25.06.2018 - 15:31 Uhr
MähringOberpfalz

"Noch häufig hinten dran"

Wirtschafts- und Energieminister Franz Josef Pschierer verschafft sich am Samstag einen Eindruck von der Situation im Landkreis. Seine Tour führt ihn durch Wiesau, Liebenstein und Laub bei Mähring.

Wirtschafts- und Energieminister Franz Josef Pschierer (links) verschafft sich am Samstag einen Eindruck über die Region. Dabei schaut er sich auch den Hof von Marco Eckert (Mitte) in Laub bei Mähring an.
von Lucia SeebauerProfil

„Die Oberpfalz ist eine Region mit Zukunft. Dafür sorgen auch die mittelständischen Unternehmen bei uns im Landkreis“, betonte CSU-Kreisvorsitzender Tobias Reiß (MdL) am Samstag. Davon konnte sich der bayerische Wirtschafts- und Energieminister Franz Josef Pschierer bei seinem Besuch selbst überzeugen.

Der erste Programmpunkt führte ihn in das Berufsschulzentrum in Wiesau. Dort warteten die Vertreter von Unternehmen aus der Region, um den Minister ihre Anliegen zu unterbreiten. „Wir sprachen viel über Weiter- und Ausbildungsprogramme. Berufliche Bildung muss wieder attraktiv und mit Lebensperspektive versehen werden“, erklärte MdB Albert Rupprecht.

Nächste Station war die Liebensteiner Kartonagenfabrik. Die Geschäftsführer Bernhard Schön und Sebastian Forster zeigten dem Minister den Betrieb und informierten ihn über den neusten Stand. Das Unternehmen hat derzeit rund 390 Mitarbeiter, der Standort hat eine Fläche von 116 000 Quadratmeter. „Wir produzieren alles, von der Zigarettenschachtel bis zu Jumboauflagen“, so Schön.

Die Geräte in der Produktionshalle seien alle automatisiert und miteinander vernetzt. „Jeder redet von Industrie 4.0. Wir sind bereits bei etwa 3.2“, meinte Forster. Wir können auf der ganzen Welt und zu jeder Zeit auf unserem Laptop die aktuellen Zahlen und den Stand der Maschinen erfassen.“ Auch die Vernetzung zu den Kunden werde immer mehr.

„In der Papierbranche gibt es einen totalen Strukturwandel“, bestätigte Pschierer. Gerade im Online-Handel spiele Wellpappe eine immer größere Rolle. Allerdings sei Deutschland im Bereich der datenbasierten Wirtschaft noch weit hinterher. Eine Hilfe biete das Technologieförderprogramm des bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie. Hier gebe es beispielsweise Unterstützung in den Bereichen IT-Sicherheit und Datentransfer oder auch Kooperationsmöglichkeiten mit internationalen Firmen.

Bernhard Schön sprach zudem die kommende Mauterhöhung an: „Wir sind sehr weit vorn, was Logistik betrifft. Umso weiter wir fahren, desto unlukrativer wird es für uns. Das wird uns etwa eine halbe Million Euro im Jahr kosten.“ Etwa 50 bis 60 Lkws fahren täglich im Betrieb rein und raus. Pschierer war dieses Problem nicht unbekannt. Er versprach, das Anliegen weiterzutragen

Zum Schluss ging es auf den Bauernhof der Familie Eckert in Laub. „Landwirtschaft ist auch Wirtschaft. An dieser Stelle wollen wir über das Thema Energie sprechen“, meinte Tobias Reiß nach einer Führung um den Hof. Ebenfalls anwesend waren Vertreter vom Bauernverband, Landwirte aus der Region und weitere CSU-Mitglieder. Einige der Anwesenden befürchteten, dass sich ihre Biogasanlagen nach dem Auslaufen der 20-jährigen Förderungen nicht mehr rentieren könnte. Pschierer setzt jedoch auf die Technologie: „Ich brauche sie als Energieminister. Die Anlagen sind systemdienlich und liefern immanent Strom.“ Er machte klar, dass es ihm ein Anliegen ist, dass Energie versorgungssicher und bezahlbar bleiben sollte.

Das sei bei Wind- und Solarkraft bis lang noch nicht möglich. Allerdings gebe es in diesen Bereichen bereits Abschreibungsmodelle, die sich in ähnlicher Form auch auf die Biogasanlagen anwenden ließen. Darüber müsse aber noch diskutiert werden. Deswegen brauche es auch die HGÜ-Trasse. „Ich will aber auch, dass die Landwirte damit leben können“, betonte der Minister. Allerdings sei es notwendig das Stromnetz auszubauen, um erneuerbare Energien nutzen zu können.

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