10.01.2019 - 15:21 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Wie eine Wundertüte

Oberbürgermeister Oliver Weigel erinnert beim Neujahrsempfang an viele positive Weichenstellungen. Auch 2019 gehe der Aufschwung in Marktredwitz mit Großprojekten weiter.

Gut besucht ist der Neujahrsempfang der Stadt Marktredwitz. Oberbürgermeister Oliver Weigel (rechts) schüttelt zahlreichen Marktredwitzern und Gästen die Hand.
von Autor FPHProfil

"Wie eine prall gefüllte Wundertüte" - so ist Oberbürgermeister Oliver Weigel das Jahr 2018 vorgekommen. Das hat er beim Neujahrsempfang am Mittwochabend mehreren Hundert Gästen in der Stadthalle noch einmal vor Augen geführt. "Es war voll mit schönen Ereignissen und positiven Weichenstellungen", erinnert der Chef des Rathauses an ein erfolgreiches Jahr "unter einem guten Stern". Aber auch dramatische Vorfälle hätten die Menschen in Marktredwitz erschüttert. Damit blickt Weigel zurück auf die schreckliche Brandserie in Oberredwitz, die die Bürger über Wochen in Atem gehalten hat.

"Ob positiv oder negativ: Wir Rawetzer halten zusammen", hebt der Oberbürgermeister lobend hervor und erinnert an die Unterstützung der Brandopfer. "It never rains in Rawetz!", dichtet er den eben noch von der Musikgruppe "Die Weiherer" geschmetterten Song "It never rains in Southern California" um. "Diese Aussage darf man mit Fug und Recht auf unser gesamtes Stadtleben und die vielen tollen Entwicklungen ausdehnen."

Der Aufschwung halte an, die Bevölkerungszahlen seien auf einem konstant guten Niveau, die Arbeitslosigkeit so gering wie nie, "und die Anfragen der Investoren, die Interesse an unserer Stadt haben, reißen nicht ab", zieht Weigel ein rundum positives Fazit. Doch das neue Jahr warte bereits mit einer ganzen Reihe an Herausforderungen, gibt das Stadtoberhaupt zu verstehen. Hier die wichtigsten Punkte der Neujahrsrede des Oberbürgermeisters:

Finanzen: Gewerbesteuer- und Einkommenssteuer-Einnahmen liegen weiterhin auf einem "sehr hohen Niveau", lässt Weigel mit einem Strahlen durchblicken. Mit Hilfe der Finanzzuweisungen des Freistaats Bayern sei es der Stadt gelungen, im vergangenen Jahr den Schuldenstand um weitere 3,9 Millionen Euro zu senken. "Wir haben es geschafft, seit 2010 insgesamt 25,4 Millionen Euro Schulden zurückzubezahlen. Und das, obwohl wir in den letzten vier Jahren kräftig in die Infrastruktur unserer Stadt investiert haben."

Wachstum: Die Zahl der Einwohner liegt laut Oliver Weigel konstant bei rund 17.250 - "trotz sehr vieler Sterbefälle, die das Jahr 2018 geprägt haben". 865 Menschen seien im vergangenen Jahr in die Stadt gezogen. Der Oberbürgermeister geht davon aus, "dass dieser Trend anhält". Eine deutliche Sprache spricht die schnelle Besiedlung der neuen Baugebiete. Wenn Marktredwitz wächst, brauche man natürlich auch entsprechende Betreuungsplätze für Kinder. Dass in diesem Jahr gleich zwei neue Einrichtungen für den Nachwuchs - das Kinderhaus auf dem Benker-Areal und der Margarethen-Kindergarten in Brand - gebaut werden, "ist meines Erachtens schon der Hammer", begeistert sich der Oberbürgermeister, der selbst noch zwei kleine Kinder hat. Für die Jugendlichen habe die Stadt 2018 das neue Juz eröffnet.

Generalsanierungen: In der Stadt gibt es in den kommenden Jahren einige Mammutprojekte zu stemmen. In den nächsten eineinhalb Jahren wird das Hallenbad für 6,5 Millionen Euro generalsaniert. Momentan läuft auch die Generalsanierung der Fichtelgebirgsrealschule, der sich die des Otto-Hahn-Gymnasiums anschließt. Begleitend dazu investiere der Landkreis in den Neubau einer Dreifachhalle, "die von unseren Schulen und Vereinen sehnlichst herbeigewünscht wird". Alles gehe Hand in Hand, blickt Weigel voller Zuversicht nach vorn und bezeichnet die Perspektiven für Kinder und Jugendliche in Marktredwitz als "so gut wie lange nicht mehr". Das Lebensumfeld in der Stadt sei "einfach nur traumhaft". Beste Voraussetzungen, um hier zu bleiben, hierher zu ziehen oder zurückzukehren, findet das Stadtoberhaupt.

Groß-Projekte: "Das Thema schlechthin wird auch 2019 die Entwicklung des neuen Stadtquartiers auf dem Benker-Areal sein", versichert Oliver Weigel. Vorreiter sei das Kösseine-Kinderhaus, bevor dann Dienstleistungs-Einrichtungen, ein Hotel, Behörden, Wohnungen und eine Einrichtung für betreutes Wohnen folgten. "Für das komplette Areal liegen uns jetzt Bewerbungen vor. Nun ist es an der Jury, in den nächsten Wochen die besten Entwürfe auszuwählen. Ich bin schon sehr gespannt", so Weigel. Vollendet werde heuer der Ausbau des Egerland-Kulturhauses, wo voraussichtlich am 1. Juni "ein tolles Museums-Café" öffne. Auch beim "Sorgenkind Glasschleif", das eigentlich ein "Wunschkind" sei, laufe endlich die Umsetzungsphase. Der Oberbürgermeister geht davon aus, dass in den kommenden Wochen der Antrag für die Bebauung an der Ecke Damm-/Lindenstraße eingeht. "Im Gleichklang werden wir dann den Stadtpark neu ordnen. Gleiches gilt für den ,Winkel’ nach dem Abbruch des alten Parkhauses."

"Stadt der 1000 Kräne": So nennt manch einer Marktredwitz mittlerweile, weil an allen Ecken und Enden gebaut wird. Die Firma Scherdel errichte gerade in atemberaubendem Tempo an der Bayreuther Straße ihr neues Ausbildungs- und Technologiezentrum. "Ein echtes Zukunftsprojekt, das unsere Stadteinfahrt massiv aufwertet", so Oliver Weigel. An der Waldershofer Straße entstehe ein modernes Stadtpalais, Mehrfamilienhäuser würden in Lorenzeuth und an den Kösseine-Auen gebaut, der "Burger King" eröffne in Bälde, und, und, und ...

Veranstaltungen: Ein Feuerwerk - von Musik über Sport bis hin zum Sommerkino - kündigt Oberbürgermeister Weigel für die nächsten zwölf Monate in Marktredwitz an. Das erste Highlight - der Neujahrsempfang - klingt mit "Rock Around The Clock" von den "Weiherern" aus - gemäß dem Motto, mit dem Marktredwitz weiter nach vorne strebt.

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