03.09.2018 - 14:26 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Der Kirchpark im Wandel

Zum Tag des offenen Denkmals putzt sich eine Grünfläche mit Geschichte heraus: Der Park zwischen der Grundschule und dem Martin-Schalling-Haus zeigt sein neues Gesicht.

Martina Prucker vom Bauamt, Stadtarchivarin Edith Kalbskopf, Manuela Popp, Leiterin des Martin-Schalling-Hauses, Hannes Kohrhammer vom Diakonischen Werk Selb-Wunsiedel, Pfarrer Klaus Wenning, Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger, die Stadtplaner Alexander Rieß und Inka-Maria Zeis, Landschaftsarchitektin Anne Plötz sowie Oberbürgermeister Oliver Weigel (von links) stellten im Kirchpark den Spiel-Löwen vor, den Kinder mit Mosaik gestalten dürfen.
von Autor FPHProfil

(fph) Der Fortschritt im Spiegel des Kirchparks: So lässt sich umschreiben, was die Verantwortlichen am Sonntag, 9. September, mitten in Marktredwitz zeigen möchten. Am bundesweiten Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ beteiligt sich die Stadt mit einer Grünfläche, die gerade an die heutigen Erfordernisse angepasst wird.

Bei Führungen und Baustellenbegehungen können Interessierte viel über die lange Geschichte und die aktuelle Neugestaltung des Kirchparks erfahren. Stadtarchivarin Edith Kalbskopf erinnerte bei einem Ortstermin an die einzelnen Epochen. Von 1603 bis 1901 diente das Gelände als offizieller städtischer Friedhof. Die Martin-Luther-Straße gab es damals noch nicht, nur einen kleinen Durchgang zur Kirche.

Wegen des Bevölkerungszuwachses, den die Industrialisierung mit sich brachte, reichte die Fläche nicht mehr aus – der Friedhof zog an seinen heutigen Standort um, berichtete die Archivarin. 1953 entstand eine Grünanlage; bis in die 1970er Jahre entwickelte sich ein romantischer Park. Reste der Friedhofmauer seien teilweise erneuert worden. Bis heute finden sich im Gelände fragmentarisch erhaltene Grabplatten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Dann verschwanden die Bürgergesellschaft und ein Schulgebäude – es entstand das Martin-Schalling-Haus, das in einen Teil des früheren Parks hineinragt, informierte die Stadtarchivarin. 1975 bis 1976 sei der Kirchpark in der bislang bekannten Form angelegt worden.

Nun sei die Neugestaltung im Gange – zum Tag des offenen Denkmals solle vieles schon abgeschlossen sein, erklärte Oberbürgermeister Oliver Weigel bei dem Ortstermin. Er freute sich darüber, ausgerechnet zum 25. Jubiläum des Tags des Denkmals in Marktredwitz einen Ort mit großer Vergangenheit präsentieren zu dürfen.

Der obere Teil mit dem Spielplatzbereich werde bis zum 9. September fertig sein, versprach Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger vom gleichnamigen Büro. Hier gebe es eine Kletterwand, ein Zauber-Karussell, eine Wippe, eine Nestschaukel, einen Niederseil-Parcours, eine Boulebahn sowie einen Spiel-Löwen. Bis zum Tag des Denkmals sei der Tier-Rohling fertig, später verzierten Schüler unter Anleitung der Künstlerin Annette Hähnlein aus Röslau den Löwen mit Mosaik. Zudem soll es in dem modernisierten Park künftig ein Schachspiel und eine Spieltischgruppe geben, erklärte Marion Schlichtiger.

Geplant seien auch Hochbeete, die Kinder und Bewohner des Martin-Schalling-Hauses gemeinsam bepflanzen könnten. Erhalten bleibe in der neuen Gestaltung die Gruftkapelle der Familie von Glass. Das Bauwerk mit Säulenportikus entstand zwischen 1820 bis 1830.

Zum diesjährigen Tag des Denkmals gibt es in Marktredwitz nicht nur Baustellenbegehungen und Führungen, sondern auch eine kleine Ausstellung im Martin-Schalling-Haus. Schautafeln verweisen auf die Geschichte des alten Gottesackers. Um die Bewirtung der Gäste kümmert sich am 9. September das Team des Imbisswagens „Mama Luca“ der evangelischen Kirchengemeinde.

Oberbürgermeister Oliver Weigel eröffnet den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, um 11 Uhr im Marktredwitzer Kirchpark. Um 11.15 Uhr und um 14 Uhr beginnen die Führungen mit Landschaftsarchitektin Anne Plötz vom Büro Schlichtiger; im Martin-Schalling-Haus beleuchten Schautafeln die Geschichte.

