Weiterer Schritt zum Campingpark in Kastl

Die nächste Hürde für das Sondergebiet Campingpark-Zelthotel in Kastl wurde genommen: Der Marktrat beschloss die Flächennutzungsplanänderung. Trotz vieler Einwände.

Die neu vermessene Fläche des geplanten Campingparks am Kastler Freibad. Auf der neuen Ausgleichsfläche (links: A4) wird eine rund 2000 Quadratmeter große Streuobstwiese zusätzlich entstehen.
von Autor JPProfil

In der Marktratssitzung in Kastl stand im September wieder das Thema Sondergebiet Campingpark-Zelthotel Kastl beim Freibad auf der Tagesordnung. Dazu war Hans Jürgen Tiefel vom Ingenieur-Büro Renner und Hartmann nach Kastl gekommen, der die Änderung des Flächennutzungsplans zusammen mit Susanne Bäuml von der Marktverwaltung vorbereitet hatte. Auf 72 Seiten wurden die Stellungnahmen von Behörden, Verbänden und Bürgern abgearbeitet.

Da man in einer vorherigen Sitzung schon die meisten Einwendungen abgearbeitet hatte, hielten sich die Stellungsnahmen der Behörden in Grenzen. Vor allem die Regionalplanung, die Tourismusförderung sowie der amtliche Naturschutz, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der amtliche Immissionsschutz hatten keine Einwendungen, nachdem die geforderten Maßnahmen, wie die Bereitstellung weiterer Ausgleichflächen, erfüllt waren.

Deshalb sei eine artenschutzrechtliche Prüfung, wie vom Bund Naturschutz und vom Landesbund für Vogelschutz gefordert, nicht notwendig. Dies hätte nochmals Zeit und Kosten und auch eine eventuelle Ablehnung des Projekts für die Gemeinde und den Investor bedeuten können.

So lehnen der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz das Projekt ab. Sie wollen die gemeindeeigene Fläche, die bisher von einem Bio-Bauern als Acker genutzt wurde, wegen dem Flächenverbrauch und dem Bio-Acker so wie bisher erhalten.

Auch vonseiten der Bürger gibt es keine neuen Aspekte, die nicht schon einmal vorgetragen wurden. Die Anwohner der Zufahrt über den steilen Badberg befürchten, dass der Verkehr zunimmt und so manches große Wohnmobil einfach hängen bleiben wird. Dies soll durch entsprechende Hinweisschilder über Gesamtgewicht, Höhe und Länge verhindert werden. Ansonsten ging es um Landschaftszerstörung, Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, Höhe des Zelthotels, Möblierung des Parks mit futuristischen Gebäuden und um die erhöhten Abgaswerte der Fahrzeuge, die in den Bürgereinwendungen zu lesen waren. Außerdem könnte ein Anliegerweg zerstört werden.

In dem Beschluss des Marktrates wurden aber die Einwände als nicht gravierend genug angesehen, dass man das Projekt ablehnt. Für die Markträte überwiegen die positiven Auswirkungen, die man sich von dem Projekt erhofft, wie die Auslastung des angrenzenden Freibades und die Förderung des regionalen und überregionalen Tourismus.

Deshalb wurde die Änderung des Flächennutzungsplans mit Grünordnungsplan für das neu vermessene Campingparkgelände genehmig. Jetzt fehlt nur noch die Genehmigung des Bauantrags, damit der Investor sein Vorhaben in die Tat umsetzen kann.

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