Marktredwitz
11.05.2022 - 15:51 Uhr

Klinikum Fichtelgebirge: Während der OP durch den Wald spazieren

Das Klinikum Fichtelgebirge setzt im Operationssaal auf Video-Brillen. Denn das lenkt Patienten bei Eingriffen mit Teilnarkosen ab und entspannt sie.

Das Klinikum Fichtelgebirge nutzt im OP spezielle Video-Brillen, um Patienten bei Eingriffen mit Teilnarkosen abzulenken. Bild: Klinikum Fichtelgebirge/exb
Das Klinikum Fichtelgebirge nutzt im OP spezielle Video-Brillen, um Patienten bei Eingriffen mit Teilnarkosen abzulenken.

Eine Operation ist für die meisten Menschen mit Ängsten und Stress verbunden. Um die Anspannung vor und während eines Eingriffs zu senken, wird am Klinikum Fichtelgebirge seit kurzem eine spezielle Video-Brille eingesetzt. Mit der Video-Brille können Patienten bei Eingriffen in Teilnarkose oder während der OP-Vorbereitung entspannen und sich von einem Film oder einer Serie ihrer Wahl ablenken lassen, informiert Peggy Kuniss-Pfeiffer, Pressesprecherin des Klinikums Fichtelgebirge. Dieser neue Service ist für die Patienten kostenfrei.

„Wir haben die Brille einige Wochen getestet, unsere Patienten einen Fragebogen ausfüllen lassen und uns aufgrund der positiven Rückmeldungen für eine Anschaffung entschieden. Unsere Patienten sind damit optimal abgelenkt, wenn sie in Teilnarkose operiert werden“, wird der Chefarzt der Anästhesiologie, Michael Paland, in der Pressemitteilung zitiert. Rund 8000 Narkoseleistungen führt seine Abteilung pro Jahr durch. „Wir können bei Einsatz der Brille auch nahezu vollständig auf den Gebrauch von Beruhigungsmitteln verzichten“, so Paland weiter. Eine Anschaffung für den Standort Selb ist ebenfalls in Planung. Es gibt zahlreiche Eingriffe, wo eine Regional- oder Spinalanästhesie zum Einsatz kommt, bei denen die Patienten also wach sind und während der OP hören und sehen können.

Mit der Video-Brille können die Patienten auch nur noch begrenzt hören, was im Operationssaal um sie herum passiert. Über einen Kopfhörer hören sie den eingespielten Ton oder die Musik. Visuell sind sie aber auf jeden Fall abgelenkt. Die Programmauswahl sei groß: Ob Kinderserien, Spielfilme, Sport, Dokumentationen oder Konzerte – aus über 60 Filmen und Serien könne gewählt werden, so das Klinikum. „Es ist für jeden Geschmack und jede Altersgruppe etwas dabei. Vor dem Eingriff sucht sich der Patient sein persönliches Programm für den Eingriff aus – und bei der OP-Vorbereitung starten wir den Film dann“, erklärt der stellvertretende Abteilungsleiter der Anästhesiepflege, Philipp Hechtfischer, der das Projekt geleitet hat.

Ab diesem Zeitpunkt könne sich der Patient entspannen, denn seine Aufmerksamkeit richte sich primär auf das Geschehen in der Video-Brille. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Stress, Schmerzen und Ängste stärker empfunden werden, wenn man sich darauf konzentriert – und das wirkt sich wiederum auf Blutdruck, Puls und Atemfrequenz aus. Mit dem neuen Angebot der Video-Brille lösen wir diese angespannte Situation und unterstützen den Patienten, seinen Eingriff angstfrei zu erleben“, so der Leitende Oberarzt, Dr. Tobias Schindler.

Hintergrund:

Klinikum Fichtelgebirge

  • Standorte: Marktredwitz und Selb
  • Struktur: alleiniger Gesellschafter ist der Landkreis Wunsiedel
  • Patienten: pro Jahr rund 18.000 Patienten stationär und etwa 27.800 Patienten ambulant
  • Mitarbeiter: über 1000
 
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