Unfassbar und tief betroffen erreichte die Bevölkerung von Kastl die Nachricht, dass der geschätzte und beliebte Altbürgermeister und Ehrenbürger Hans Raab am 5. Januar im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Hans Raab war ein Mann, der seine Heimat über alles liebte und sich über Jahrzehnte mit großer Tatkraft, Umsicht und Bodenständigkeit in den Dienst des Marktes Kastl stellte.
Seit dem 1. April 1971 war er als Verwaltungsangestellter beim Markt Kastl tätig, wobei er gleichzeitig auch Bademeister war. Von 1984 bis 2002 leitete Hans Raab als Erster Bürgermeister die Geschicke des Marktes Kastl, was nicht immer einfach war. In seiner Amtszeit wurden große, zukunftsweisende Projekte umgesetzt: Der Bau der Kanalisation und die Erneuerung der Wasserversorgung Kastl gehörten zu den wichtigsten Maßnahmen. Großen Stellenwert legte er auf die nachhaltige Verbesserung des Ortsbildes. Es folgten die Aufnahme Kastls in die Städtebauförderung, die Neugestaltung des Marktplatzes und der angrenzenden Straßenbereiche, die Anlage des Parkplatzes in der Brauhausgasse und die Sanierung des Rathauses und weiterer ortsbildender Gebäude.
Projekte der Dorferneuerung
Aber auch die Entwicklung der Ortsteile und des ländlichen Raums waren ihm ein großes Anliegen. So begleitete er die Flurbereinigung in Utzenhofen mit Straßen, Wegen und Brückenneubauten und unterstützte die Projekte der Dorferneuerung – darunter den Dorfladen Utzenhofen, der überregionale Bedeutung fand. Durch die Erschließung neuer Baugebiete in Pfaffenhofen, Utzenhofen und Kastl sowie des Gewerbegebiets am Kastler Hochhaus schuf er wichtige Grundlagen für Wohnen und Arbeiten in der Gemeinde.
Hans Raab hatte stets ein offenes Ohr für die Belange der Bevölkerung, Verbände und Vereine. Da ihm die Jugend am Herzen lag, wurden Sport-, Fußball- und Freizeitflächen weiterentwickelt, wie das Sportzentrum des TuS Kastl am Mennersberg und die Sportplätze in Utzenhofen.
Zum Schutz der Bevölkerung sorgte er für eine zeitgemäße, moderne Ausstattung der Feuerwehren. So entstanden neue Feuerwehrhäuser in Pfaffenhofen und Wolfsfeld und auch der Fuhrpark der Feuerwehren und die technische Ausstattung wurden erneuert. Die Jugendbildung brachte er durch die Sanierung und Erweiterung der Kastler Volksschule voran.
Engagement in der Natur
Sein Engagement für das Gemeinwohl endete aber nicht mit seiner Pensionierung. Mit Pickel und Schaufel legte er den Wacholderwanderweg im Kastler Hochholz an, errichtete auch Ruhebänke und pflegte den Weg bis zuletzt. Er betreute und pflegte auch den Waldlehrpfad, hielt Trockenrasen und ehemalige Skipisten frei von Bewuchs und setzte sich mit bemerkenswertem Einsatz für die Aufforstung und Naturpflege im Hochholz ein. In seiner Freizeit schwang er sich gern aufs Motorrad und düste mit seinen Freunden auf der Honda durch die Gegend.
Für seine besonderen Verdienste und in Anerkennung seiner Leistungen erhielt er von Bürgermeister Stefan Braun und dem Kastler Marktrat am 4. Juli 2002 den Ehrentitel „Altbürgermeister“ und am 15. Dezember 2014 folgten die Ehrenbürgerschaft und die Bürgermedaille in Gold.
Dabei wurde besonders seine Bürgernähe hervorgehoben, durch die er nie den Kontakt zu den Menschen in Kastl verloren hatte. Hans Raab selbst brachte seine Haltung bescheiden auf den Punkt: Das Erreichte sei nicht sein alleiniger Verdienst – sondern die gute Zusammenarbeit zum Wohle seiner Gemeinde. Er habe sich nicht als Bürgermeister, sondern als oberster Diener Kastls gesehen.
Neben der Kastler Bevölkerung, trauern seine Frau Anna, seine Töchter Anita und Karin und sein Sohn Bernhard mit ihren Familien um ihren Mann, Vater und Opa.
Der Trauergottesdienst ist am Freitag, 16. Januar, um 14.30 Uhr in der Kastler Klosterkirche. Die Beisetzung erfolgt später im engsten Familienkreis.













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