04.05.2021 - 12:16 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Spatenstich für Integrationszentrum in Marktredwitz

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In Dörflas gelingt der Spagat zwischen Historie und Moderne: Die Fabrikgasse 3 ist ab Herbst 2022 Anlaufstelle für Bürger und Zuzügler. Für rund 1,7 Millionen Euro wird das Gebäude saniert.

Mit dem Spatenstich begann die Sanierung der Fabrikgasse 3 in Dörflas, wo später das Integrationszentrum der Stadt Marktredwitz untergebracht werden soll. Zum Spaten griffen (von links) Architekt Peter Hilgarth, Architektin Michaela Kirschneck, Oberbürgermeister Oliver Weigel und Dritte Bürgermeisterin Christine Eisa.
von Autor FPHProfil

Alt und Neu wachsen in Dörflas, wo auf dem ehemaligen Benker-Gelände ein neuer Stadtteil in die Höhe gezogen wird, immer mehr zusammen. So gab es jetzt den Spatenstich für ein weiteres ehrgeiziges Projekt, das Integrationszentrum. Für rund 1,7 Millionen Euro wird dafür das Haus in der Fabrikgasse saniert.

Gleich in der Nachbarschaft fiel der Startschuss, wo Walied Youssef als Integrationsbeauftragter der Stadt Marktredwitz in einem provisorischen Büro ebenfalls Neu und Alt zusammengebracht hat – eben Zuzügler aus verschiedensten Teilen des Erdballs und Menschen von hier. Wenn das blaue Gebäude, durch dessen Tor man in ein weiteres neues Areal in den alten Stadtteil gelangt, saniert ist, findet dort das Integrationszentrum seine dauerhafte Bleibe. Momentan ist das Büro Youssefs in der Kraußoldstraße, im ehemaligen ESM-Gebäude, untergebracht.

Oberbürgermeister Oliver Weigel warf beim Spatenstich einen Blick zurück: „Manche mögen sich gewundert haben, dass die Stadt in Dörflas gleich drei Immobilien – den Gasthof ,Zur Pfalz’, den ehemaligen ,Fränkischen Hof’ und eben die Fabrikgasse 3 – gekauft hat.“ Doch jetzt werde ersichtlich, warum dies notwendig gewesen sei. Das Sachgebiet Hochbau habe für das Gebäude ein Nutzungskonzept für das Integrationszentrum erstellt. Und mit der Dörflaser Hauptstraße 10 – „wir werden diese Maßnahme im Spätsommer abschließen und den künftigen Nutzern zur Verfügung stellen“ – schließe sich gleich in der Nachbarschaft ein Treff für die Arbeiterwohlfahrt, für die Tagesmütter und -kinder an. Den prächtigen Innenhof könnten alle drei Einrichtungen nutzen.

„Wir schaffen den Boden zwischen Historie und Moderne – das wird ein richtig spannender Stadtteil.“

Oberbürgermeister Oliver Weigel

Der Oberbürgermeister rechnete damit, dass das Integrationszentrum Ende nächsten Jahres eingeweiht wird. Er dankte dem Architekturbüro Hilgarth, dessen Geschäftsführer Peter Hilgarth und Architektin Michaela Kirschneck für die Sanierung verantwortlich zeichnen. „Viel Herzblut haben Sachgebietsleiterin Maria-Magdalena Stöckert sowie Maria Zeis und Elisabeth Thoma vom Sachgebiet Hochbau in das Projekt gesteckt“, lobte Weigel das Trio aus dem Bauamt. Der neue Stadtteil werde nun mit dem historischen Dörflas verknüpft. „Wir schaffen den Boden zwischen Historie und Moderne – das wird ein richtig spannender Stadtteil.“ Erfreulich sei, dass auf diesen Zug auch einige Hausbesitzer aufgesprungen seien. „Erste Projekte mit Fassadensanierung stehen schon vor dem Abschluss.“

Auf dem Benker-Areal in Dörflas entsteht ein Behörden-Zentrum

Marktredwitz

Einen ganz anderen Aspekt brachte Projektleiterin Maria-Magdalena Stöckert ins Spiel: „Wir legen unheimlich großen Wert auf Klimaschutz. Deshalb verbrauchen wir für das Integrationszentrum keine neuen Flächen und keine neuen Baumaterialien.“ Da sei die Stadt ziemlich vorbildlich. „Wir bemühen uns, sorgsam mit Bestandsimmobilien umzugehen.“ Als weiteren Nebeneffekt bei der Sanierung des Objekts Fabrikgasse 3 führte Stöckert ins Feld, „dass alte Handwerkstechniken wieder aufleben“. Es sei schon auch wichtig, sich um gewachsene Strukturen zu kümmern. „Wir wollen nicht einfach etwas herausreißen und dann dastehen wie mit einem Gebiss ohne Zähne.“

Hintergrund:

90 Prozent Förderung

  • Für die 1,74 Millionen Euro teure Sanierung der Fabrikgasse 3 bekommt die Stadt 90 Prozent Zuschuss über die Förderoffensive Nordostbayern zur Beseitigung von Leerständen.
  • Später ist für weitere 0,5 Millionen Euro der Ausbau von Klein-Appartements in dem Gebäude geplant. Dafür gibt es 30 Prozent Förderung aus dem Programm zur Schaffung von Mietwohnungen.
  • Im Integrationszentrum unterstützt Walied Youssef örtliche Einrichtungen und Behörden, vernetzt Angebote und verbessert die Rahmenbedingungen für eine schnelle Integration. Das neue Zentrum ist Anlaufstelle für alle Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch für Bürger der Stadt Marktredwitz.

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