11.05.2020 - 16:53 Uhr
Maxhütte-HaidhofOberpfalz

Die glanzvolle und elende Geschichte der Maxhütte

Als die letzte Schicht abgelaufen war, warfen die Arbeiter die Handschuhe in den glühenden Kessel. Sie brauchten sie nicht mehr. Aber die Erinnerung an das einstige "königliche Eisenwerk" lebt in Maxhütte-Haidhof weiter – nun in einem Buch.

Das Buch „Maxhütte – Geschichte eines Werkes und einer Stadt“ vereint zahlreiche Beiträge zu den letzten Jahren des königlichen Werkes.
von Susanne WolkeProfil

Maxhütte – für Oskar Duschinger steht der Name nicht nur für eine Stadt in der Oberpfalz. 30 Jahre ist es mittlerweile zwar her, dass das "Eisenwerk Maximilianshütte" in Haidhof seine Pforten für immer geschlossen hat. Doch seine nachhaltige Prägung der Region ist bis heute bemerkbar - und das nicht nur im Namen der Stadt Maxhütte-Haidhof.

"Maxhütte. Geschichte eines Werkes und einer Stadt" lautet denn auch der Titel eines Buches, das zum Jahrestag der Schließung herausgekommen ist. Der Autor Oskar Duschinger und der Maxhütte-Kenner Gerhart Gröninger haben sich dafür mit zahlreichen weiteren Fachleuten zusammengetan. Auf knapp 270 Seiten widmen sie sich den letzten Jahren des "königlichen Werkes" und gleichzeitig der Entwicklung der Stadt Maxhütte-Haidhof.

Texte, Zeittafeln und historische Fotografien in dem Buch lassen eine Epoche wieder aufleben, mit der man sich noch heute identifiziert. Nicht umsonst trägt ein Kapitel die Überschrift "Die Stadt Maxhütte-Haidhof und ihre Identität". Andere Abschnitte beschäftigen sich mit den Themen "Kinder der Maxhütte", "Eisenwerk und Kirchengemeinde", aber auch mit der deutlichen Aussage: "Maxhütte Ja - WAA Nein!"

Es geht um die "Maxhütte als Urgestein der stahlindustriellen Entwicklung in Bayern" - die Hütte wurde nach dem bayerischen König Maximilian II. Joseph benannt -, aber auch um deren Konkurs und seine Folgen. Und schließlich um die letzte Schicht. "Arbeiter warfen ihre Handschuhe in den glühenden Kessel. Sie brauchten sie nicht mehr", wird über diesen Tag berichtet. "Dabei stand der Name ,Maxhütte' für einstmals 9000 Arbeitnehmer, für eine ganze Region, die mittlere Oberpfalz."

Es war der 30. Juni 1990, als die letzte Schicht des Eisenwerks Maximilianshütte ausklang. Fast 150 Jahre Stahl-Tradition kamen damals zum Ende. Doch die Silhouette des einstigen Eisenwerks prägt das Stadtbild noch heute. "Viele Neubürger staunen über das Industriegelände am Rand ihrer Stadt, das nur mehr schwer einsehbar ist", heißt es in dem Buch über die heute in anderen Bereichen aufstrebende Stadt Maxhütte-Haidhof. "Dabei verbirgt sich dahinter eine aufregende Geschichte, glanzvoll und elend."

Mehr als 20 Autoren aus der Region rufen diese Geschichte nun, 30 Jahre nach der Schließung des Werkes, in Erinnerung. Fachleute wie der örtliche Archivpfleger Thomas Barth, die Leiterin des Oberpfälzer Volkskundemuseums Dr. Margit Berwing-Wittl sowie Bürgermeister, Pfarrer, Richter und Verwaltungsbeamte der Stadt geben breitgefächerte Einblicke. Denn auch wenn die Stadt auch ohne das Werk weiterlebt: Der Begriff Maxhütte steht für beides.

Info:

Service

Das Buch "Maxhütte - Geschichte eines Werkes und einer Stadt" von Oskar Duschinger ist im Battenberg-Gietl-Verlag erschienen und kostet 14,90 Euro.

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