29.10.2020 - 15:08 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Klinikum wirtschaftet besser als erwartet

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Der Geschäftsbericht des Klinikums Fichtelgebirge für das vergangene Jahr zeigt mehr Licht als Schatten. Laut Bilanz ist der Fehlbetrag deutlich niedriger als erwartet.

Blick auf das Haus Selb des Klinikums Fichtelgebirge.
von Autor FPHProfil

Die Aufsichtsräte des Klinikums Fichtelgebirge hätten dieser Tage unter anderem über die Zukunft des Standorts Selb beraten sollen. Hätten, denn das Treffen ist mit Verweis auf die Corona-Lage kurzfristig abgesagt worden. Im November soll es einen neuen Anlauf geben. Wie ein Aufsichtsrat hinter vorgehaltener Hand der Frankenpost mitteilte, sind die meisten Mitglieder des Gremiums offenbar froh, noch einmal eine Denkpause zu bekommen.

In der Sitzung hätte auch die wirtschaftliche Lage diskutiert werden sollen. Ein Blick in den „Beteiligungsbericht“ des Landkreises Wunsiedel zeigt, dass das Klinikum Fichtelgebirge zwar defizitär arbeitet, aber bei Weitem nicht so sehr wie erwartet. Wörtlich heißt es im Bericht über den Geschäftsverlauf für das Jahr 2019: „Das Klinikum Fichtelgebirge muss einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 1,915 Millionen Euro ausweisen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Ergebnisverbesserung um 237.459 Euro.“

Rechtsstreit gewonnen

Dabei ist die Geschäftsleitung laut dem Wirtschaftsplan für 2019 sogar von einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 3,992 Millionen Euro ausgegangen. Das heißt, die Zahlen sind um mehr als zwei Millionen Euro besser als eigentlich erwartet. Ganz so „verschätzt“ haben sich die Experten dann aber doch nicht. 910.000 Euro gehen auf das Konto eines gewonnenen Rechtsstreits. Dabei ging es um den Sicherstellungszuschlag für die Geburtshilfe im Klinikum, der letztlich doch gewährt worden ist.

Die Erlöse aus Krankenhausleistungen sind von 2018 auf 2019 um fast 5 Millionen Euro auf 64,3 Millionen Euro gestiegen. Die Erlöse aus Wahlleistungen blieben mit 1,662 Millionen Euro gleich. Ein wichtiger Posten sind auch die von den Ärzten bezahlten Nutzungsentgelte, die 2019 rund 4,7 Millionen Euro ausmachten.

Bei den Aufwendungen schlagen die Löhne und Gehälter mit 41,7 Millionen Euro zu Buche. Das sind knapp zwei Millionen Euro mehr als im Jahr 2018. Grund dafür sind zum einen Tariferhöhungen und zum anderen eine höhere Beschäftigtenzahl. Ende 2019 waren im Klinikum Fichtelgebirge 688 sogenannte Vollkräfte beschäftigt. In der Realität finden allerdings deutlich mehr Menschen in den beiden Krankenhäusern Arbeit, da viele teilzeitbeschäftigt sind.

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen änderte das Klinikum die Besuchsregeln

Marktredwitz
Das Klinikum Fichtelgebirge muss einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 1,915 Millionen Euro ausweisen. Das Bild zeigt das Klinikum in Selb.
Im Blickpunkt:

Personal gut geschult

Das Klinikum Fichtelgebirge sieht sich mit Blick auf die Corona-Pandemie für die bevorstehende Zeit gut gerüstet. "Das Materiallager ist voll und das Personal gut geschult", informiert das Klinikum in einer Pressemitteilung.

  • Nach einer etwas ruhigeren Phase über den Sommer hinweg steigen auch im Klinikum Fichtelgebirge die behandlungsbedürftigen Covid-Fälle wieder deutlich an. "Alle Patienten sind regulär unter Einhaltung der strengen Hygienerichtlinien isoliert, bis sie entweder negativ getestet wurden oder genesen sind".
  • „Die stationäre und ambulante Versorgung sowie die Notfallversorgung am Klinikum Fichtelgebirge sind weiterhin vollumfänglich gegeben“, betont der Ärztliche Direktor Dr. Philipp Koehl. Geplante Operationen, Behandlungen und Untersuchungen würden derzeit noch uneingeschränkt durchgeführt, so das Klinikum.
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind laut Geschäftsführer Martin Schmid in ausreichender Menge im Lager vorrätig, "so dass wir aktuell gut gerüstet sind".
  • Durch die Erfahrungen in den zurückliegenden Monaten sei das Klinikum Fichtelgebirge gut auf die kommenden Wochen vorbereitet. Es finde ein enger Austausch mit dem Gesundheitsamt Wunsiedel und dem Landratsamt statt, so dass in Abhängigkeit der weiteren Entwicklung auch kurzfristig zusätzliche weitere Maßnahmen (Reihentestungen von Mitarbeitern, Vorhaltung weiterer Stationen als Isolierbereiche, Besuchsverbot) abgestimmt werden könnten.
  • Der Krisenstab am Klinikum trifft sich unverändert täglich und diskutiert tagesaktuell die Entwicklungen in den beiden Kliniken und in der Region, informiert Pressesprecherin Peggy Kuniss-Pfeiffer.
  • Als Vorsichtsmaßnahme wurden die Besucherregelungen bereits etwas angepasst. Die Besuchszeiten bestehen weiterhin zwischen 15 und 18 Uhr. Der Besuch ist auf täglich eine Person und eine Stunde begrenzt. Das Klinikum Fichtelgebirge bittet alle Patienten und Angehörigen um Verständnis. "Diese Maßnahmen dienen dem Schutz des Personals, der Patienten und der Angehörigen."

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