07.01.2019 - 12:31 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Stadt schlägt neue Wege auf vier Rädern ein

Marktredwitz will ab diesem Jahr Carsharing anbieten. Der Flixbus ist jetzt alternativ zur Bahn nach Berlin unterwegs. Glasfaser gibt’s für Schulen und Klinikum ab 2019.

Carsharing soll es ab diesem Jahr auch in Marktredwitz geben.
von Autor FPHProfil

Weniger Sprit verbrauchen, Geld sparen und obendrein die Umwelt schonen – in die Verkehrsanbindung in Marktredwitz kommt Bewegung. Die Stadt möchte den Menschen flexiblere Angebote an die Hand geben, um von A nach B zu kommen. Das kündigt Wirtschaftsförderer Markus Brand an. Ob Flixbus oder Carsharing – die Große Kreisstadt will ab diesem Jahr Wege beschreiten, wie sie in Großstädten längst gang und gäbe sind.

Seit November hält der Flixbus nicht nur auf der Ost-West-Verbindung von Frankfurt nach Prag, erläutert Brand. „Wir haben jetzt auch einen Halt in Richtung Nord-Süd, und zwar von Berlin nach München.“ Viermal die Woche – montags, donnerstags, freitags und sonntags – fahre die Alternative zur Bahn diese Route. „Wir sind sehr froh, dass es das Angebot für die Fernstrecke gibt. Damit stärken wir den Standort Marktredwitz“, betont der Wirtschaftsförderer.

Rund um die Uhr soll den Bürgern der Stadt ab diesem Jahr ein Neun-Sitzer-Bus als Carsharing-Projekt zur Verfügung stehen. „Das läuft über das Landratsamt“, kündigt Markus Brand diesen „Versuchsballon“ an. Dieses Projekt gebe es bereits in Mitterteich, „wo es gut läuft“. Allerdings plant man das Carsharing hier nicht so wie in Großstädten, wo überall Kleinwagen stehen, die über eine App nicht nur gefunden, sondern auch gestartet und bezahlt werden.

„Die Stadt wird einen Standort zur Verfügung stellen, möglicherweise mit E-Tankstelle, um die E-Mobilität zu fördern.“ Der Neun-Sitzer könne von Vereinen ebenso genutzt werden wie von Privatpersonen und auch Unternehmen – ob für Ausflüge oder auch die Fahrt zu einer Feier. „Wir werden das Ganze noch im Januar besprechen und starten erst einmal mit einem Bus“, so Brand. Baldmöglichst wolle man dem Stadtrat die Pläne dafür vorlegen.

Auch für den Busbahnhof liegen die Pläne längst in der Schublade, müssen allerdings aus finanziellen Gründen um ein Jahr verschoben werden. „Wir werden die Modernisierung in diesem Jahr planen und das Projekt dann 2020 zusammen mit der VGF umsetzen“, verspricht der Wirtschaftsförderer, der auch Kämmerer der Stadt Marktredwitz ist. „Wir hoffen auf eine Förderung, wenn wir den Busbahnhof barrierefrei gestalten.“

Generell wolle die Stadt den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) optimieren. „Denn durch die neu erschlossenen Gebiete in Marktredwitz haben sich auch neue Haltepunkte für die Stadtbuslinie ergeben“, verdeutlicht Markus Brand im Gespräch. Ob Justizvollzugsanstalt – deren Baubeginn ja noch auf sich warten lässt –, das geplante Baugebiet Hammerberg und das Benker-Areal – all diese Bereiche müssten in den neuen Fahrplan integriert werden.

„Dafür legen wir dem Stadtrat im Frühjahr ein Konzept vor.“ Markus Brand hat hier den Einsatz kleinerer Busse im Visier. „Außerdem will der Freistaat mehr in den ÖPNV investieren.“ Auch zum Thema Taxi mache sich die Stadt momentan Gedanken.

Zügig voran geht es nach Mitteilung Markus Brands in Sachen Breitbandausbau. „Wir sind in Marktredwitz gut erschlossen, die Infrastruktur ist optimal.“ Die Stadt sei nun in einem Förderprogramm, das Glasfaseranschlüsse direkt in den Schulen und im Klinikum Fichtelgebirge vorsehe. Allerdings gibt der Wirtschaftsförderer zu bedenken, „dass die Telekom derzeit deutschlandweit sehr viel zu tun hat, weshalb es zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann“. Die neuen Baugebiete in Marktredwitz bekämen im Rahmen der Erschließung sofort Glasfaserleitungen gelegt.

„Weil gerade überall die digitalen Klassenzimmer Einzug halten, müssen wir die Grundversorgung dafür sichern.“ Der Stadt komme daher die Sanierung der Schulen entgegen, wo man das quasi in einem Aufwasch erledigen könne. Zusammen mit dem Landkreis Wunsiedel gehe es in diesem Jahr an die Umsetzung.

Was momentan ziemlich ins Stocken geraten ist, sind die Pläne für das Medizinische Zentrum Fichtelgebirge auf dem Wacker-Hügel. „Weil es 2018 einen Architekten-Wechsel gegeben hat, müssen alle Pläne neu aufgerollt werden“, erläutert Markus Brand. „Es muss alles neu konzipiert und berechnet werden.“ Er hoffe jedoch, dass die Pläne bald fertig sind. „Auf eine Umsetzung des Vorhabens setzen wir ab dem kommenden Frühjahr“, zeigt sich Brand zuversichtlich.

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