26.10.2020 - 08:00 Uhr
Luhe-WildenauOberpfalz

Reparieren nachhaltiger als wegwerfen

Das kleine Start-up-Unternehmen "I-Fix-Holl" macht kaputte Smartphones wieder fit. Ein zerbrochenes Display muss für das Handy kein Todesurteil sein, und die Lebenszeit des Akkus lässt sich mit einfachen Mitteln verlängern.

Akkus sind bei Handys eine häufige Schwachstelle.
von Reiner Wittmann Kontakt Profil

Das Handy fällt aus der Tasche, mitten auf den Schotterweg – und schon ist das Display zerstört. Kaputte Bildschirme sind bei Handy-Reparaturen der Klassiker. Doch der Unfall mit dem digitalen Begleiter muss nicht dessen Ende bedeuten. "Oft lässt sich das Smartphone relativ kostengünstig wieder reparieren", sagt Dominik Holl, der vor einigen Jahren in Luhe-Wildenau (Kreis Neustadt/WN) die Firma "I-Fix-Holl" gründete, die mittlerweile auch eine Filiale in Schwandorf hat.

"Wer sein kaputtes Handy bei uns abgibt, kriegt es oft sogar noch am gleichen Tag zurück", sagt der Jung-Unternehmer. Holl besetzt mit seinen Mitarbeitern eine Nische, die am Wachsen ist. Im Internet gibt es zwar viele Videos, die zu zeigen versuchen, wie ein defektes Handy wieder flott gemacht werden kann, doch: Funktioniert das auch? Habe ich das passende Werkzeug dafür? Wo treibe ich die entsprechenden Ersatzteile auf? Habe ich Zeit und Muße und das handwerkliche Know-How, das wirklich selbst zu versuchen? Die meisten Menschen dürften solchen Fragen verneinen. Bei Holl und seinen Freunden war es genau anders herum: "Nachdem wir unsere eigenen Geräte wieder fit gemacht haben, kam uns die Idee: Warum sollen wir das nicht auch für andere Leute erledigen?"

Seit dem Gründungsjahr 2015 haben die Jungs viel Erfahrung sammeln können. Das hat sich herumgesprochen. Holl kann sich daher nach eigenen Angaben über viel Zuspruch freuen: "Wir setzen praktisch alle gängigen Marken wieder instand. Nicht nur Smartphones, sondern auch Tablets, PCs und Laptops. Dabei arbeiten wir mit Originalteilen und nicht mit den Produkten von Drittherstellern", erklärt der Oberpfälzer.

"Unsere Kunden bringen ihr Gerät meist selbst vorbei, der Versandweg ist eher die Ausnahme. So können wir vorab schnell einen unverbindlichen Kostenvoranschlag erstellen und dem Kunden sagen, mit welchen Kosten er rechnen muss."

Die Frage, ob sich die Reparatur wirtschaftlich lohnt, ist so meist schnell geklärt. Doch gerade auch der Nachhaltigkeitsaspekt darf nicht vergessen werden: Wer sein Gerät reparieren lässt, statt ein neues zu kaufen, spart Ressourcen und Energieaufwand, ein Argument, das zusehends in den Vordergrund rückt.

Wer nachhaltig denken will, sollte das schon beim Kauf seines Gerätes tun, rät der Smartphone-Experte. "Viele unserer Kunden haben ein Gerät mit einem fest integriertem Akku gekauft, der sich vom Benutzer nicht einfach so auswechseln lässt. Da kommen wir dann ins Spiel, wenn der Akku kaputt geht." Um dadurch entstehende Kosten zu vermeiden und im Sinne der Nachhaltigkeit die Lebensdauer des Akkus zu verlängern, gibt Holl einige Tipps.

Richtiges Laden: „Eine Stunde an diesem Ladegerät, eine halbe Stunde im Auto geladen. Solches Ladeverhalten sorgt dafür, dass der Lithium-Ionen-Akku deutlich schneller verschleißt und sollte daher vermieden werden.“

Stromsparmodus wählen: "Die beste Leistung aus dem Akku holen gute Energiespar-Apps heraus. Außerdem bieten moderne Geräte immer einen Energiesparmodus. Der findet sich in den Einstellungen. Empfehlenswert ist es auch in den Einstellungen nachzusehen, welche Apps besonders viel Strom benötigen. Manche sind echte Energiefresser. Die sollte man deinstallieren, wenn man sie nicht unbedingt benötigt", schlägt Holl vor.

Auf die Helligkeit achten: "Die Hintergrundbeleuchtung benötigt viel Energie und belastet den Akku ebenfalls. Die Auto-Helligkeitsfunktion ist eine gute Lösung für dieses Problem. Durch sie passt sich die Helligkeit des Displays der Umgebung an. Auch die automatische Sperre hilft beim Strom sparen.

Hintergrund-Apps: "Es ist ein Mythos zu glauben, dass Apps im Hintergrund viel Strom verbrauchen. Wird eine App nicht benutzt, gibt das Gerät dafür keine oder nur wenig Leistung ab", sagt der Handy-Fachmann. "Ein Neustart dieser Apps, kann durchaus mehr Strom verbrauchen, da der Arbeitsspeicher diese neu laden muss."

Wohlfühl-Temperatur: "Man sollte sein Smartphone im Winter immer am Körper tragen und im Sommer nie in der Sonne liegen lassen. Am besten hält der Akku bei Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad."

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