14.06.2019 - 18:51 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

"Ade" nach 37 Jahren

Bauhofleiter Richard Ehlich hat viel geleistet und viel erlebt. Jetzt wartet der verdiente Ruhestand.

Bauhofleiter Richard Ehlich zieht die Sicherheitsweste aus.
von Gisela KuhbandnerProfil
Sie haben Spaß an der Historie: Richard Ehlich und seine Frau Ulrike bei der 725Jahr-Feier.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Das wusste schon Matthias Claudius. „ Reisen, unterwegs sein mit Ehefrau Ulrike“, das hat sich Richard Ehlich in seinem Ruhestand vorgenommen. Zu erzählen aber hat er jetzt schon sehr viel.

War er doch über 37 Jahre im gemeindlichen Bauhof beschäftigt, 29 Jahre bis zu seinem Dienstende am 1. Juni als dessen Leiter – ein Amt, das er von Alfons Prechtl übernommen hatte. Seitenfüllend wäre es, die jahrzehntelangen überaus vielseitigen Leistungen, Erfahrungen und Erlebnisse des gelernten Kfz-Mechanikers in all den Jahren aufzuzählen.

„Ich hab´einfach alles gemacht“, bringt er sein Berufsleben kurz und bündig auf den Punkt: Das waren unter anderem die gemeindlichen Fahrzeuge warten, in der Werkstatt sein, sich bei großen Festen wie Hammricher Frauentag oder 300 Jahre Hammerkirchl um die Absperrungen kümmern, Arbeiten einteilen bei der Weihervergrößerung, an der Festhalle, am Waldhaus und im Wildpark, an Kindergarten und Schule und vieles mehr. Breiten Raum im Winter nahm natürlich die Arbeit an den Klausenliften ein, die Richard Ehlich federführend innehatte: Vom Schneeräumen über die Pistenpflege und natürlich die Nächte lange Beschneiung. Ich hab´mit allen Kanonen geschneit“ sagt er und erzählt aus vergangenen Tagen, vom „Schneezauberer Fröhler“ aus Weiden, von den FIS-Rennen am Klausenhang, gespickt mit kleinen internen Anekdoten. „Für die Loipenpflege haben wir sogar von einem Nutzer einmal 50 Euro bekommen „weil wir so sauber gespurt hatten“.

„Ich hab´wenig Negatives erlebt“, blickt er zurück, „aber an viel Schönem, Imposantem mitgearbeitet“: Das waren vor allem die zwei großen gemeindlichen Feste – die 700- und die 725-Jahr-Feier von Mehlmeisel. Bei ersterer steuerte Ehlich den Unimog mit der Münzpresse. Beim zweiten Jubiläum regnete es in Strömen „Wir haben spontan ein Sonnensegel über der Musik aufgebaut“, erinnert er sich. Dann pünktlich zum Start um 14 Uhr hörte der Regen auf, begann erst wieder um Mitternacht. „Sonst wäre an dem lauen Abend niemand nach Hause gegangen.“

Ganz nebenbei war Ehlich noch Gemeindefotograf. Hunderte von Bildern hat er allein von den beiden Jubiläen gemacht, fotografierte eine 100-, 101-, und 102-jährige Mehlmeiselerin und prominente Besucher wie Günther Beckstein, Barbara Stamm und Monika Hohlmeier.

„Wai ma in Wold eischreit, sua kummt´s wieder aussa“, ist Richard Ehlich überzeugt, weshalb es in all den Jahrzehnten immer ein gutes Miteinander gab, mit den sechs Bürgermeistern, unter deren Vorsitz er arbeitete, mit der Gemeinde, „seinem“ Bauhof und allen, mit denen er im Laufe seiner Dienstjahre zu tun hatte, auch wenn ihn manchmal schon einiges genervt hatte, was der „Schorschn-Hans“ auch in seiner Mundart-Chronik „Doi Miamaissla und iahra Schbrauch“ schilderte.

Eines noch bleibt Richard Ehlich unvergessen: Der Umzug der Gemeindeverwaltung von Fichtelberg zurück nach Mehlmeisel, getätigt mit dem Gemeindebus: „ Als ich von dem am 6. Oktober 1993 in München gefassten Beschluss über die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft per Telefon erfuhr, hab´ich sofort am Rathaus die Fahne gehisst.“

Leiter des gemeindlichen Bauhofs ist jetzt Markus Kuhbandner, der hier ebenfalls schon seit Jahren beschäftigt ist.

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