Marktredwitz
26.10.2018 - 15:16 Uhr

Von Blasenschwäche bis Brust-OP

Das Themenspektrum beim Frauengesundheitstag ist breitgefächert. Eine Kernaussage: Vorsorge ist das ganze Leben lang wichtig.

Die Besucherinnen nutzen gerne die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit dem Team der Frauenklinik und des Brustzentrums am Klinikum Fichtelgebirge. Bild: exb
Die Besucherinnen nutzen gerne die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit dem Team der Frauenklinik und des Brustzentrums am Klinikum Fichtelgebirge.

Frauen müssen im Lauf eines Lebens Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit und die Wechseljahre meistern, sich mit für sie geeigneten Verhütungsmethoden auseinandersetzen und mit zum Teil schweren Erkrankungen, die die Lebensqualität beeinträchtigen, zurechtkommen. Genügend Gründe, für sie einen eigenen Gesundheitstag im Klinikum Fichtelgebirge anzubieten. Durchschnittlich jede zehnte Frau ist im Laufe ihres Lebens mit Brustkrebs konfrontiert.

Im Mittelpunkt des Vortragsangebots stand die Vorsorge und Information über Erkrankungen - von Krampfadern über Osteoporose bis zum schwachen Beckenboden. Es ging aber auch um kosmetische Operationen und eine gesunde Ernährung. Unter den Zuhörern waren auch zahlreiche interessierte Männer

Defekte Venenklappen

Der Chefarzt der Gefäßchirurgie, Dr. Mohsen Farsijani, eröffnete den Frauengesundheitstag nach einer Begrüßung der Oberärztin der Frauenklinik und des Brustzentrums, Dr. Natalija Deuerling. Sein Vortrag "Krampfadern, was tun?" sprach offenbar viele Besucherinnen an, Sitzplätze waren Mangelware. Mediziner nennen Krampfadern "Varizen". Sie sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern eine Erweiterung der Beinvenen, die den Blutkreislauf beeinträchtigen. Frauen sind dreimal häufiger als Männer von venösen Veränderungen an den Beinen betroffen. Sie leiden vor allem an defekten Venenklappen und einer Bindegewebsschwäche. Ein Grund dafür ist unter anderem während und nach der Schwangerschaft zu finden: Frauen sind dann hormonellen Veränderungen und auch einem erhöhtem Druck auf die untere Hohlvene durch das Austragen des Kindes ausgesetzt. Dadurch steigt das Risiko für einen Defekt der Venenklappen und somit zur Bildung von Krampfadern. Dr. Farsijani stellte auch die unterschiedlichen modernen operativen Verfahren seiner gefäßchirurgischen Abteilung vor. Dr. Natalija Deuerling, Oberärztin in der Frauenklinik, sprach über plastisch-kosmetische Operationen an der Brust und an der Bauchdecke. Das Team um Chefärztin Dr. Maria Dietrich führt sowohl die sogenannte Augmentation (Brustvergrößerung) durch, wenn bei einer Frau die Brustdrüse nur sehr gering ausgebildet ist oder sich die beiden Brüste in ihrer Größe deutlich unterscheiden, als auch Brustverkleinerungen bei übergroßen Brüsten. Danach referierte Dr. Zdenek Binder, leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Hand-, Fuß- und Wiederherstellungschirurgie, über eine weitere Erkrankung, die Frauen statistisch häufiger betrifft: die Osteoporose. Frauen haben im Vergleich zu Männern ein nahezu doppelt so hohes Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Der Hauptgrund: Nach den Wechseljahren mangelt es ihnen an dem Geschlechtshormon Östrogen, das die Knochen schützt. Dr. Binder zeigte beeinflussbare Risikofaktoren auf und ermunterte einmal mehr zu gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung. Dr. Attila Reszler, Gynäkologe am MVZ Fichtelgebirge, leitete seine Zuhörerinnen durch das breite Angebot an modernen Verhütungsmitteln und beantwortete viele offene Fragen. Im Vortrag von Maria Root, der Leiterin der Physiotherapeutischen Abteilung am Klinikum Fichtelgebirge, ging es um Bewegung und wie wichtig diese Basis für die körperliche Gesundheit ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt an allen Tagen der Woche mindestens 30 Minuten moderat körperlich aktiv zu sein. "Denn kein Medikament und keine Heilpflanze wirkt derart umfassend positiv auf unseren Organismus wie es körperliche Aktivität tut", fasste Maria Root ihren Vortrag zusammen.

Versteckte Fette

Im sich anschließenden Vortrag beschäftigte sich Stefanie Ennisch, Diätassistentin im Klinikum, mit gesunder Ernährung und versteckten Fetten, Zucker und ungesunden Inhaltsstoffen. Im letzten Vortrag des Frauengesundheitstages ging es um Blasenschwäche. Eher ein Tabuthema, dem sich Patricia Krause, Urologin am MVZ Fichtelgebirge, behutsam näherte. Sie konnte berichten, dass es viele Mittel dagegen gibt und keinen Grund, sich einfach damit abzufinden. Schon durch regelmäßige Beckenbodengymnastik, Muskeltraining und Bewegung erlangen zwei Drittel der betroffenen Frauen die Kontrolle über ihre Blase zurück.

Wie man nach der Geburt wieder fit wird und sein Baby mit in die sportlichen Aktivitäten einbezieht, zeigte Milena Wegner. Auch die Selbsthilfegruppen für die von Brustkrebs betroffenen Frauen nutzen den Tag zur Vorstellung und Information.

 
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