29.07.2018 - 12:42 Uhr
MähringOberpfalz

St.-Anna-Wallfahrt: Am Ort der Großeltern

Zum mittlerweile 29. Mal geht die St.-Anna-Wallfahrt nach Plan über die Bühne. Hauptzelebrant Ralf Bertels erinnert besonders an die Vorfahren der Heimatvertriebenen.

Am Altar der Wallfahrtskirche stehen Stadtpfarrer Georg Flierl aus Tirschenreuth und Jaroslav Šašek aus Plan, Hauptzelebrant und Prediger Ralf Bertels aus Dresden, Pfarrer Armin Maierhofer aus Mähring und Prälat Helmut Wanka aus Limburg.
von Autor KODProfil

(kod) Zahlreich beteiligten sich die Gläubigen an der 29. St.-Anna-Wallfahrt nach Plan. Fußpilger aus Mähring und aus der Stadt Plan sowie viele mit dem Auto angereiste Pilger versammelten sich bei der heiligen Mutter Anna, um für Frieden und Versöhnung zwischen den ehemals getrennten Ländern zu beten. Der aus Dresden angereiste Pfarrer Ralf Bertels zelebrierte zusammen mit Prälat Helmut Wanka, Pfarrer Armin Maierhofer und den beiden Stadtpfarrern aus Tirschenreuth und Plan, Georg Flierl und Jarosalav Sasek den Festgottesdienst.

Während des morgendlichen Fußmarschs von Mähring nach Plan mit rund 40 Teilnehmern bat Pilgerführer Max Schön um das Gebet für die Verständigung der Völker von Deutschland und Tschechien, innerhalb Europas und der ganzen Welt. Für das Frühstückspause an der Kapelle in Promenhof war alles von den Ortsbewohnern liebevoll vorbereitet worden. Danach ging das Gebet um die Bewahrung der Schöpfung. Zwischenzeitlich machte sich eine Pilgergruppe vom Marktplatz in Plan mit musikalischer Begleitung durch tschechische Blasmusiker auf dem Weg zum Annaberg. Im Festgottesdienst mit dem Hauptzelebranten Ralf Bertels stimmten die Gottesdienstbesucher im Gesang mit ein, begleitet von Wilhelm Heidtmann an der Orgel. In der Predigt zeigt der Geistliche den Ursprung allen Glaubens auf: So wie Abraham als Stammvater aller Völker und Vater des Glaubens gelte, hätten die Heiligen Joachim und Anna den Ursprung für das Wirken Jesu gelegt, der aus dem Schoß ihrer Tochter Maria geboren wurde. Das Gnadenbild im Hochaltar der St.-Anna-Kirche - eine Darstellung von Anna Selbdritt - zeigt die liebevolle Verbindung von Jesus Großmutter Anna zu seiner Mutter Maria. Pfarrer Bertels schloss in seiner kurzen und prägnanten Predigt mit den Worten: "Jeder Mensch, auch jeder Heimatvertriebene, hat seinen Ursprung in den Großeltern und führt uns zusammen, wo unsere Vorfahren waren." Bürgermeisterin Martina Nemeckova, Plan, lobte das Engagement der Deutschen für St. Anna, insbesondere des Fördervereins St. Anna, und lud zum anschließenden Fest in der schattigen Parkanlage ein. Dort gab es neben Essen auch musikalische Darbietungen und Geschenkartikel. Mit dem St.-Anna-Ehrenteller bedankte sich Vorsitzender Herbert Konrad bei Pfarrer Ralf Bertels, bei Pfarrer Armin Maierhofer für dessen Unterstützung und bei Jaroslav Machovec. Er sorgt als Bewohner des nebenan stehenden ehemaligen Mesnerhauses für Sauberkeit innerhalb und außerhalb der Kirche und ist gleichzeitig ein guter Hüter der Wallfahrtsstätte.

Ein Team der Universität Mainz mit Professor Michael Simon an der Spitze begleitete den ganzen Wallfahrtstag und setzte damit die Dokumentation dieser grenzüberschreitenden Wallfahrt zu dem bereits bestehenden Dokumentarfilm fort. Dazu wurden wiederum Aufnahmen gedreht und langjährige Wallfahrtsteilnehmer zu ihren Erfahrungen mit dieser Wallfahrt über die Grenze hinweg befragt.

Mit dem abendlichen Konzert der Adelsstamm-Residenzen fand der Wallfahrtstag einen besonders feierlichen Abschluss. Die beiden Tenorsolisten Jiri Skorpík und David Ulicnik boten in Begleitung am Piano oder Flöte und Gitarre stimmgewaltige Musikstücke mit humoristischen Einlagen.


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