Historische Gemäuer:

Im Landkreis Wunsiedel gibt es am 9. September zum Tag des offenen Denkmals viele historische Gemäuer zu entdecken. Vor 25 Jahren hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals ins Leben gerufen – zum bundesweiten Jubiläum ist die Beteiligung in diesem Jahr besonders rege. Auch im Landkreis Wunsiedel finden am Sonntag, 9. September, nicht nur im Marktredwitzer Kirchpark (siehe Artikel oben) Führungen statt, sondern auch an anderen Orten:

Gedenkstätte im ehemaligen Schloss Kirchenlamitz: Von 10 bis 18 Uhr ist der einfache dreigeschossige Massivbau aus dem 16. und 17. Jahrhundert in der Schloßstraße 10 geöffnet. Er besitzt ein Walmdach mit Fledermaus-Gauben. Es gibt ein eingeschossiges Kellerhaus mit Brockenmauerwerk und abgewalmtem Dach. In der Gedenkstätte will die Stadt Kirchenlamitz das Andenken an 1945 gestorbene Personen wahren. Führungen bietet Stadtarchivar Werner Bergmann an, Telefon 09285/95941, E-Mail archiv[at]kirchenlamitz.de[dot] Ansprechpartner ist auch Lars Hermersdorfer, Stadt Kirchenlamitz, Telefon 0928595931, E-Mail bauamt[at]kirchenlamitz[dot]de.

Kellergasse am Katharinenberg in Wunsiedel: Südlich der Altstadt liegen aufgereiht am Nordhang des Katharinenberges 51 Felsenkeller mit über Tage vorgelagerten Kellerhäusern. Die Bierlager-Keller sind in den Jahren 1834 bis 1839 angelegt worden, elf davon werden gerade saniert. Führungen übernimmt zwischen 13 und 18 Uhr stündlich Stefan Schürmann, Telefon 0923280431, E-Mail stefan.schuermann[at]landkreis-wunsiedel[dot]de.

Friedhofskirche Wunsiedel: In der innerstädtischen Egerstraße steht einer der größten Sakralbauten, die nach der Reformation im Markgrafentum Bayreuth entstanden sind. Es gibt eine Christusfigur mit echtem Haar, Bilder der Wunsiedler Superintendenten ab 1568, Grabmäler bedeutender Wunsiedler Familien sowie Grabsteine aus Wunsiedler Marmor. Um 15.30 bieten Dekan Peter Bauer und Kirchenmusikdirektor Reinhold Schelter in der Friedhofskirche eine halbstündige Führung mit Orgelvorführung an. Auskünfte gibt Peter Bauer, evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wunsiedel, Telefon 09232/618.

Spitalkirche St. Marien, Wunsiedel: Das Gotteshaus entstand um 1460 mit dem Spitalkomplex, den der Wunsiedler Blechverzinner Sigmund Wann stiftete. An der Außenmauer der Spitalkirche findet sich noch das Gedächtnismal für Sigmund Wann aus dem Jahr 1951. Der Brand von 1731 zerstörte das gotische Gewölbe der Kirche an der Ecke Maximilian- und Sigmund-Wann-Straße. Dekan Peter Bauer und Kirchenmusikdirektor Reinhold Schelter laden um 15 Uhr zu einer halbstündigen Führung mit Orgelvorführung ein. Infos gibt es bei Peter Bauer unter der Telefonnummer 09232/6181, E-Mail pfarramt-dekanat.wunsiedel[at]elkb[dot]de.

Stadtkirche Sankt Veit, Wunsiedel: Der gotische Chorraum aus dem 15. Jahrhundert ist nach dem Brand von 1903 im ursprünglichen Zustand aufgebaut worden. Geöffnet ist die Kirche Sankt Veit am Jean-Paul-Platz von 11 bis 17 Uhr. Die Führung mit Orgelvorführung von Dekan Peter Bauer und Kirchenmusikdirektor Reinhold Schelter beginnt um 16 Uhr und dauert eineinhalb Stunden. Informationen erteilt Peter Bauer, Telefon 09232/6181, E-Mail pfarramt-dekanat.wunsiedel[at]elkb[dot]de.

Hammerschloss Leupoldsdorf: Das Hammer-Herrenhaus im Schlossweg 14 ist ein dreigeschossiger Walmdachbau mit Kuppeldachreiter aus dem 17. Jahrhundert, der 1816 aufgestockt wurde. Das Torhaus ziert ein Eisenwappen aus dem Jahr 1687. Der zweigeschossige Satteldachbau ist verputzt und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Schloss öffnet von 8 bis 17 Uhr; um 14 Uhr macht Geopark-Rangerin Christine Roth eine Führung. Informationen gibt es bei Jürgen Prell von der Verwaltungsgemeinschaft Tröstau, Telefon 09232/992140, E-Mail juergen.prell[at]vg-troestau[dot]de.

Das vollständige, bundesweite Programm zum Tag des offenen Denkmals gibt es online unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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