Lauterach-Renaturierung bei Kastl: Stauwehre abgebaut

Die Lauterach ist in Kastl und hinunter bis zum sogenannten Sternfall renaturiert. Diese Maßnahme eröffnet der Natur eine positive Entwicklung, macht aber auch den Weg frei für den invasiven Signalkrebs.

Beim Stauwehr am Parkplatz neben der Lauterach ist ein Badeplatz angelegt worden.
von Autor JPProfil

Die Wasserwirtschaftsverwaltung hat die Lauterach von Kastl bis zum Sternfall in mehreren Abschnitten renaturiert. Dabei wurden die Wehre, die nicht mehr gebraucht wurden, geöffnet und beseitigt. So das alte Stauwehr beim Pfistermühlner in Kastl, das der Stromerzeugung diente, aber auch die Anlagen bei der Kastler Kläranlage, beim Parkplatz und beim sogenannten Schwarzen Felsen, beide an der Lauterachstraße gelegen. Die Stauwehre waren in der vergangenen Zeit dazu gedacht, die Lauterwiesen in trockenen Sommern zu bewässern, um einen mehrmaligen Futterschnitt im Jahr zu ermöglichen. Da das Lauterachtal und seine Hänge von Lauterhofen bis Schmidmühlen als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und damit als Naturverbund eingestuft ist, werden diese Wiesen, die im Kulturlandschaftsprogramm enthalten sind, nicht mehr gedüngt und gewässert. Das daraus gewonnene Heu ist besonders rau und mager. Damit gehört auch der Schadstoffeintrag ins Gewässer der Vergangenheit an.

Besonders in den Flachwasserzonen der Lauterach beim Parkplatz ist damit eine Bade- und Erholungszone entstanden, in der sich nicht nur die Kletterer, die an den umliegenden Felsen ihre bergsteigerischen Qualitäten erproben, ihre brennenden Füsse kühlen, sondern auch Radfahrer und Sonnenanbeter erfrischen können.

Damit Fische ungehindert flussaufwärts schwimmen können

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach

Am sogenannten Bartenweiherfall, an dem der „Schwarze Felsen“ bis an die Straße heranreicht und unter ihr durchführt, ist als Folge der letztjährigen Felssicherungsmaßnahmen und der Entnahme von Gebüsch und Bäumen ein altes Wochenendhaus wieder zu sehen, das stolz über dem „Schwarzen Felsen“ thront. Dieses Häuschen, das weder Wasser- noch Stromanschluss besitzt, hatte in den 50er-Jahren noch die Militärregierung genehmigt. In der heutigen Zeit wäre dieser Standort niemals genehmigungsfähig.

Die Lauterachrenaturierung setzte einige positiven Entwicklungen in Gang, etwa eine größere Sauerstoffaufnahme. Auch können die Fische ungehindert flussauf- und abwärts wandern und laichen. Für die Naturschützer bringt die Maßnahme aber auch einen Wermutstropfen mit sich. Denn nun ist der Fluss für den invasiven Signalkrebs offen. Dessen Vormarsch schädigt die einheimischen Flusskrebsarten. Exemplare dieser Species wurden auch schon in der Vils in Schmidmühlen und Lauterach-aufwärts gefangen.

Beim ehemaligen Stauwehr am „Schwarzen Felsen“ ist durch die Felssicherungsmaßnahmen der vergangenen Jahre wieder ein altes Wochenendhaus sichtbar geworden, das stolz über dem Schwarzen Felsen thront.
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