Marktredwitz
18.03.2025 - 11:16 Uhr
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Im Marktredwitzer Freibad wird wieder Eintritt fällig

Für lau ins Marktredwitzer Freibad? Das ist Geschichte. Ab kommender Saison verlangt die Stadt Eintritt. Warum, das erklärt Stadtkämmerer Markus Brand.

Drei Euro werden für Erwachsene am Eingang des Marktredwitzer Freibads künftig fällig. Bild: Florian Miedl/fph
Drei Euro werden für Erwachsene am Eingang des Marktredwitzer Freibads künftig fällig.

Von Torsten Ernstberger

Die Sonne scheint, die Schweißperlen rinnen – also Badehose einpacken und ins Freibad. Platz zum Schwimmen und Planschen hat das Marktredwitzer Freibad mit 5000 Quadratmetern Wasserfläche jede Menge.

Für den Nervenkitzel geht es auf den Sprungturm, zum Entspannen auf die große Liegewiese, die Kinder toben sich auf dem Piraten-Wasserspielplatz aus. Oder doch lieber mit Freunden eine Runde Beachvolleyball spielen? Auf dem Kleinfeld kicken ist auch eine Möglichkeit. Das Angebot im Marktredwitzer Naturbad am Schwimmbadweg 1 ist vielfältig. Und es konnte die vergangenen zehn Jahre kostenfrei genutzt werden. Mit dem Amtsantritt von Oberbürgermeister Oliver Weigel im Jahr 2014 hatte die Stadt kein Eintrittsgeld mehr erhoben. Das ändert sich nun: Ab dieser Saison kostet der Eintritt drei Euro für Erwachsene.

Immer wieder Renovierungen

„Wir haben eine wunderschöne Anlage, und die kostet eben Geld“, sagt Stadtkämmerer Markus Brand und nennt den ständigen Unterhalt der Anlage und Investitionen als große Brocken. Die Schilfreinigungsanlage auf neustem Stand der Technik halten, Renovierungsarbeiten am Sprungturm, die Beckenköpfe permanent pflegen – bei vielen Maßnahmen im etwa zwei Hektar großen Freibad liege man schnell bei Kosten von mehr als 500.000 Euro.

Finanzamt stellt Forderung

Die Unterhaltskosten sind aber nur ein kleiner Teil der Wahrheit, vielmehr fällt in Sachen Eintritt ein anderer Grund ins Gewicht. Und hier kommt das Finanzamt ins Spiel. Das im Kommunal-Unternehmen eingelagerte Freibad ist ein „Betrieb gewerblicher Art“ – und zieht dementsprechend Vorsteuer. Für den Vorsteuerabzug braucht es wiederum Einnahmen, die das Freibad im vergangenen Jahrzehnt nicht hatte. Das monierte nun das Finanzamt. Warum dieses Problem erst nach vielen Jahren auffiel, erklärt Brand: „Das ist recht einfach: Die Prüfung durch das Finanzamt betraf die Jahre 2017 bis 2020. Allerdings fand die Prüfung erst im Herbst 2023 statt.“ Der Abschlussbericht datiere auf das Frühjahr 2024.

Demnach muss die Stadt Marktredwitz nicht mit Steuer-Ärger rechnen – es sei denn, es fließen weiter keine Einnahmen. „Dann laufen wir Gefahr, dass wir die steuerlichen Vergünstigungen rückwirkend verlieren“, sagt der Kämmerer. Soll heißen: Ein mittlerer sechsstelliger Betrag steht als Nachzahlung im Raum. „Das können wir nicht riskieren, deshalb müssen wir wieder Eintritt verlangen“, sagt Brand.

Großes Minusgeschäft

Er erklärt, dass das Freibad auch mit den nun generierten Einnahmen nicht kostendeckend sein werde. „Schwimmbäder sind für eine Kommune immer defizitär“, sagt der Kämmerer. Er rechnet vor: Etwa 25.000 Euro generiere das Freibad pro Jahr an Einnahmen, das Hallenbad etwa 250.000 Euro. Gesamtkosten fielen für die beiden Bäder jährlich etwa in Höhe von einer Million Euro an. Ein großes Minusgeschäft, das die Stadt für die Einwohner gerne in Kauf nehme. „Die Bäder tragen viel zur Lebensqualität in unserer Stadt bei, außerdem sind es auch Einrichtungen für unsere Schulen und Vereine. Die Schwimmkurse beispielsweise sind proppenvoll“, weiß Brand.

Kostenfrei in Waldershof

Bewusst habe man auch die Höhe der neuen Eintrittsgelder eher defensiv strukturiert. Auch hier hat der Kämmerer einen Zahlen-Vergleich: „Vor 2014 haben wir 2,50 Euro verlangt, jetzt – zehn Jahre später – kostet der Eintritt nur 50 Cent mehr.“ Jetzt müssen nur noch die Badegäste die neuen Eintrittsgelder akzeptieren. Denn eine kostenfreie Alternative ist nur einige Kilometer entfernt zu finden. Auch die Nachbarstadt Waldershof hat ein Naturfreibad. Eintrittskosten dort? Null Euro. Für Brand kein Problem: „Da habe ich keine Bedenken. Das Angebot der beiden Freibäder unterscheidet sich.“ Und Brand wäre nicht Brand, hätte er nicht erneut Zahlen parat: 30.000 bis 50.000 Besucher hätten in den vergangenen zehn Jahren pro Saison das Marktredwitzer Freibad besucht. Davor – mit Eintritt in Marktredwitz und dem bereits damals kostenfreien Freibad in Waldershof – seien die Besucherzahlen ähnlich hoch gewesen.

Vorsichtshalber rührt der Kämmerer aber noch die Werbetrommel. Gerade liefen im Freibad die Vorbereitungen für den Saisonstart Mitte/Ende Mai. Ein neuer Pächter für den Kiosk sei gefunden, Gespräche mit Kassenpersonal laufen. Zudem sei die Bademeister-Suche erfolgreich abgeschlossen, auch die intensive Zusammenarbeit mit der DLRG habe Bestand. „Sicherheit hat oberste Priorität. Man kann sich beim Freibadbesuch insgesamt auf die gewohnte hohe Qualität freuen“, sagt Brand und hofft, dass sich an Spitzentagen wieder bis zu 2000 Gäste im Freibad tummeln.

Hintergrund:

Preisstruktur im Freibad Marktredwitz

  • Tageskarten: 3 Euro für Erwachsene, 2 Euro ermäßigt, Kinder unter sechs Jahren frei
  • Abendkarten: (ab 17 Uhr) 1,50 Euro für Erwachsene, 1 Euro ermäßigt
  • Zehnerkarten: 27 Euro für Erwachsene, 18 Euro ermäßigt
  • Saisonkarten: 50 Euro für Erwachsene, 30 Euro ermäßigt
  • Weitere Informationen: im Internet (www.makbad.de/naturbad)
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