Kastl will in Sachen Klimaneutralität Vorzeigegemeinde in Bayern werden

von Autor JPProfil

Um die Klimaneutralität ging es bei einem Vortrag, den Norbert Bleisteiner, der Leiter der Landmaschinenschule in Triesdorf, in Kastl hielt. In diesem Zusammenhang wies der Kastler Bürgermeister Stefan Braun darauf hin, dass am 3. Oktober ein sogenannter Klimaneutralitätstag mit verschiedenen Projekten stattfindet. Wie Braun bemerkte, habe die Marktgemeinde Kastl ihren CO2-Ausstoß bereits um 50 Prozent reduziert. "Ziel ist die Klimaneutralität", gab er aus. Hierfür soll eine E-Fahrzeug-Flotte angeschafft und gemeinsam mit den beteiligten Landwirten der CO2-Ausstoß reduziert werden.

Norbert Bleisteiner erklärte, dass der Klimaschutz durch die CO2-Ziele definiert werde. Klimaneutralität könne durch Einsparungen und durch regenerative Energien erreicht werden. Trotzdem werde immer eine Kompensation notwendig sein, die durch CO2 im Boden, durch Aufforstungen oder durch Vernässen von Mooren zu erreichen sei. Für die Kompensation von CO2 gebe es einen Zertifikathandel.

In diese Kompensation sind laut Bleisteiner jetzt einheimische Landwirte eingestiegen, da die Wertschöpfung in der Region bleibe. Dies erfolge durch den Humusaufbau auf den Flächen und durch die Stärkung der Biodiversität. Die Marktgemeinde Kastl und Unternehmer Karl Luschmann unterstützten dieses Pilotprojekt. "Damit kann Kastl Vorzeigegemeinde in Sachen Klimaneutralität werden", hob Bleisteiner hervor.

Um die Kompensation für die Zertifikate zu erreichen, sind nach seinen Worten für Kastl rund 300 Hektar Fläche notwendig, die interessierte Landwirte auch über ein Netzwerk von Klimapatenschaften für dieses Projekt zur Verfügung stellen. Um den Humusaufbau festzustellen, entnehme die Firma Farm-Fact jedes Jahr je Hektar 25 Bodenproben von den Flächen. Außerdem würden im Rahmen der Biodiversität bestehende Landschaftselemente wie Hecken gepflegt oder Streuobstwiesen angelegt. Das solle auch die Akzeptanz bei der Bevölkerung erhöhen.

In der Diskussion sprachen Zuhörer die Massentierhaltung, Monokulturen, Überdüngung und übermäßigen Fleischkonsum an, die der Klimaneutralität entgegenstehen. Norbert Bleisteiner entgegnete, dass es in der Region keine Monokulturen gebe, sondern mit der Fruchtfolge gearbeitet werde. Auch Massentierhaltung sei nicht vorhanden, was einen maßvollen Düngereinsatz zur Folge habe. "Den Leuten kann man den Fleischkonsum wegen der Klimaneutralität nicht verbieten", erklärte Bleisteiner. Aber jeder sollte sein Konsumverhalten überdenken und sich eventuell einschränken. Der Zuwachs des Humusaufbaus werde alle dre Jahre analysiert.

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