Marktredwitz
07.07.2026 - 21:26 Uhr

Steg in Marktredwitz erhält historischen Namen zurück

Der Johann-Christof-Steg in Marktredwitz trägt wieder seinen historischen Namen. Ein neues Schild erinnert an dessen Geschichte.

Auf dem Foto von links nach rechts: Karl Rigauer, Harald Fleck, Oberbürgermeister Oliver Weigel, Thomas Hecht, Melanie Schraml, Kerstin Brunner. Bild: Stadt Marktredwitz
Auf dem Foto von links nach rechts: Karl Rigauer, Harald Fleck, Oberbürgermeister Oliver Weigel, Thomas Hecht, Melanie Schraml, Kerstin Brunner.

Pünktlich zum 20. Jubiläum der Grenzüberschreitenden Gartenschau erinnert ein neues Schild am Steg an der Drei-Bögen-Brücke an ein besonderes Stück Marktredwitzer Heimatgeschichte. Der Steg trägt künftig wieder seinen historischen Namen „Johann-Christof-Steg“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Auf Initiative des Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr Dörflas, Harald Fleck, habe die Tourist-Information Marktredwitz das Schild anfertigen lassen. Neben einer kurzen historischen Erläuterung enthält es einen QR-Code, über den Interessierte die Geschichte als von Harald Fleck gelesene Hörfassung abrufen können.

Der Johann-Christof-Steg erinnert nach Angaben der Stadt Marktredwitz an drei Dörflaser Originale: den Dorfgendarmen Johann „Hani“ Rigauer sowie Christof Wunderlich und Christof Söllner. Der Überlieferung nach machten sich die drei nach einem Zoiglbesuch in Waldershof auf den Heimweg nach Dörflas. Damals habe der Weg über den Kösseinebach geführt, der lediglich über eine rutschige Furt passierbar gewesen sei. Sie hätten den Halt verloren und seien im Wasser gelandet. Tropfnass seien sie dennoch im damaligen Gasthof zur Pfalz – dem späteren „Deuerling“ – eingekehrt, wo sie bei anwesenden Marktredwitzer Stadträten für große Erheiterung gesorgt hätten. Dabei hätten sie deutlich gemacht, dass nicht ihre nassen Kleider das eigentliche Problem seien, sondern der fehlende sichere Übergang über den Bach. Die Verantwortlichen hätten reagiert und einen Steg errichten lassen, der bis heute an seine ungewöhnlichen Initiatoren erinnere.

Mit der Aufstellung des neuen Schildes erfülle die Freiwillige Feuerwehr Dörflas zugleich eine ihrer satzungsmäßigen Aufgaben: die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde. Nachdem die Wehr 1939 aufgelöst und im Jahr 2024 neu gegründet worden sei, engagiere sie sich intensiv für die Dokumentation der Geschichte des Ortsteils. Inzwischen seien rund 50 Geschichten aus Dörflas gesammelt und aufgearbeitet worden. Mehrere Autoren wirkten den Angaben zufolge daran mit, darunter Karl Rigauer, der über ein umfangreiches Wissen zur Geschichte des früher eigenständigen Dorfes verfüge und zugleich der Enkelsohn des Namensgebers Johann Rigauer sei.

Laut Mitteilung dankte Harald Fleck der Stadt Marktredwitz ausdrücklich dafür, dass der Vorschlag zur Wiederanbringung des historischen Namens so offen und begeistert aufgenommen worden sei. Der Johann-Christof-Steg habe weit über seine eigentliche Funktion hinaus eine besondere Bedeutung: Er habe einst im Zuge der Eingemeindung von Dörflas eine wichtige Verbindung zwischen dem Ortsteil und Marktredwitz sowie eine fußläufige Verbindung zwischen Marktredwitz und Waldershof geschaffen. Was damals mit einem Steg begonnen habe, sei mit der Neugestaltung des Benker-Areals als durchgängige Verbindung weitergeführt und vollendet worden.

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