11.03.2021 - 14:56 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz: Angehende Abiturienten wollen endlich wieder in ihre Schule

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Die Situation ist mehr als ungerecht. Während sich anderswo in Bayern Schüler ordentlich auf ihren Abschluss vorbereiten können, ist im Landkreis Wunsiedel weiter Homeschooling angesagt.

Elternbeiratsvorsitzender Johannes Kopp (links), OHG-Leiter Stefan Niedermeier (rechts) und (oben von links) Christoph Weigel (Schülersprecher, Q 11) und Aaron Seitz (Q 12) sowie (Mitte von links) Madita Schmidt (9. Klasse) und Salim Lindner, beide Schülersprecher der 9. Klassen, hoffen auf eine baldige Öffnung der Schulen.
von Autor FPHProfil

Die Abiturprüfungen stehen bevor. Schon in wenigen Monaten wird es für die Schüler der 12. Klassen des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) in Marktredwitz ernst, am 12. Mai findet die erste Prüfung statt – egal, wie bis dahin die Corona-Verordnungen aussehen. Doch während an den meisten anderen Gymnasien in Bayern zumindest für die angehenden Abiturienten wieder Präsenzunterricht stattfindet, muss am OHG durch die hohen Inzidenzen im Landkreis Wunsiedel nach wie vor Homeschooling betrieben werden. Das funktioniert zwar besser als noch im ersten Lockdown im vergangenen Jahr, aber dennoch stellt es die Schüler vor ein Vorbereitungsproblem.

Platz für 82 Prüflinge

Die Tatsache, dass Abiturienten nicht überall gleichermaßen wieder in der Schule unterrichtet werden, finden nicht nur die Schüler ungerecht. „Wir hätten hier am OHG die nötigen Hygienekonzepte. Zudem finden die Prüfungen ja auch analog statt. Sich darauf von zu Hause aus vorbereiten zu müssen, ist sehr schwierig“, erklärt Stefan Niedermeier, Direktor des Otto-Hahn-Gymnasiums. Wie gewohnt werden die Prüfungen in der Aula des Gymnasiums geschrieben. Der Raum ist groß genug, um alle 82 Prüflinge mit dem erforderlichen Mindestabstand zu platzieren.

„Wir sind zum Teil wieder auf dem Stand von 1890, was die Lernmethoden angeht.

OHG-Direktor Stefan Niedermeier

„Der Online-Unterricht ist im zweiten Lockdown auf jeden Fall besser geworden“, findet Aaron Seitz, Schüler der Q12 am OHG. Die Stoffvermittlung sei also nicht das Problem, aber die Oberstufe lebt laut Stefan Niedermeier von der Interaktion. Diese gehe durch den Unterricht von Monitor zu Monitor zu großen Teilen verloren. „Wir sind zum Teil wieder auf dem Stand von 1890, was die Lernmethoden angeht. Wir ziehen aktuell eine Generation von Sachbearbeitern heran: Hier hast du eine Aufgabe, löse sie und komme wieder zu mir zurück.“ Der soziale Aspekt am Lernen fehle dabei komplett.

Niedermeier, aber auch die Schüler und der Elternbeirat mit dem Vorsitzenden Johannes Kopp fordern für die 12. Klassen eine schnellstmögliche Rückkehr in den Präsenzunterricht. Eine kleine Hoffnung besteht zumindest: Schulen sollen bald Selbsttests erhalten und könnten diese gezielt für die Abiturienten einsetzen.

Mündliche Leistungen

Die Klausuren wurden den Schülern immerhin erleichtert. „Eigentlich gäbe es einige Klausuren, die wir nachschreiben müssten und die ja auch alle schon mit für das Abitur zählen. Das fällt jetzt weg und wir müssen nur noch eine einzige Klausur pro Fach schreiben“, sagt Christoph Weigel aus der Q11 des OHG. Damit fließen mündliche Leistungen mehr in die Endnote. Die Option, eine schlechte Klausur mit einer guten zweiten Klausur ausgleichen zu können, existiere nicht mehr. Allerdings sei das laut Weigel kein großes Problem: Sich im Online-Unterricht mündlich einzubringen und so die Noten zu verbessern, komme den Schülern sehr entgegen. Zusammen mit Madita Schmidt und Salim Lindner aus der 9. Klasse bildet Christoph Weigel das Schülersprecherteam. Obwohl er noch ein Jahr Zeit hat bis zu seiner eigenen Prüfung, ist Weigel und auch den anderen beiden Schülersprechern bewusst, wie dringend die Zwölftklässler wieder Präsenzunterricht brauchen.

Eine gewisse Ironie habe die ganze Situation mit der Corona-Pandemie mittlerweile angenommen und es fallen Sätze gegenüber Stefan Niedermeier, die vor dem Virus wohl nie gefallen wären: „In meiner gesamten Karriere hätte ich nie gedacht, dass mir mal jemand sagt, dass er gerne wieder in die Schule gehen würde. Das fasst den Ernst der Lage wohl ganz gut zusammen.“

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