19.02.2019 - 12:15 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Wenig Interesse an "Großer Landstadt"

Der Verein hat noch keinen Vorstand. Aber die neue Wählervereinigung will schon 2020 bei den Kommunalwahlen in möglichst vielen Städten und Gemeinden der Region antreten.

Matthias Popp.
von Autor FPHProfil

Schon im nächsten Jahr sollen die Bürger ihr Kreuz bei den Initiatoren einer "Großen Landstadt Fichtelgebirge" machen können. Der Wählervereinigung fehlt aber noch der Vorstand.

Der Verein "Große Landstadt Fichtelgebirge (GLF)" ist gegründet - mit einem kleinen Schönheitsfehler: Der überparteilichen Wählervereinigung mit Sitz in Höchstädt fehlt es noch an einem Vorstand. Auf die Wahl der Vorsitzenden hatte sich der Initiativkreis um Professor Dr. Matthias Popp am Freitag entschlossen zu verzichten. Es hatten sich wohl auch zu wenig Interessenten zur Gründungsversammlung am Autohof Thiersheim eingefunden.

Vor allem das überörtliche Interesse ließ zu wünschen übrig. "Wir wollen ja aus dem Dunstkreis Wunsiedel-Thiersheim-Marktredwitz hinauskommen", machte Popp deutlich. "Der Vorstand soll möglichst weit über die gesamte Region gestreut sein." Popp gibt dem Verein und seiner Idee also noch etwas Zeit, um bekannter zu werden. Die Wahl des Vorstands könnte dann Mitte März stattfinden. Popps vorrangiges Ziel ist es, bei der Kommunalwahl 2020 mit seiner Wählergemeinschaft in möglichst vielen Städten und Gemeinden auf den Listen aufzutauchen. Für die GLF könnten Mitglieder aller Parteien kandidieren, die sich zu humanitären Grundwerten auf der Basis des Grundgesetzes bekennen. Andererseits sei die GLF bereit, jeden Bürgermeisterkandidaten zu unterstützen, der sich uneingeschränkt für die Große Landstadt Fichtelgebirge einsetze. "Dann bringen wir vielleicht die Große Landstadt schon 2026 ins Laufen."

Ein Schritt, der sich Popp zufolge auch finanziell auszahlen könnte: Der Freistaat bezuschusse die Bildung größerer kommunaler Einheiten erheblich. Bis dahin müsse noch einiges an Aufklärungsarbeit geleistet und die Hürde "Unterstützerunterschriften" genommen werden. Die Große Landstadt Fichtelgebirge soll ein Zusammenschluss von 42 Kommunen aus den Landkreisen Wunsiedel, Hof, Bayreuth und Tirschenreuth mit 160 000 Einwohnern sein. "Wir können dann Forderungen stellen, während Städte wie Marktredwitz im Konzert der Bewerber untergehen", urteilte Popp. "Die kommunale Struktur passt nicht zu den Einrichtungen, die im Fichtelgebirge für Lebensqualität sorgen." Fast jede Gemeinde habe Einrichtungen mit Strahlkraft geschaffen, zählte der Initiator etwa die Fichtelgebirgshalle Wunsiedel, das Wackerstadion Marktredwitz, die Eissporthalle Selb und verschiedene Schwimmbäder auf. Einige Einrichtungen seien bereits geschlossen, andere stünden kurz davor oder vor dem Verkauf. Probleme, die mit der Großen Landstadt Fichtelgebirge der Vergangenheit angehören sollen. "Alles spricht für das Gebilde. Wir bewahren lokale Stärken und beseitigen keine Zuständigkeiten", sagte Dr. Ewald Bauer. Wer sich in Kleinigkeiten ergehe, bekomme die Herausforderungen der Zukunft nie gebacken, meinte Dieter Herold. Bernd Leutheußer sah die Möglichkeit, für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen. "Ressourcen und Lebensqualität halten wir, wenn wir zusammenarbeiten", sagte Alexander Fuchs. Sigrid Reul-Herold erkannte Chancen für ein besseres ÖPNV-Angebot. Die GLF sei keine Partei mit politischen Grundsätzen, erklärte Matthias Popp auf Nachfrage von Franz Mutz aus Wunsiedel, "sondern eine überparteiliche Wählervereinigung, die primär die Stärkung des Fichtelgebirges zum Ziel hat" - an der Sache orientiert und ohne Ränkespielchen.

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