Eigentlich war im Sommer eine Serenade im Kirchhof geplant, doch aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft und weiteren Veranstaltungen ist es den Verantwortlichen nicht gelungen, einen passenden Termin zu finden. Deshalb entschied sich das Ensemble zu einem Gottesdienst mit Liedern aus sämtlichen Phasen seines Bestehens.
Gottfried Sparrer, Herrmann Sparrer, Ernst Grill, Hans Stengel, Richard Sperber, Herbert Grünbauer, Fritz Meier, Georg Prölß und Hans Janner haben den Posaunenchor 1948 gegründet. In den 70 Jahren schwangen Richard Sperber, Pfarrer Leonhard, Georg Prölß, Willi Stengel, Uta-Maria Stamm, Fritz Landgraf und Erika Piehler den Dirigentenstab. Aktuell leitet Veronika Weber die Chorgemeinschaft.
Das Ensemble besteht aus 17 Bläserinnen und Bläsern. 2 Nachwuchsbläser sind in Ausbildung. Beim Festgottesdienst intonierten die Musiker zu Beginn ein Instrumentalstück von Giovanni Gastoldi. Es erklangen unter anderem auch: "Du meine Seele singe" und "Air" von G.PH. Telemann. Nach dem Auszug, begleitet vom Orgelspiel von Hans-Joachim Grajer erfreute das Ensemble die Besucher im Kirchhof noch mit "Über den Wolken". Wie Pfarrer Andreas Ruhs in seiner Predigt ausführte, wurden die Posaunenchöre 2016 von der Deutschen UNESCO-Kommission in das nationale Verzeichnis aufgenommen. Sie gehören zum immateriellen Kulturgut.
Das Spielen in einem evangelischen Posaunenchor ist aber weit mehr als nur eine lebendige kulturelle Tradition, auch wenn diese schon lange zurückreicht. Eine der Wurzeln liegt in der Brüdergemeine von Herrenhut, die sich unter Leitung von Graf Nikolaus von Zinzendorf in den 1720er Jahren in der sächsischen Lausitz gebildet hatte. Es begann mit Flüchtlingen. Mitglieder der alten böhmischen und mährischen Brüderkirche - sie waren der pazifistische Zweig der Hussiten - flohen um ihres evangelischen Glaubens willen. Eine neue Heimat fanden sie in Sachsen bei Zinzendorf. Die Flüchtlinge brachten ihre Instrumente und ihr Können mit. 1731 wird oft vom Spielen eines Posaunenchores berichtet, auf einer Beerdigung oder bei der Begrüßung weiterer Glaubensflüchtlinge. Durch die Musik werden Menschen von Gott angerührt.
"Genau dazu seid ihr, unser Posaunenchor, seit 1948 aktiv und im Dienst", sagte der Pfarrer " Euer Spiel erklingt nicht nur innerhalb der Kirchen- und Kirchhofmauer, sondern auch draußen in der Welt, in unserem Ort." Spenden, die an den Posaunenchor gingen, werden für den Kauf neuer Instrumente verwendet.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.