18.02.2019 - 15:21 Uhr
Maxhütte-HaidhofOberpfalz

Wettstreit um die fähigsten Köpfe

Über 800 Schüler tummeln sich am Montag bei der Bildungsmesse in der Stadthalle. Dort werben die Unternehmen um die angehenden Auszubildenden - unter anderem mit Amerikanern, Gewinnspielen und Robotern.

Bäckermeister Kurt Scherl (rechts) lockte die Schüler mit Brezen und "Amerikanern" an seinen Stand, den er bei der Bildungsmesse aufgebaut hatte.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

250 Amerikaner und 300 Brezen reichte Kurt Scherl während der Bildungsmesse kostenlos über den Tisch. Die Backwaren des Schwandorfer Bäckermeisters gingen weg wie die warmen Semmeln. Über den Andrang freute sich auch Innungsvorsitzender und Kreishandwerksmeister Christian Glaab. Seine leise Hoffnung: "Vielleicht bleibt der eine oder andere Lehrling hängen". Auch Tom Seidl von der Naabtal-Realschule Nabburg schaute mit seinen Klassenkameraden am Bäckerstand vorbei und zeigte sich beeindruckt vom "breit gefächerten Angebot" der Ausstellung, die die gesamte Bandbreite der beruflichen und schulischen Aus- und Fortbildung abdeckte.

Zum ersten Mal dabei war die Firma Schub GmbH in Nittenau. Das Handelsunternehmen für Werkzeuge und Maschinen bildet Bürokaufleute, Einzelhändler und Fachleute für Lagerlogistik aus. Geschäftsführer Ingo Wolf lockte die Jugendlichen mit einem Gewinnspiel an den Stand. Den "geschicktesten Installateuren" winkten als Preise ein Akku-Schrauber, ein Baustellen-Radio und ein Schweiß-Helm. Alle anderen bekamen einen Meterstab und einen USB-Stick.

Firmeninhaber Albert Schub leitet den Betrieb mit Filialen in Viechtach, Cham und Nittenau mit 70 Mitarbeitern in der sechsten Generation und war beeindruckt vom Interesse der Besucher. Er ist auf der Suche nach Einzelhandelslehrlingen und würde sie noch im September einstellen. Genauso wie die die Firma "Baumann-Automation" in Amberg, die Produktionsanlagen und Roboter herstellt. Auch Mitarbeiter Emil Dölschner lockte mit einem Geschicklichkeitsspiel. Die Mädchen aus der 9c der Naabtal-Realschule Nabburg nahmen es gegen einen Roboter auf. Ob sie den Hauptpreis, eine Brille mit integrierter Kamera gewonnen haben, werden sie in den nächsten Tagen erfahren.

Über 800 Schüler begrüßte Charlotte Pelka von der "Lernenden Region" am Montag in der Stadthalle in Maxhütte-Haidhof. Die 17. Bildungsmesse war ihre letzte. Am Monatsende geht die Geschäftsführerin in Pension. Sie zog bei der Abschlussbesprechung noch einmal eine positive Bilanz, freute sich über die große Resonanz und vor allem darüber, "dass alle Altersschichten vertreten waren". Das Motto des "lebenslangen Lernens" sei längst auch bei den Senioren angekommen. 250 Schüler beteiligten sich am Speed-Dating. Sie hatten im Unterricht Bewerbungsunterlagen erarbeitet und suchten den direkten Kontakt zu den Ausbildungsunternehmen. Die Ausgangssituation hat sich längst gewandelt. Früher gab es den Wettbewerb der Absolventen um die besten Ausbildungsplätze, inzwischen ist ein Wettstreit der Unternehmen um die fähigsten Köpfe entbrannt.

Jetzt geht es noch darum, auch die Schwächeren fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Dies haben sich die Berufseinstiegsbegleiter beim Kolping-Bildungswerk zur Aufgabe gemacht. Sie unterstützen Jugendliche beim Start in die Berufswelt, leisten Hilfestellung bei der Prüfungsvorbereitung und Lehrstellensuche und begleiten sie während der ersten sechs Monate im Ausbildungsbetrieb.

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