14.03.2019 - 14:41 Uhr
MantelOberpfalz

Selbsthilfe braucht Hilfe

Das Manteler Sozialwerk "Selbsthilfe" braucht unbedingt neue Mitglieder, damit das Umlageverfahren weiter funktionieren kann. Deshalb gibt es in der Jahreshauptversammlung eindringliche Appelle.

Bei den Neuwahlen wird der stellvertretende Vorsitzende Thomas Magerl (Siebter von rechts) im Amt bestätigt, ebenso Schriftführerin Monika Puff (Fünfte von rechts) und Beisitzer Franz Sperl (links). Das Sozialwerk wird von Abgeordneten Stephan Oetzinger (Sechster von rechts) geführt und hat das 100-jährige Jubiläum schon im Auge. Tragende Säulen des Vereins sind Kassiererin Ulrike Schiller (Zweite von rechts) und die Unterkassiererinnen Christine Dirrigl (Dritte von links) und Ingrid Zwerenz (Fünfte von links).
von Eva SeifriedProfil

Die Mitglieder der Selbsthilfe Mantel, eine Unterstützungseinrichtung bei Sterbefällen, trafen sich zur 93. Generalversammlung im VfB-Sportheim. Das Resümee viel gemischt aus. Wie Vorsitzender Stephan Oetzinger ausführte, hatte der Verein am 13.12.2018 1359 Mitglieder. Den 27 Sterbefällen standen 21 Neuaufnahmen gegenüber. Da der Verein seine Hilfen nur über ein reines Umlageverfahren generiere, das nur funktioniere, wenn der Mitgliederstand gehalten werde oder - noch besser – steige, sei die Mitgliederwerbung wichtiger denn je. Oetzinger appellierte an die Zuhörer, dies nicht nur dem Vorstand zu überlassen. Jedes Mitglied solle im Familien- und Freundeskreis für die Selbsthilfe Werbung machen.

Seit der Gründung wurden 1147 Sterbefälle betreut und 765.000 Euro Sterbegeld ausbezahlt. Bei einem Sterbefall wird von jedem Mitglied 1,20 Euro einkassiert und an die Hinterbliebenen 1525 Euro ausbezahlt.

Hauptkassiererin Ulrike Schiller und die beiden Unterkassiererinnen Christine Dirrigl und Ingrid Zwerenz kümmern sich um die Einziehung der Beiträge. Auch die Rupprechtsreuther und Steinfelser Einwohner könnten beitreten. Mitglied werden könne jeder Manteler bis zum 35. Lebensjahr, mit einer Karenzzeit auch bis zum 40. Lebensjahr.

Kassiererin Schiller gab einen Rechenschaftsbericht ab. Die Selbsthlfe hat keinen großen Kassenstand, weil die einkassierten Beiträge wieder ausbezahlt werden. Turnusmäßig wird in jedem Jahr ein Teil des Vorstands neu gewählt. Am Sonntag wurde der zweite Vorsitzende Thomas Magerl wiedergewählt sowie die Schriftführerin Monika Puff und die Beisitzer Wolfgang Reil und Franz Sperl. Seit Jahren ist es Tradition, so der Vorsitzende, dass es bei der Generalversammlung einen Vortrag gebe. In diesem Jahr informierte Peter Hofmann, Regionssekretär des DGB Bayern, über das Thema Rente.

„Das Thema Rente, Pflege und Schwerbehinderung liegt mir sehr am Herzen“, so der Experte. Er riet, dass jeder seinen Rentenverlauf genau kontrollieren soll, und zwar lange bevor er in Rente geht. Denn 90 Prozent der Verläufe seien nicht vollständig, und die Ämter hätten nur zehn Jahre Aufbewahrungspflicht für Unterlagen. Später könne der Versicherte eine Beschäftigung oft nicht mehr nachweisen. Die meisten Nachträge gebe es bei den Ausbildungs- und Kindererziehungszeiten.

Jeder Versicherte ei selbst für seinen Rentenverlauf verantwortlich und müsse seine Nachweise erbringen. Fehlende Unterlagen könne man bei der Agentur für Arbeit, Jobcenter, Krankenkassen, IHK und Handwerkskammer oder früheren Arbeitgebern bekommen. Ein Rentenpunkt ist 32,03 Euro wert. "Für unseren Markt ist die Selbsthilfe Mantel seit 93 Jahren eine segensreiche Einrichtung", sagte Bürgermeister Richard Kammerer. Er appellierte ebenfalls an alle Mitglieder, Werbung für die Selbsthilfe zu machen. Er selbst wolle im Rathaus auch neue Mitbürger ansprechen.

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