04.10.2018 - 09:00 Uhr
MantelOberpfalz

AfD-Kandidat Magerl mit "arischem" T-Shirt

Verbindungen "nach Rechtsaußen" attestiert der Bayerische Rundfunk dem Oberpfälzer AfD-Spitzenkandidaten Roland Magerl. Bei einer Kundgebung trug der Manteler das T-Shirt einer rechtsextremen Marke.

Roland Magerl verortet sich selbst "in der Mitte" der AfD. Der Bayerische Rundfunk sieht's anders.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

7. Juli, Neutraubling: ein großer Tag für die Rechtspopulisten im Freistaat. Auf dem Marktplatz spricht Jörg Meuthen zu rund 200 AfD-Anhängern. Der Protest von ungefähr ebenso vielen Gegendemonstranten ist friedlich, aber lautstark. Der Bundessprecher quittiert "Nazi raus"-Rufe gelassen mit der Bemerkung, keiner seiner Anhänger würde dem widersprechen. Unter den Zuhörern: der Manteler Roland Magerl, Oberpfälzer AfD-Spitzenkandidat für den Landtag.

Anders als bei eigenen Wahlkampfveranstaltungen trägt der 45-Jährige kein Hemd, kein Sakko, sondern ein schwarzes T-Shirt mit weißem Aufdruck. Für den Bayerischen Rundfunk ist es jetzt Anlass, Magerl - ebenso wie Kandidat Benjamin Nolte aus Regensburg - in einem Radio- und einem Internet-Beitrag Verbindungen "nach Rechtsaußen" zu unterstellen.

Nolte, der unter anderem bei AfD-Kundgebungen in Neustadt im August und erst am Mittwochabend in Mantel sprach, hatte laut BR im Jahr 2011 bei einem Neonazi-Aufmarsch in Dresden mitgemischt und auch bei anderen Gelegenheiten "keine Berührungsprobleme mit Rechtsextremisten" gezeigt. Und Magerl? Er wurde in Neutraubling mit einem T-Shirt der Marke "Ansgar Aryan" fotografiert - "Neonazi-Kleidung". Der BR erklärt: ",Aryan' ist das englische Wort für ,arisch'. Ein klares Bekenntnis, findet Rechtsextremismus-Experte Jan Nowak." Der Rückenaufdruck stellt einen Adler dar, darüber prangt der Schriftzug "Patriotic Ink".

Auf NT-Anfrage erklärt Magerl, im Internet bewusst ein Shirt mit "Patriot"-Aufdruck bestellt zu haben. Er habe Gegendemonstranten mit ihren "Fuck Nazis"-Shirts etwas entgegensetzen wollen. Was er zu diesem Zeitpunkt angeblich nicht wusste: Geschäftsführer der rechtsextremen Modefirma "Ansgar Aryan" ist NPD-Mann Patrick Schröder - und der wohnt wie Magerl in Mantel.

Schröder war am Montagabend in der ARD-Doku "Rechtsrockland" zu sehen - als Verkäufer von Devotionalien am Rande eines Festivals. Sein T-Shirt trug die Aufschrift "HKN-KRZ". Auch beim Neonazi-Aufmarsch in Chemnitz wurde Schröder gesichtet. Ebenso wie Magerls Schwiegervater Johann Reichl (wir berichteten). Gegenüber dem NT distanzierte sich Magerl von Reichls Aktionen ("nicht steuerbar"), gegenüber dem BR und dem NT von Schröder. Als Betriebsratsvorsitzender sei er mitverantwortlich gewesen, dass Schröder das Unternehmen nach einer Flugblattaktion vor Schulen verlassen musste, erzählt der 45-Jährige. Bei zwei AfD-Veranstaltungen habe er, Magerl, danach darauf hingewirkt, dass der NPDler des Saales verwiesen wurde.

Er verorte sich eher "in der Mitte" der AfD, sagt der Kandidat. Allerdings hatte er bekanntlich keine Probleme damit, dass AfD-Rechtsaußen Björn Höcke Star-Gast einer Kundgebung im Landkreis Neustadt/WN sein sollte. Nach einem Rückzieher der Wurzer Hallenbetreiber kam der Auftritt nicht zustande. Im Gegensatz zu einer Kundgebung am Mittwochabend in der Manteler Mehrzweckhalle. Die Veranstaltung sei "analog Neustadt" nicht zu verhindern gewesen, betont Bürgermeister und CSU-Landtagskandidat Stephan Oetzinger.

Neben Bundesvorstandsmitglied Guido Reil sollte auch der Brandenburger AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz sprechen, der als "stramm rechts" gilt. Den habe Nolte eingeladen, sagt Magerl. Aber eigentlich sei's egal: "Ich bin froh über jeden Spitzenpolitiker, der zu uns in den Stimmkreis kommt."

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Kommentare

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Heinz Narr

Nach der Forschungsgruppe Weltanschauungen (fowid) gibt es Deutschland zum 31.12.2016 folgende Weltanschauungen und Religionen: 36,2 % Konfessionsfreie bzw. keine Religionszugehörigkeit, 28,5 % römisch-katholische Kirche, 26,5 % evangelische Kirche, 4,9 % konfessionslose Muslime und 3,9 % sonstige Religionszugehörigkeit. An diesen Zahlen erkennt man, dass in Deutschland keineswegs eine Islamisierung Deutschlands stattfindet, weil nämlich 95,1 % der Deutschen gar keine Muslime sind. Beenden sie ihre AfD Märchenstunden und kommen Sie auf den Boden der Realität in Deutschland zurück.

05.10.2018
Joachim Datko

Die AfD sollte weiterhin sachlich und ruhig ihre politischen Positionen darlegen und gegen die vielfältigen Anfeindungen, wie sie auch hier im Artikel aufgezeigt werden, Sympathiewerbung einsetzen.

Siehe z. B. https://www.youtube.com/watch?v=A5ONj1lR1pM

Unabhängig davon sollte sie ihre politischen Position wie z. B. gegen die Masseneinwanderung und die Islamisierung halten. In Köln konnten wir unlängst sehen, wie wichtig ihr Widerstand gegen den Bau von DITIB-Moscheen ist.

Zitat: "Allerdings hatte er bekanntlich keine Probleme damit, dass AfD-Rechtsaußen Björn Höcke Star-Gast einer Kundgebung im Landkreis Neustadt/WN sein sollte."

Herr Höcke ist Gymnasiallehrer für Geschichte. Seine Analyse des Zeitgeistes ist weitestgehend richtig.

Ich bin gerne bereit, eine Lanze für die AfD zu brechen.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker

04.10.2018