20.05.2019 - 14:33 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Warum manche weiter fliegen als andere

Horst Hüttel, der sportliche Leiter für Skisprung und Nordische Kombination im Skiverband, erzählt aus der Welt des Spitzensports. Der Vortrag ist Teil des Jubiläumsprogramms des Otto-Hahn-Gymnasiums.

Elternbeirat Stefan Roßmayer (links) bedankte sich bei Horst Hüttel (rechts) für den spannenden Vortrag.

„Mit Kreativität und Disziplin zum Erfolg – oder: Warum manche weiter fliegen als andere“. Unter dieser Überschrift stand der Vortrag von Horst Hüttel im Otto-Hahn-Gymnasium. Auf Einladung des Elternbeirats gab der Referent, der in Wunsiedel geboren und aufgewachsen ist, spannende Einblicke in die Welt des Spitzensports.

Zu Beginn zeigte er eine persönliche Videobotschaft von Markus Eisenbichler, dem aktuellen Weltmeister im Skispringen auf der Großschanze, an die Marktredwitzer Schüler: „Hörts dem Horst sauber zu, der hat was zu sagen!“

„In meinem beruflichen Umfeld habe ich viel mit jungen Spitzensportlern zu tun. Sie sind oft in einer ähnlichen Situation wie ihr“, berichtete Horst Hüttel seinen Zuhörern aus der zehnten Jahrgangsstufe. „Sie stehen im Schulalltag in einer unserer acht Eliteschulen, stellen sich schulischen Prüfungen, sind unter Druck.“ Damit müsse die sportliche Leitung gut umgehen und die jungen Menschen zu sportlichen Höchstleistungen motivieren.

Als sportlicher Leiter ist Horst Hüttel für das Gesamtsystem in den Sportarten Skisprung/Nordische Kombination im Deutschen Skiverband verantwortlich. Die verschiedenen Kader, aufgeteilt in Leistungs- und Altersstufen, und 75 Vereine in Deutschland gehören ebenfalls zu seinem Verantwortungsbereich. Er war selbst Leistungssportler in der Nordischen Kombination, 1989 wurde er darin Deutscher Meister in der Mannschaft. Dann arbeitete er als Trainer, seit 2006 und erneut ab 2008 als sportlicher Leiter Nordische Kombination und Skisprung. Zusammen mit den Bundestrainern Hermann Weinbuch und Werner Schuster führte er neue sportliche Konzepte ein, die überaus erfolgreich waren und viele Athleten in die Weltspitze und zu Weltmeistertiteln und olympischen Medaillen führten.

Anhand vieler Beispiele zeigte der Referent, welche umfangreichen Voraussetzungen notwendig sind, um Leistungssport erfolgreich zu betreiben: Sportler brauchen das beste Material, eine hervorragende Technik, ein passendes Umfeld, geeignetes Training und eine belastbare Psyche, um in die Weltspitze zu kommen. Dabei bringen die Wissenschaftler viel Kreativität ein, um beispielsweise das vorhandene Material zu verbessern oder aus den physikalischen Grundlagen beim Skispringen vorteilhaftere Bewegungsabläufe abzuleiten. Bei der Umsetzung müssen dann die Sportler eine große Disziplin aufbringen, bis sich die neuen Dinge eingespielt haben und ein Fortschritt sichtbar ist, so Hüttel.

Den knapp hundert Schülern gab Horst Hüttel drei Ratschläge fürs Leben mit: Nehmt das Heft des Handelns in eure eigene Hand. Seid klar im Kopf und setzt euch Ziele. Seid in eurem Leben immer mutig und hört nie auf, neugierig zu sein.

Die meisten Schüler waren vom Vortrag beeindruckt: Bisher hatten sie hauptsächlich die Sportler gesehen; welch immenser Aufwand im Hintergrund stattfindet, war ihnen vorher unbekannt. „Das sehe ich jetzt mit anderen Augen“, war eine ihrer Reaktionen.

Einen Gedanken hatte Horst Hüttel für die gesamte Schulfamilie des Otto-Hahn-Gymnasiums noch parat: „Leitgedanken finde ich auch für eine Schule absolut notwendig. So kann man alle Beteiligten in die gemeinsame Sache einbeziehen.“

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