12.08.2018 - 15:37 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

Arbeiten für Kirchl und Maria

Die Mitglieder des Soldaten- und Kameradschaftsvereins und ihre Helfer kehren, fegen, werkeln und machen die Halle fein. Bis Mittwoch müssen sie ihre Arbeiten abgeschlossen haben.

Kräuterstrauß
von Gisela KuhbandnerProfil

(gis) Der Soldaten- und Kameradschaftsverein bereitet derzeit alles für den Hammricher Frauentag vor, der am Mittwoch, 15. August (Mariä Himmelfahrt), nach uralter Tradition gefeiert wird. Er ist ein Fest zu Ehren der Mutter Gottes - zum Beten, Singen, Loben und Danken am Hammerkirchl, aber auch zum Schauen, Kaufen und Leute treffen. Dann stehen dort auch große Körbe voll bunter, duftender Blumen- und Kräuterbuschen, die bereits in der Früh zur Loreto-Kapelle getragen und nach dem Gottesdienst geweiht werden. Zu Hause getrocknet, sollen sie vor Unwetter schützen.

Doch bis dahin liegt noch viel Arbeit vor der Soldaten- und Kameradschaftsverein (SKV) Unterlind, die in diesem Jahr das Fest ausrichtet. "Arbeit? Das ist für uns doch keine Arbeit, eher schon eine Ehre", meint der langjährige ehemalige Vorsitzende Raimund Voit, der seit 1977 mit organisiert, auf- und abbaut, fast ein wenig erstaunt. Sein Nachfolger Uwe Sticht, seit 1986 mit Vor- und Nachbereitung vertraut, stimmt ihm gerne zu. Auch Vorstandmitglied Josef "Joe" Ritter ist bereits ein halbes Jahrhundert dabei.

"Bei uns wird einfach zammglangt", er und seine Mitstreiter, die sich, "so richtig auf's Fest freuen" und "das schon von kla af". Hunderte von Gästen kommen von nah und fern zum Gottesdienst, schlendern durch die Kirwa, kaufen bei den zahlreichen Fieranten und feiern in der Festhalle. "Man trifft Leute, die man schon lang nicht mehr gesehen hat. In diesem Jahr hat beispielsweise der Jahrgang 1938 bereits zwei Tische bei uns reserviert", berichtet Sticht. Die vor einigen Jahren gebaute Festhalle sei "eine massive Erleichterung für uns", erklärt Voit. Ritter erinnert sich noch an den Zeltaufbau in seiner Kindheit an anderen Standplätzen: Da mussten Löcher gegraben, Pfosten gesetzt und die Plane auf's Zelt genagelt werden. "Ein nahezu abenteuerlicher Vorgang", weiß er noch: "Und wir Boum waren damals nicht wegzukraign, bis das Zelt stand"

So abenteuerlich ging es beim Aufbau des späteren Leichtmetallzelts am jetzigen Festplatz, der seit 1998 im vollen Besitz der drei Unterlinder Vereine und der Gemeinde ist, nicht mehr zu, nahm aber dennoch eine ganz Woche in Anspruch, "wobei es sehr schwierig war, die Heringe in den Boden zu bringen". "Bis wir 1998 eine eigene Stromversorgung hatten, haben wir Strom von den Festplatz-Nachbarn bekommen", erinnert sich Ritter. Seit neun Jahren beschränken die Vereine das Fest auf einen Tag, früher waren es zwei oder drei Tage. Damals spielten an den Vortagen unter anderem Gruppen wie die Partyteufel, Power Age oder Empty-V, weiß Sticht.

"Einmal hat es so stark geregnet, dass das Wasser ins Zelt lief. Die Besucher stiegen auf die Bänke, raus konnten sie ja auch nicht", erzählt Hans-Jörgen Lehnert während einer Arbeitspause. "Für die Klos wurde ein Loch gegraben und Büsche herumgestellt", wissen manche noch aus Erzählungen früherer Zeit. Längst hat der SKV einen eigenen Klo-Wagen, den er auch an andere Vereine verleiht. Vergangenheit ist auch, dass das Bier mit richtigem Eis gekühlt im Bierwagen angeliefert wird. Mittlerweile gibt es dafür einen Kühlcontainer.

Nimmt eigentlich das Hammerkirchl und die damit verbundene Marienverehrung bei all den Festlichkeiten noch den früheren Stellenwert ein? Die Antwort der drei SKV-Mitglieder kommt wie aus einem Munde: "Mittelpunkt ist und bleibt unser Hammerkirchl. Und die Mutter Gottes spielt die zentrale Rolle".

Raimund Voit, Uwe Sticht und Josef Ritter (von links) sind schon seit Jahren bei der Vorbereitung des Hammricher Frauentags dabei.

Kurze Arbeitspause beim Werkeln und Aufstellen der Tische: Thorsten Lohwasser, Joe Ritter, Uwe Stiche, Thomas Kilgert, Johannes Lautenbacher, Richard Kilgert, Raimund Voit, Johannes Bauer und Hans-Jörgen Lehnert (von links) bereiten die Halle für den Hammricher Frauentag vor.

Informationen:

Das Festprogramm

Der Hammricher Frauentag wird im Wechsel von den drei Unterlinder Vereinen – Katholischer Burschenverein, Feuerwehr sowie dem Soldaten- und Kameradschaftsverein – ausgerichtet. Auftakt ist am Mittwoch um 6 Uhr mit dem Weckruf. Um 8.15 Uhr ist Abholen der Mehlmeiseler Vereine, um 8.35 Uhr Kirchenzug zum Hammerkirchl. Der Feldgottesdienst mit Dekan Pfarrer Hans Klier beginnt um 9 Uhr. Dem schließt sich ein Umzug zur Festhalle mit Bieranstich und Frühschoppen mit der Ebnather Fichtelgebirgskapelle an. „Dutzi und Kimich“ spielen ab 14 Uhr Unterhaltungsmusik, um 19 Uhr startet die Stimmungsshow mit den „Original Fichtelgebirgsmusikanten“. (gis)

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