Marktredwitz
22.11.2019 - 15:03 Uhr

Männer müssen besser auf sich achten

Raus aus der Klinik, hin zu den Männern: Das war die Idee hinter dem zweiten Männergesundheitstag in ungewöhnlicher Umgebung. In den Räumen der Manufaktur-Friseure in Marktredwitz ging es um allerhand heikle Themen.

Urologe Dr. Tobias Heide hielt einen Vortrag über Hodenkrebs und dessen Früherkennung. Bild: exb
Urologe Dr. Tobias Heide hielt einen Vortrag über Hodenkrebs und dessen Früherkennung.

Der Ärztliche Direktor des Klinikums Fichtelgebirge, Dr. Philipp Koehl, eröffnete den Männergesundheitstag in den Räumen der Manufaktur-Friseure mit der Feststellung, dass "viele Männer ihren Körper eher als eine Maschine betrachten, die nur repariert werden muss, wenn sie nicht mehr läuft". Koehl: "Sie missachten lange selbst massive Warnsignale und vermeiden Vorsorge lieber."

Der Grund für den Männergesundheitstag ist ernst, denn die statistische Lebenserwartung von Männern ist in Deutschland rund sechs Jahre geringer als bei den Frauen. Das liege zum einen an der höheren Risikobereitschaft und einem geringerem Gesundheitsbewusstsein, welches auch die Vorsorgeuntersuchungen einschließe. Nur 18 Prozent der Männer gingen zu Vorsorgeuntersuchungen. Bei den Frauen liege mit 60 Prozent der Anteil deutlich höher.

Oft zu spät

"Sie haben heute schon einen wichtigen Schritt getan und informieren sich bei uns." Koehl wusste: Wenn Männer einen Arzt aufsuchen, sind die Beschwerden meist schon so stark, dass es für eine Früherkennung von ernsthaften Erkrankungen bereits zu spät sei und eine dauerhafte Heilung nicht mehr zu erreichen sei.

Den ersten Vortrag mit dem Titel "Keine Angst vorm Urologen" hielt Patricia Krause, Urologin am MVZ Fichtelgebirge, direkt im Anschluss. Für viele Männer sei der Gang zum Urologen mit Ängsten und Nervosität verbunden. Schließlich werden Körperpartien untersucht, die zum Intimbereich zählen. Patricia Krause gab Tipps, wie man sich mental auf eine Prostata-Untersuchung einstellt und was dabei eigentlich genau passiert.

Selbstuntersuchung

Dr. Tobias Heide wandte sich vor allem an die Besucher zwischen 20 und 40. Denn diese seien vom Hodenkrebs überdurchschnittlich häufig betroffen. In seinem Kurzvortrag ging er auf die verschiedenen Formen des Hodenkrebses ein und erklärte wie die wichtige, am besten monatliche, Selbstuntersuchung durchgeführt werden sollte.

Dr. Alexander Kugler stellte die neue Roboter-Operationsmethode bei gutartiger Prostatavergrößerung am Klinikum vor. Eine gutartige Hyperplasie der Prostata sei ein typisches und chronisches Altersleiden bei Männern. Etwa 50 Prozent der Männer über 50 und 80 Prozent der Männer über 80 Jahren seien betroffen. Seit dem Frühjahr kann eine solch vergrößerte Prostata mit einem Wasserstrahl behandelt werden, eine schonende Methode.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.