06.12.2019 - 11:43 Uhr
Luhe-WildenauOberpfalz

Karl-Heinz Preißer tritt nicht mehr an

Jetzt ist es höchst offiziell, der Volksmund sagt dazu „da beißt die Maus keinen Faden ab“: Nach vier Wahlperioden und somit 24-jähriger Amtszeit kandidiert Karl-Heinz Preißer nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters in Luhe-Wildenau.

Die Türklinke zum Bürgermeisterzimmer nimmt Karl-Heinz Preißer mal symbolisch in die Hand.
von Walter BeyerleinProfil

Am Donnerstag gab der amtierende Bürgermeister gegenüber „Oberpfalzmedien“ seine Entscheidung bekannt, die er für sich bereits vor einigen Monaten getroffen hatte. „Ich trete nicht mehr an“, lautete die eindeutige Aussage. Gleichzeitig zeigte sich der amtierende Bürgermeister enttäuscht, dass offenbar kein zweiter Kandidat aufgestellt wird und somit die Bürger und Bürgerinnen keine Auswahl bei der Stimmabgabe haben. „Das hat es in Luhe-Wildenau noch nie gegeben“. Er habe auf einen weiteren Kandidaten gehofft, dem er auch bei einer Wahl den Einstieg erleichtern wollte, sagte Preißer. Unabhängig von seiner Entscheidung als Bürgermeister nicht mehr zu kandidieren, stehe er auf der Liste der SPD-Kreistagskandidaten.

Gerade die älteren Mitbürger haben laut Bürgermeister Preißer ihren Unmut geäußert, dass nur ein Kandidat zur Auswahl steht. „Da geh ich überhaupt nicht zur Wahl, wenn ich den einen Kandidaten nicht wählen will“, gibt Preißer die Meinung dieser Mitbürger wider. Er selbst sieht darin auch einen möglichen Nachteil für den größeren Ortsteil Luhe.

Ohne einen Namen zu nennen, räumt Preißer ein, mit möglichen Kandidaten gesprochen zu haben. Diese haben ihm aber eine Absage erteilt, erklärte Preißer. Sie hätten eine „andere Lebensplanung“, sie hätten kleine Kinder, waren Ausreden und Gründe derer, mit denen er gesprochen hatte, sagte Preißer. Die Enttäuschung ist beim Bürgermeister klar herauszuhören. Er räumt ein, dass viele Bürger, auch der SPD-Ortsverein, ebenso wie andere politische Gruppierungen, sogar Mitglieder der CSU an ihn herangetreten sind und ihn gebeten haben, zu kandidieren. Sollten noch weitere, bisher nicht bekannte Listen aufgestellt werden, könnten diese natürlich auch einen Bürgermeisterkandidaten bringen, urteilt Preißer.

Bürgermeister Preißer hebt im Gespräch auch sein Alter hervor. Er wird in der nächsten Woche 64 Jahre alt und hat nach seinen Worten deshalb auch eine andere Lebensplanung. Sich jetzt aufstellen zu lassen und vielleicht auch gewählt zu werden, dann das Amt nach zwei oder drei Jahren niederzulegen, lehnt Preißer ab.

Er habe bis zuletzt seine Entscheidung zurückgehalten und jedem versichert, zuerst gegenüber „Oberpfalzmedien“ seine Entscheidung bekannt zu geben. Daraus hätten Mitbürger seinen jetzigen Verzicht auf das Bürgermeisteramt vielleicht folgern können, meinte Preißer.

Nach knapp zweieinhalb Jahrzehnten Amtszeit mit Ablauf der Wahlperiode am 30. April 2020 hebt das Gemeindeoberhaupt vorab seine größten Erfolge für den Markt Luhe-Wildenau hervor und nennt das Gewerbegebiet „Obere Tratt“ eine echte Erfolgsgeschichte, freut sich über die Ausdehnung des Gewerbegebietes Oberwildenau, die Schaffung der meisten Arbeitsplätze des Marktes in Luhe am Forst sowie die Ausweisung der Baugebiete „Eschlingweiher“. Gerade im Gewerbegebiet „Obere Tratt“ mache es zunehmend Schwierigkeiten die für eine weitere Erweiterung notwendigen Grundstücke erwerben zu können.

In diesen Erfolgen sieht der Bürgermeister auch einen Maßstab für einen Nachfolger, der aber auch auf dem jetzigen Bestand an Betrieben und Arbeitsplätzen bauen kann. Sein Nachfolger kann sich, selbst wenn er nur der einzige Kandidat ist, natürlich über den „Sieg“ freuen, weil das Bürgermeisteramt ab 1. Mai 2020, dazu noch hauptamtlich ausgeübt wird, sagte Preißer zum Abschluss des Gespräches.

Bürgermeister Karl-Heinz Preißer belässt es bei vier Wahlperioden und kandidiert bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr.
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