Marktrat Kastl stimmt für Projekt "Campingplatz mit Zelthotel"

Wegen der Corona-Pandemie fand die letzte Kastler Marktratssitzung des „alten“ Gremiums in der Schulturnhalle statt. In einer langen Sitzung wurde der Bebauungsplan für das Vorhaben Campingplatz und Zelthotel Kastl beschlossen.

Etwas verloren wirken die Kastler Gemeinderäte mit Bürgermeister Stefan Braun (links) und den Zuhörern in der großen Schulturnhalle in Kastl schon. Der notwendige Sicherheitsabstand wegen Corona wurde strikt eingehalten.
von Autor JPProfil

Etwas verloren wirkten die Kastler Gemeinderäte in der Schulturnhalle schon, als Bürgermeister Stefan Braun die Räte und die zahlreichen Zuhörer so wie Hans-Jürgen Tiefel als Planer vom Planungsbüro Renner und Hartmann begrüßte. Dieser hatte die Mammutaufgabe, die behördlichen Stellungnahmen und die meist negativen Einwendungen der Bürger zum Bebauungsplan Campingplatz und Zelthotel Kastl zusammen mit Susanne Bäuml von der Gemeinde zu sammeln, zu sichten und in den vorgesehenen Bebauungsplan zu übernehmen. Danach wurden die rechtskräftigen Beschlussvorlagen erarbeitet, die vom Gemeinderat genehmigt wurden.

Der Planer gab bekannt, dass zahlreiche Träger öffentlicher Belange keine Stellungnahme abgegeben haben. Auch einige andere Ämter und Behörden, wie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg, haben das Vorhaben zur Kenntnis genommen und keine Einwendungen erhoben. Die Regierung der Oberpfalz und der Regionalverband sehen das Vorhaben sehr positiv, war zu hören, genauso wie die Tourismusabteilung am Landratsamt Amberg-Sulzbach. Der Naturschutz des Landratsamts möchte noch mehr Eingrünung des Platzes auch mit Großbäumen und das Wasserwirtschaftsamt Weiden mahnt an, mit Wasser sparsam umzugehen und sieht das Brauchwasserkonzept des späteren Platzbetreibers sehr positiv.

Der Bund Naturschutz will auf der vorgesehenen Fläche überhaupt keine Änderung, sondern den Bio-Acker eines örtlichen Bio-Bauern erhalten; begrüßt allerdings den Erhalt einer nordöstlichen Wiese mit rund 1500 Quadratmetern als Ökofläche für die Pflanzen- und Tierwelt.

Die Bürgereinwendungen bringen auch keine neuen Erkenntnisse, hieß es. Dass die Anwohner der Badstraße und der Oberthalstraße, über die die Zu- und Abfahrt der Campingplatzgäste erfolgen, nicht gerade über den zusätzlichen Verkehr erfreut sind, war dem Gremium verständlich, noch dazu wenn im Sommer Hunderte von Badegästen des Freibads die gleichen Wege benützen.

Einigermaßen unverständlich schienen die Einwendungen einiger Bewohner des weit weg liegenden Pfingstbergs und der Hainthalstraße, die hier kompromisslos überhaupt keine Veränderung wollen. Die Gegenargumente zum Vorhaben lauteten "Bioacker, Feldlerche, Landschaftsbildzerstörung, Verbauung des Blicks zur Klosterburg aus über einem Kilometer Entfernung, Lärm und Abgase und Verkehrsbelastung". Die gleichen Argumente wurden auch in der Kastler Bürgerversammlung vor einigen Monaten von den gleichen Personen schon vorgetragen, hörte man.

Nachdem der erschöpfende Vortrag und die Beschlüsse dazu nach über zwei Stunden beendet waren, stimmte der Gemeinderat mit dem Hinweis auf die Beachtung der Einwendungen und Hinweise dem Bebauungsplan Campingplatz Kastl mit Zelthotel zu. Die Vorteile eines Campingplatzes in unmittelbarer Nähe des Freibades, der den Tourismus, die Gasthäuser, Betriebe, die Infrastruktur und die Besucherzahlen des Freibads stärken, überwiegen den maßvollen Eingriff in die Natur und in das Landschaftsbild – so der Beschluss des Kastler Gemeinderats.

Nach diesem anstrengenden Tagesordnungspunkt ging es noch um Bauanträge für eine landwirtschaftliche Lagerhalle in Mühlhausen und einen Dachgeschoßausbau in Kastl. Außerdem wurden die neu gewählten Kommandanten der FFW Kastl, Tobias Lang und Fabian Nemetschek, sowie für die FFW Wolfsfeld, Thomas Wiesend und Dieter Ibler, bestätigt.

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