Erste Polizeischüler sind schon in Kastl eingezogen

Die Kastler Klosterburg, aus der derzeit eine Polizeifachhochschule wird, soll ein "Schmuckkästchen" werden. Die ersten Polizeischüler sind längst eingezogen. Und im ehemaligen Polizeigefängnis steht jetzt ein Kicker.

von Autor JPProfil

Bei einem "Stubendurchgang" haben sich der Chef des Staatlichen Bauamts Amberg, Leitender Baudirektor Roman Beer, der Abteilungsleiter Hochbau, Baudirektor Christian Kopf, der Leiter der Polizeifachhochschule Kastl, Polizeidirektor Markus Ixmeier, Landtagsabgeordneter Harald Schwartz und Kastls Bürgermeister Stefan Braun über den Fortschritt beim Umbau der Kastler Klosterburg in eine Polizeifachhochschule informiert. Kopf sagte, dass nach der Dachstuhlsanierung mit Dämmung und Neueindeckung als Riesenaufgabe auch die Fassade bereits neu getüncht sei. Die Fernwärmeheizung sei ebenfalls schon verlegt. Das ehemalige Mädchenwohnheim des einstigen ungarischen Gymnasiums sei bereits mit Polizeihochschülern belegt. Vordringlich sei nun der Ausbau der restlichen Klosterburg.

In mühevoller Kleinarbeit sind laut Kopf die früheren Zimmer der Gymnasiasten in 60 Einzelappartements umgebaut und die dort vorhandenen Stuckdecken restauriert worden. Die Verlegung der elektrischen Leitungen und der Versorgungsleitungen wurde ebenso schon erledigt wie der Einbau der sanitären Anlagen. Über schöne Arbeitsräume darf sich auch die Polizeiverwaltung freuen. Eine Heidenarbeit ist das Verputzen der Gänge, der Rundbögen und das Verlegen und Ergänzen des Bodenbelags mit Solnhofer Platten, wie es der Denkmalschutz vorgeschrieben hat. Um die wertvollen Parkett- und Steinböden bei den Arbeiten zu schonen, wurde Schutzvlies ausgelegt.

Mühevolle Kleinstarbeit

Im ehemaligen Speisesaal der Mönche, dem Refektorium mit gotischen Kreuzbögen, ist ein zweistöckiges Gerüst aufgebaut, um die teilweise geschädigten und bemalten Kreuzrippen der gotischen Bögen und vor allem die reliefierten Schlusssteine wie die Kastler Lilien zu reinigen und in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Mühevoll werden die beschädigten Teile mit einem Hämmerchen abgeschlagen und mit einem Spachtel neu verputzt. Celine Seibold, Restauratorin und Kirchenmalerin, führte den Besuchern ihre Arbeit vor, bei der sie sich nur in gebückter Haltung fortbewegen kann.

Wie Baudirektor Kopf weiter ausführte, geht es auch mit den Unterrichtsräumen der Schule voran. Die Besucher erfuhren, dass sich im Dachraum die Belüftungs- und Entlüftungsanlage mit den Ventilatoren für die Schulräume und die Küche befindet – mit gewaltigen Ausmaßen. In die abgehängten Decken der Unterrichtsräume werden die elektrischen Kabel verlegt. Der rund 30 Meter hohe Torturm ist derzeit eingerüstet und wird saniert. Diese Maßnahme umfasst die Wiederherstellung der alten Türmerstube, die Sanierung des Dachstuhls und die Neueindeckung des Dachs. Für diese Arbeiten wurde die zwei Meter hohe Wetterfahne abgenommen. Dabei hat man festgestellt, dass die Amerikaner vermutlich beim Einmarsch in Kastl den Wetterturm als Ziel für Schießübungen benutzt haben – zahlreiche Einschusslöcher deuten darauf hin.

Aufzug und Feuertreppe

Die Gruppe sah sich auch im ehemaligen Lehrerwohnhaus des Ungarischen Gymnasiums um. Dieses ist erst in den 1970er- oder 1980er-Jahren entstanden. Kopf informierte, dass auch dieses Gebäude bereits fertiggestellt sei. Eingebaut worden seien ein Aufzug und eine Feuertreppe. In diesem Gebäude wird die Logistik untergebracht, außerdem sind dort Zimmer für Gastlehrer vorhanden.

Den Abschluss des Rundgangs bildete die Besichtigung des fertigen Unterkunftsgebäudes, das ehemalige Kastler Polizeigebäude. Geschaffen wurde in diesem Bereich ein Garten zur Erholung mit Sitzgruppe – Rundblick über Kastl inklusive. Auf dem Platz, in dem sich einst Gefängniszellen der Polizei befanden hatten, entstand ein Aufenthaltsraum für die künftigen Polizeischüler. Eingezogen ist dort auch ein Kicker.

Fertigstellung 2023

Der Zugang zu den bereits fertiggestellten Anlagen ist nach Auskunft des staatlichen Bauamts nur mit einer persönlichen Zugangskarte möglich. Die Sanierungs- und Ausbauarbeiten erledigen größtenteils Firmen aus der Umgebung. Abzusehen ist bereits jetzt, dass die Kastler Klosterburg, wenn sie im Frühjahr 2023 komplett zur Polizeifachhochschule umgebaut ist, ein Schmuckkästchen sein wird.

Klosterburg: Umbau teurer als geplant

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach

 

 

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