04.05.2020 - 13:00 Uhr
Luhe-WildenauOberpfalz

Sana-Trennwandbau nutzt Coronakrise für neues Geschäftsfeld

Wie sich in der Coronakrise die kreative Idee eines Unternehmens zunächst zu einer Spendenaktion und dann zu einem Verkaufserfolg entwickelt, zeigt das Beispiel der Sana-Trennwandbau GmbH in Luhe.

Begeistert von der neuen Trennwand ist Apothekerin Carmen Bock von der Paracelsus-Apotheke in Weiden. Die beiden Geschäftsführer der Sana-Trennwand GmbH, Josef Kiener (links) und Markus Kiener, stellen den Spuckschutz als Spende zur Verfügung.
von Siegfried BühnerProfil

Beim Einkaufen beim Metzger war die Idee geboren, den Anstoß dazu gab die provisorische Schutzscheibe an der Kasse. „Diese Schutzscheiben können wir doch auch selbst herstellen, aber viel schöner“, war der Gedanke von Johannes Blaschke, Mitarbeiter von Sana-Trennwandbau GmbH aus Luhe.

Zurück im Betrieb, stieß Blaschkes Vorschlag bei der Geschäftsleitung sofort auf offene Ohren. Es wurde der erste Prototyp angefertigt, Acrylglas bestellt und eine Kleinserie von 50 Stück produziert. HPL-Kunststoffplatten in verschiedenen Farben für die Rahmung sind im Lager bereits vorhanden. Zwei verschiedene Maße von einem und einem halben Meter Höhe wurden festgelegt.

„Überall ist derzeit viel Solidarität zu spüren, da wollen auch wir als Unternehmen einen Beitrag leisten“ sagt Geschäftsführer Markus Kiener. Schnell waren Bäcker, Metzger, Apotheken und andere kleine Geschäfte aus dem Raum Weiden gefunden, die mit einer kostenlosen Hygiene-Schutzscheibe überrascht werden sollten.

Mit den Scheiben lief das Unternehmen offene Türen ein. Was mit einer Spendenaktion begann, hat sich schnell herumgesprochen, sodass Sana aufgrund der hohen Nachfrage die Scheiben nun zwischenzeitlich in das reguläre Produktsortiment aufgenommen hat. Kiener lobt in diesem Zusammenhang die Mitarbeiter: „Wir merken gerade in diesen Zeiten, dass unser Betrieb nur so gut funktioniert, weil sich jeder eben nicht nur so weit einbringt, wie es sein Arbeitsvertrag verlangt, sondern wie es die Situation erfordert.“

Sana Trennwandbau:

Die Produktion begann 2003 in Weiden im Industriegebiet Brandweiher. Joseph Kiener hatte das Unternehmen mit elf Mitarbeitern gegründet. Zwei Jahre später erfolgte der Umzug in das neue Industriegebiet "Obere Tratt" in Luhe-Wildenau. Seit 2020 ist mit Kiener offiziell die nächste Generation in die Geschäftsführung berufen. Mehrere bauliche Erweiterungen und ein kontinuierlicher Personalaufbau auf heute 107 Beschäftigte schlossen sich an. Das Unternehmen produziert und montiert verschiedenste sanitäre Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände für Bäder, Sportstätten, Kindergärten, Schulen, Produktionsgebäude und Büros im gesamten deutschsprachigen Raum. Schwerpunkte sind sanitäre Trennwände, Garderobenschränke, Wertfachschränke, Umkleidekabinen und Raumtrennwände. Verarbeitet werden überwiegend Holzwerkstoffe, HPL-Platten und Glas. Rund 50 Monteure sind im Einsatz. Auch die Thermenwelt in Weiden wurde von Sana ausgestattet.

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