16.10.2020 - 13:19 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Bundesvüarstäiha greift zum Schleifgerät

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Die Bronzeplatten am Egerlandbrunnen in Marktredwitz erstrahlen in neuem Glanz. Orte und Spendernamen sind nun wieder gut zu lesen.

Egerländer packen an: Bundesvüarstäiha Volker Jobst (links) und Vüarstäiha Helmut Hahn reinigen die Bronzeplatten am Egerland-Brunnen. Hier dienen die Masken mal nicht dem Infektionsschutz, sondern halten den Schleifstaub von Mund und Nase fern.

Seit 2005 steht der Egerlandbrunnen mit seinen 52 Figuren auf dem Vorplatz des Egerland-Kulturhauses in Marktredwitz. Vor zehn Jahren wurden auf der Umrandung Bronzeplatten angebracht, auf denen die Egerländer Ortsnamen eingraviert wurden. Auch die Namen der Sponsoren für den Brunnen sind darauf verewigt. An den seitlichen Bronzeplatten werden die einzelnen Figuren erläutert. So ist der Brunnen nicht nur ein imposantes Kunstwerk der Egerländer Kultur, sondern auch eine einmalige Dokumentation, zudem ein beliebtes Fotomotiv.

Vom Taubenhaus an der Spitze bis zum Hochzeitszug mit Kammerwagen auf der untersten Ebene hat sich inzwischen über alle Figuren eine grün-blaue Patina gelegt, die gut zu dem Kunstwerk passt. Die Bronzeplatten sind allerdings nahezu schwarz geworden, die Schrift ist kaum mehr lesbar. Deshalb hat sich der Vorstand des Bundes der Egerländer Gmoin dafür entschieden, die Bronzeplatten gründlich zu säubern. Dafür braucht man erfahrene Handwerker, und die fanden die Egerländer in ihren eigenen Reihen.

Spezieller Metalllack

So gingen Bundesvüarstäiha Volker Jobst aus Rauenberg in Baden-Württemberg und Vüarstäiha Helmut Hahn von der „Eghalanda Gmoi z‘ Geretsried“ aus Oberbayern am Freitag und Samstag an die Arbeit. Das Unternehmen Eisenblätter aus Geretsried stellte kostenlos zwei Multifunktionslängsschleifer zur Verfügung. Im Schleifen, Polieren und Trennen ist es seit Langem erfolgreich, schon 1972 konstruierten die Fachleute Maschinen, die beim Schleifen von Plexiglaswänden für das Olympiastadion in München zum Einsatz kamen.

Nach dem Schleifen trugen Jobst und Hahn noch einen sogenannten Zapfenlack auf die Bronzeplatten auf. Dieser spezielle Metalllack verhindert, dass die Platten schnell wieder dunkel werden.

Brunnen wird bald eingehaust

Am Brunnen sind immer auch Urlauber anzutreffen – nicht selten welche, die aus dem Egerland stammen. Seit 30 Jahren verbringt beispielsweise Franz Papendick aus Hessen seinen Urlaub in der Region, meistens in Mähring. Denn die Gemeinde unmittelbar an der Grenze zur Tschechischen Republik hat eine enge Verbindung zum Ort Leskau im Egerland, aus dem Franz Papendick stammt. Auch in diesem Jahr ist er zu Gast und zeigte seiner Enkelin Lea auch den Egerlandbrunnen in Marktredwitz. Dabei wies er auf die Stelle, an der sein Name als Spender in die Bronzeplatte am Egerlandbrunnen eingraviert ist. Da war es natürlich passend, dass sein Name bereits glänzend poliert war. In seiner jetzigen Heimat Kelsterbach (nahe Frankfurt am Main) ist Papendick in der Eghalanda Gmoi aktiv.

Wer die jetzt besonders strahlenden Inschriften auf der Brunnenumrandung lesen möchte, muss sich allerdings beeilen. Denn am Montag, 26. Oktober, wird der Brunnen für den Winter eingehaust.

Im Egerland-Museum gibt es auch ein spezielles Café

Marktredwitz
Hintergrund:

Info: Für den laufenden Betrieb des Egerlandbrunnens, für Wartung und Pflege, wird Material benötigt, selbst wenn die Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt werden. Deshalb freut man sich über Spenden. Bankverbindung: Bund der Egerländer Gmoin e.V., Brunnenspende Sparkasse Hochfranken, IBAN: DE28 7805 0000 0810 5621 57.

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