16.04.2019 - 13:13 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Plastik im Polarmeer

Journalistin und Buchautorin Birgit Lutz vom Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven informierte die Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Otto-Hahn-Gymnasiums über ihre Arbeit im Polarmeer.

Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Birgit Lutz am OHG Marktredwitz.
von Externer BeitragProfil

Auf ihren zahlreichen Reisen sowie bei ihrer Tätigkeit als Fremdenführerin in Spitzbergen fand sie an den Stränden große Müllmengen. Zunächst vermittelte sie den Schülern die schöne Seite der Arktis durch eine Videosequenz, welche Impressionen rund um Spitzbergen zeigte – es waren Wale, Robben, Eisbären, Wasservögel und weite, unberührte Eislandschaften zu sehen.

Dann wurde jedoch deutlich, dass dieses Paradies vor allem durch den zunehmenden Müll an den Stränden und im Meer gefährdet ist. Birgit Lutz zeigte Bilder mehrerer Tiere, die dadurch unmittelbar bedroht sind. Sie lieferte Fakten zum Thema Plastikmüll. Von den 26 Millionen Tonnen Plastik, das jährlich produziert werde, entfielen 60 Prozent auf Verpackungen. Nur etwa 30 Prozent davon würden recycelt. Einer Schätzung nach landen acht Millionen Tonnen jährlich in den Ozeanen. „Plastik hält“, erklärte die Referentin und betonte, dass dies definitiv auch ein Vorteil dieses Werkstoffs sei. "Andererseits ist jedoch fraglich, warum eine Einwegflasche aus Plastik hergestellt werden muss, wenn deren Abbauzeit 450 Jahre beträgt." Weiterhin betonte die Referentin, dass nur die wenigsten Plastikteile im oberen Meerbereich schwimmen; der Großteil sinke ab. "Viele Meerestiere fressen diesen Müll, was die Untersuchung der Mägen von Walen oder Vögeln belegt." Auch auf das Thema Mikroplastik ging Lutz ein und erklärte, dass dieses in Produkten wie Kunstfasern, Kosmetika und Zahnpasta enthalten sei. "Mikroplastik ist inzwischen Bestandteil des globalen Wasserkreislaufs und wurde bei Messungen der Universität Bayreuth in allen bayerischen Flüssen nachgewiesen."

Nachdem Birgit Lutz bei ihrer Arbeit auf Spitzbergen die zunehmende Müllmenge als Problem erkannt hatte, initiierte sie ein Projekt mit dem Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven. Der angespülte Müll – zum Großteil handelt es sich um Kleinteile von einer Größe unter zwei Quadratzentimetern – wurde nun gezählt und kategorisiert, damit das Problem exakt benannt werden kann, um eine politische Veränderung zu bewirken. Die genauen Ergebnisse der Analyse sind inzwischen publiziert worden.

„Das bringt doch alles nichts“, könnte man angesichts der riesigen Müllmengen denken. Doch Birgit Lutz betonte, dass jeder etwas beitragen könne – „die Summe der einzelnen Teile bringt eben schon etwas“, stellte sie fest. Man könne auf Einweggetränkeverpackungen verzichten, Miniverpackungen und Strohhalme vermeiden, Seife statt Duschgel verwenden und Obst lose kaufen. Abschließend forderte Birgit Lutz die Schüler auf, zu handeln – „denn die heutige Jugend wird gehört“.

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