26.07.2020 - 14:26 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Gastschuljahr mit Unterbrechungen

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20 Absolventen beenden das bayerisch-tschechische Projekt. Mit zahlreichen Erfahrungen gehen sie in ihre tschechische Heimat zurück.

Magdalena Becher, Harald Ehm und Birgit Seelbinder von der Euregio Egrensis (von links) verabschiedeten die tschechischen Stipendiaten.

Nachdenklich, sentimental und selbstbewusst – so traten die tschechischen Gastschüler bei der Abschlussfeier ihres Stipendiums der Euregio Egrensis auf. Nachdenklich, weil sie das vergangene Jahr an nordostbayerischen Gymnasien in kompakter Form Revue passieren ließen. Sentimental, weil sie so langsam Abschied nehmen müssen von ihren Gastfamilien und ihren neuen Freunden. Und selbstbewusst, weil ihre Persönlichkeit im Gastschuljahr deutlich gereift ist.

Wir sind froh, dass wir uns überhaupt noch einmal treffen können.

Präsidentin Birgit Seelbinder

Bei der Abschlussveranstaltung des bayerisch-tschechischen Gastschuljahrs 2019/20 war der große Saal im Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz wegen der Corona-Pandemie nur locker gefüllt. In den zurückliegenden Jahren wurden die Gastschüler von ihrer Familie, ihren Gasteltern und Lehrern begleitet, von Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Böhmen und der Bayerischen Staatskanzlei verabschiedet. Diesmal war die Teilnehmerzahl stark beschränkt, jeder Schüler durfte nur einen Begleiter mitbringen. „Wir haben uns einen festlicheren Rahmen vorgestellt, mit Musik und einem gemeinsamen Essen“, sagte Birgit Seelbinder, die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bayern. „Aber wir sind froh, dass wir uns überhaupt noch einmal treffen können.“

Die Arbeit der Euregio Egrensis setzt bereits im Kindergarten an

Mitterteich

Denn die Corona-Beschränkungen durchkreuzten einige Pläne für das ablaufende Gastschuljahr. So gibt es normalerweise Besuche im Deutschen Bundestag in Berlin und im Bayerischen Landtag in München, dazu Exkursionen in der Region; dieses Jahr fielen sie aus. Zum ersten Mal in der über 20-jährigen Geschichte des bayerisch-tschechischen Gastschuljahrs gab es sogar eine Unterbrechung des Aufenthalts von Mitte März bis Ende Mai. Der Unterricht an den Gymnasien fand nicht vor Ort statt, die Grenze zu Tschechien wurde geschlossen, die Gastschüler kehrten nach Hause zurück. Alle? Nein, eine unerschrockene Jugendliche entschloss sich, in ihrer Gastfamilie zu bleiben. Klar, ein wenig Heimweh hatte Lucy in dieser Zeit schon, aber ihre Gastfamilie war ihr so nah wie eine zweite Familie.

In Amberg, Bayreuth, Pegnitz, Marktredwitz, Wunsiedel, Wiesentheid, Schwandorf und Weiden gingen die Schüler ein Jahr lang ins Gymnasium, 14 wohnten bei Gastschuleltern und neun im Internat. Dort nahmen sie ganz normal am Unterricht ihrer jeweiligen Jahrgangsstufe teil, zusätzlich haben sie Deutschkurse belegt.

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