31.08.2020 - 12:34 Uhr
MantelOberpfalz

Klimawald von morgen

Die Jahre 2018 und 2019 waren für den Wald sehr anstrengend. Die lange Trockenheit und der Klimawandel machen auf notwendige Änderungen in der Waldbewirtschaftung aufmerksam.

Am nachwachsenden Laubbaumbestand erklären Förster Philipp Bahnmüller (rechts) und Erwin Fischer (Mitte) dem Landtagsabgeordneten Stephan Oetzinger (links), wie durch Sturmschäden entstandene Lücken im Wald wieder wirksam geschlossen werden können.
von Johann KneißlProfil

„Die Trockenheit der vergangenen beiden Sommer hat vor keiner Baumart haltgemacht“, berichtete Philipp Bahnmüller, Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach bei einer Waldbegehung. War bislang vor allem die Fichte anfällig gegenüber langanhaltenden Trockenperioden, so wiesen nun auch Buche und Kiefer Dürreschäden auf.

„Grund zur Panik ist dies aber nicht“, machte er deutlich. Der Wald als Ganzes sei nicht in Gefahr, da die nächste Waldgeneration in vielen Bereichen schon bereitstehe. „Im Forstbetrieb Schnaittenbach setzen wir vermehrt bei der Verjüngung auf einen Baumartenmix“, erklärte der Forstbetriebsleiter. So sollen neben Kiefer und Fichte auch Tanne, Douglasie, Buche, Birke und Eiche den zukünftigen Klimawald bilden.

„Wir pflanzen bzw. säen nur Baumarten, die sich nicht natürlich einstellen, wie etwa die Tanne oder die Eiche. Bei der Naturverjüngung setzen wir auf junge Bäume, die sich von alleine ansamen“, ergänzte Revierförster Erwin Fischer. So werde auch die Klimaanfälligkeit des Waldes minimiert. Auf Nachfrage von Landtagsabgeordnetem Stephan Oetzinger bestätigte Fischer, dass die Umbauten in seinem Revier bereits erste Erfolge zeigten.

Holzernte in Wäldern, in denen unter dem Schirm des Altholzes schon die nächste Baumgeneration heranwächst, sei anspruchsvoll. „Wir setzen auf den Einsatz eines ganz modernen Harvesters mit sogenannter Baumhaltertechnik. Damit schonen wir unsere Waldarbeiter und auch den nachwachsenden Wald, da die Maschine in der Lage ist, die Bäume im Ganzen aus dem Wald zu heben“, erklärte der Kohlberger Staatsförster.

„Der Wald ist Opfer des Klimawandels und Held im Kampf gegen den Klimawandel zugleich“, erklärte Bahnmüller. Der Wald leide unter den höheren Temperaturen und den geringeren Niederschlägen. Werde der Wald aber bewirtschaftet und das nachwachsende Holz genutzt, so werde der Kohlenstoff langfristig gebunden. Die Waldnutzung sei ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel.

Auch die Belange des Natur- und Artenschutzes spielen eine Rolle. Alte Buchen mit Baumhöhlen für höhlenbrütende Vogelarten, sogenannte Biotopbäume, bleiben stehen. Abgestorbene Bäume verbleiben als Biotopholz im Wald.

Oetzinger zeigte sich von der Arbeit der Staatsforsten im Forstbetrieb Schnaittenbach beeindruckt: „Hier wird aktiver Klimaschutz betrieben“, lobte er.

Der Wald um Weiden leidet

Weiden in der Oberpfalz
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