreiche Programmteilnahme

Hartl hat sich nach seinen Worten bei der Europäischen Kommission für den Markt Luhe-Wildenau für das Programm „Wifi4EU“ beworben, der als eine von fünf Kommunen in Bayern, 59 in Deutschland und 8.600 Bewerbungen in Europa den Zuschlag in Form eines Gutscheines von 15.000 Euro für den Ausbau des öffentlichen Wlan-Netzes erhalten hat. Die erfreuliche Mitteilung honorierte der Marktgemeinderat mit spontanem Beifall.

Straßenlaternen umgerüstet

In der letzten nicht öffentlichen Sitzung hat die Bayernwerk AG den Auftrag zur Umrüstung von 347 Straßenlaternen auf LED-Technologie erhalten. Damit sei die Straßenbeleuchtung zu 90 Prozent umgestellt, was wiederum für den Markt Luhe-Wildenau eine große Ersparnis bei den Stromkosten bedeute. Einstimmig erteilte der Marktgemeinderat das baurechtliche Einvernehmen zum Bauantrag für die Errichtung eines Einfamilienhauses mit Garage und Carport auf dem Grundstück Flurnummer 80/5 Gemarkung Oberwildenau.

Anfragen der Räte

Maximilian Hotek (FWG) sprach den Dauerbrenner „Fußweg an der Glaubenwieser Straße“ an. Dazu wies der Bürgermeister auf die Zuständigkeit des Landkreises hin, weil die Glaubenwieser Straße eine Kreisstraße sei. Dr. Karl-Heinz Preißer (SPD) berichtete als ehemaliger Kreisrat, dass der Ausbau der Straße vom Landkreis aus finanziellen Gründen nicht vor 2023/2024 erfolge.

Benedikt Lindner (CSU) sprach die Situation in den Wäldern wegen des Eichenprozessionsspinners an. Dazu erklärte Bürgermeister Hartl, dass sich diese Problematik in Richtung Gelpertsricht und den Bereich Einfahrt Grünlage „Gißübl“ ausgedehnt habe. Dem Markt sei es nicht möglich an allen Stellen Maßnahmen zum Schutz der Menschen zu treffen. Deshalb müsse an die Vernunft der Bevölkerung appelliert werden, Gefahrenstellen zu meiden.

Wie sieht es mit dem Ausbau der Planstraße aus? Diese Frage stellte Dr. Karl-Heinz Preißer (SPD) mit dem Hinweis, dass der Firma Arnold die Zusage zum Ausbau gegeben wurde. Es stelle sich die Frage, ob abwarten wegen der Befahrung der Straße durch Baufahrzeuge im Zuge der Bebauung günstiger sei, meinte der Bürgermeister. Er regte an, in einer Bauausschusssitzung das Thema zu behandeln. Preißer wies darauf hin, dass auch in anderen Baugebieten Straßen ausgebaut worden seien, ohne die vollständige Bebauung abzuwarten. Letztlich versicherte Bürgermeister Hartl mit der Firma Arnold zu sprechen.

Beidseits des Feldweges unter dem die öffentliche Wasserleitung verläuft, wird die Freiflächenphotovoltaikanlage errichtet. Im Hintergrund der Ortsteil Schwanhof.

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