Supersommer macht Kastler Bürgerwind-Gesellschaft zu schaffen

Im Sommer 2018 stand das Kastler Bürgerwindrad wegen des "Supersommers" fast still. Windige Zeiten im Frühjahr und Herbst haben die Bilanz aber ausgeglichen.

Der Beiratsvorsitzende Waldemar Draxler (links) erläutert der Versammlung die Zahlen des Windradjahres 2018.
von Autor JPProfil

Bei der Bürgerwind-Gesellschafter-Versammlung legten Geschäftsführer Erich Wust und Beirats-Vorsitzender Waldemar Draxler die Zahlen des vergangenen "Windjahrs" vor und gaben einen Ausblick aufs neue. So war der Wind im vergangenen Sommer fast eingeschlafen - doch die windigen Zeiten im ersten und letzten Vierteljahr sorgten für einen zufriedenstellenden Ausgleich. Es gab 2018 einen Wert von rund 94 Prozent des normalen Windjahrs - 2017 waren es über 100 Prozent gewesen.

Der Wind, wenn er blies, war mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 30 bis 35 km/h unterwegs. Dies entspricht in etwa den Prognosen zu Beginn des Windradbaus, die damals etwas zu hoch gegriffen waren. Insgesamt hat das Windrad einen Ertrag von rund 6 Millionen Kilowattstunden. Standzeiten gab es aber auch, nicht nur wegen Windstille, sondern auch wegen Eisabfall, Fledermäusen und Betriebsstörungen - insgesamt an zehn Tagen. Wartungen und Reparaturen waren auch notwendig, etwa wegen Störung des Notakkus, eines heiß gelaufenen Getriebes und wegen Blitzeinschlägen in den Rotoren.

Insgesamt waren die Gesellschafter mit dem Ergebnis des Windjahres zufrieden. Sie beschlossen auf Vorschlag des Beirats eine Ausschüttung von 7 Prozent. Außerdem genehmigte man eine Satzungsänderung, die die Beschlussfähigkeit der Versammlung erleichtert. Im Vorgriff aufs neue Jahr meinte Erich Wust, dass man bei einem Windrad auch an die CO2-Bilanz denken sollte. Von dieser Bilanz leben rund 450 Kastler CO2-neutral.

Wust erläuterte ein neues Verfahren beim Windradstopp aufgrund von Fledermäusen. Einer seiner Mitarbeiter hat das "Flexi-Maus-Programm" kreiert, das in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden die Flugzeiten der Fledermäuse berücksichtigt und so die Standzeiten der Windräder verringert. Ferner sollen demnächst die nächtlichen Positionslichter an den Windrädern ausgeschaltet und durch Transponder ersetzt werden, die der Sicherheit des Luftverkehrs dienen. Außerdem wird es bald ein Marktstammdatenregister geben, in dem sämtliche Stromerzeuger eingetragen werden, von der Photovoltaikanlage bis zum Windrad. In der Versammlung hielt man das allerdings für ein "Bürokratiemonster".

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