16.04.2019 - 10:38 Uhr
MantelOberpfalz

Jäger erfüllen Rehwildabschuss

Einmal im Jahr legen die Pächter der Jagdreviere in der öffentlichen Hegeschau Rechenschaft über ihre ehrenamtliche Arbeit ab. In Mantel berichten sie von erfolgreicher Jagd. Lob ernten die Waidleute gleich von mehreren Seiten.

In der Hegeschau in Mantel werden die Hirschgeweihe und Rehgehörne genau begutachtet.
von Reinhard KreuzerProfil

Mit den Jagdsignalen „Sammeln“ und „Begrüßung“ eröffneten die Jagdhornbläser der Bläsergruppen Weiden-Neustadt sowie Windischeschenbach unter Leitung von Sabine Schremmer und Mirko Bertl in der Manteler Mehrzweckhalle die Hegeschau der fünf Hegegemeinschaften, die im Bereich des Jagdschutz- und Jägerverbandes Weiden-Neustadt, Kreisgruppe des Landesjagdverbandes (BJV), liegen.

Die Jäger präsentierten auf fünf Tischen Geweihe und Gehörne der im vergangenen Jagdjahr erlegten Tiere. Dieses Ritual als gesetzliche Pflicht gebe es fast nur noch in Bayern, hieß es. Jeder Besucher war willkommen.

Der kommissarische Vorsitzende der Kreisgruppe, Wolfgang Hohlmeier, bat die Leiter der Hegegemeinschaften um ihre Berichte aus den Jagdrevieren. Markus Fichtner (Weiden-Süd/Luhe-Wildenau) erwähnte, dass die Hegegemeinschaft aus 18 Gemeinschaftsjagdrevieren, 4 Eigenjagden und einem Staatsjagdrevier mit einer Fläche von insgesamt 6422 Hektar bestehe. Die Rehwildstrecke lag bei 327 Stück, davon fielen 66 Rehe dem Straßenverkehr zum Opfer. Im Jagdjahr seien 114 Stück Schwarzwild erlegt worden. Weiter standen Hasen, Füchse, Enten und Dachse, Graureiher, Elstern und Eichelhäher auf der Streckenliste.

Michael Singer (Neustadt) berichtete über den Hegering aus 20 Revieren, davon 3 Eigenjagden, mit 9839 Hektar und 40 Prozent Waldanteil, dass der Sollabschuss mit 372 Stück nicht ganz erreicht worden sei. Jedoch kommen hier noch 110 Stück Fallwild, meist Opfer des Straßenverkehrs, hinzu. Zudem 169 Wildschweine (5 Stück Fallwild). Außerdem kamen zur Strecke: 148 Füchse, 139 Stockenten und 49 Hasen, ferner Steinmarder, Blässhühner, Graureiher, Elstern, Rabenkrähen und 5 Kanadagänse.

Für die Hegegemeinschaft Floß legte Hans Dittrich den Bericht aus 12 Gemeinschaftsjagdrevieren mit 7500 Hektar und dem Forstamt Flossenbürg mit 5300 Hektar vor. 516 Stück Rehwild und 134 Stück Schwarzwild wurden erlegt. Bei Letzterem verwies Dittrich auf einen Rückgang der Rekordstrecke aus dem vorvergangenen Jahr um nahezu die Hälfte. "Das Schwarzwild hat sich vermutlich an die veränderten Jagdstrategien angepasst", sagte der Jäger, der den gesunkenen Erfolg auch auf die Vollmast der Laubbäume zurückführte. Zur Strecke brachten die Waidleute auch Sikawild, zudem Hasen, Füchse, Dachse, Steinmarder, aber auch 92 Rabenvögel.

Aus dem Gebiet Parkstein, das mit 10 Gemeinschaftsjagdrevieren, 2 Eigenrevieren, 1 Verwaltungsjagd mit dem Forstbetrieb Schnaittenbach und 1 Bundesverwaltungsjagd in Brandweiher bestehe, berichtete Hans Lehner. „Zwei Staatsjagdreviere sind verpachtet, insgesamt beträgt die Fläche 11 000 Hektar. Erfüllt ist die Abschussplanung von 443 Rehwild mit 62 Fallwild“, sagte Lehner. 210 Stück Schwarzwild seien erlegt worden. Zudem Hasen, Füchse, Marder und Dachse sowie Enten, Eichelhäher und Kormorane.

Für die Hegegemeinschaft Kohlberg mit einer Fläche von 13 000 Hektar, davon die Hälfte Waldanteil, sprach Dietmar Paulus. Er gab 344 Rehe, 119 Wildschweine und 48 Rothirsche als erlegt an. Dazu 209 Füchse, 135 Stockenten, Graureiher, Komorane und Elstern.

Als Hausherr der Mehrzweckhalle erwähnte der neue Bürgermeister, Richard Kammerer, das weitgefächerte Aufgabengebiet der Jagd, aus dem er eine Aufgabe heraushob: "Die Jäger sind die Feuerwehr des Waldes." Sie seien Tag und Nacht bereit, nach Wildunfällen getötete Tiere zu bergen und verletztes Wild nachzusuchen, um es zu erlösen – und das alles ehrenamtlich.

Auch Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger lobte die Waidleute für ihren "unheimlich wichtigen Beitrag zu Landschaftspflege und Naturschutz, zu Heimat- und Brauchtumspflege". Der Parlamentarier versicherte den Jägern, dass sie in ihm einen "Fürsprecher der Jagd im Bayerischen Landtag" hätten.

Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Josef Fütterer, beklagte, dass sein Berufsstand als "Umweltvergifter" am Pranger stehe, und suchte in den Jägern Verbündete: "Wir brauchen mehr Bauernversteher." Fütterer zählte einige aktuelle Probleme auf, darunter die Schäden durch Schwarzwild. Hier nahm er die "Grünröcke" jedoch in Schutz: Sie täten durch fleißige Jagd ihr Möglichstes, um die Schäden einzudämmen. Fütterer stellte als neuen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im BBV Josef Stangl vor.

Abschluss fand die Hegeschau mit dem Verblasen der Strecken mit Totsignalen. "Nach wie vor steht die Schwarzwildstrecke auf hohem Niveau, auch wenn die Zahlen vom Vorjahr nicht übertroffen wurden. Die Zahlen bei den klassischen Niederwildarten sind dafür immer weiter rückläufig. Alle Hegegemeinschaften konnten den festgelegten Rehwildabschuss erfüllen", sagte kommissarischer Vorsitzender Wolfgang Hohlmeier.

In der Hegeschau in Mantel werden die Hirschgeweihe und Rehgehörne genau begutachtet.
Die Jagdhornbläser der beiden Bläsergruppen Weiden-Neustadt sowie Windischeschenbach gestalten die Hegeschau mit Jagdsignalen.
In der Hegeschau in Mantel werden die Hirschgeweihe und Rehgehörne genau begutachtet.
Die Jagdhornbläser der beiden Bläsergruppen Weiden-Neustadt sowie Windischeschenbach gestalten die Hegeschau mit Jagdsignalen.

Weitere Bilder von der Hegeschau

Bericht über die Jahreshauptversammlung des Jagdschutz- und Jägerverbandes Weiden-Neustadt

Mantel

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.