12.08.2021 - 09:11 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

Hammricher Frauentag in Unterlind mit Bischof Dr. Graf

In einem großen Korb werden Blumen und Kräuter für den Weihestrauß an Mariä Himmelfahrt gesammelt.
von Gisela KuhbandnerProfil

Das Hammerkirchl, das 1686 im Auftrag von Johann Ernst von Altmannshausen, Bergobrist von „Gottesgab am Fichtelberg“, errichtet worden ist, ist eine beliebte Wallfahrtskapelle. Viele Gläubige kommen das ganze Jahr über aus der näheren und weiteren Umgebung, um ihre Sorgen und Anliegen, ihren Dank vor die Muttergottes zu tragen, Trost und Hilfe zu suchen. Seit dem Weihetag, dem 15. August 1690 wird alljährlich der „Hammricher Frauentag“ mit dem Kirchlein als Festmittelpunkt gefeiert.

„Wenngleich wir uns alle gewünscht hätten, die Aufnahme Mariens heuer wieder in der Loreto-Kapelle feiern zu können, muss dieses Fest – coronabedingt – auch in diesem Jahr in die Pfarrkirche verlegt werden“, sagt Pfarrer Ferdinand Weinberger. Dennoch sei die Freude groß, Mariä Himmelfahrt mit Weihbischof Dr. Josef Graf begehen zu dürfen. Nicht zuletzt sei es auch für die Firmlinge, die am 24. September das Sakrament empfangen, eine gute Gelegenheit, ihren Firmspender kennenzulernen.

Der Festgottesdienst am Sonntag, 15. August, ist um 10 Uhr, die Vorabendmesse tags zuvor um 17.30 Uhr. Anschließend wird Pfarrer Ferdinand Weinberger die Kräuter- und Blumenbüschel segnen.

In der Festschrift "700 Jahre Mehlmeisel" steht: „In früherer Zeit traf man sich nach der kirchlichen Feier zu einem Bier in den Gastwirtschaften z. B. beim 'Hansnickl', der, wie das Hammergut, Bänke vor das Haus gestellt hatte. Auch ein paar Händler hatten ihre Verkaufstische aufgeschlagen, woraus nach und nach die heutige 'Kirwa' entstand.“

Hunderte von Besuchern kommen alljährlich noch immer - und hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder - zum feierlichen Gottesdienst am Hammerkirchl; in der Vergangenheit schlossen sie sich dem Festzug der Vereine an und feierten später in der Festhalle.

Vor 120 Jahren befand sich sogar der im benachbarten Brand geborene berühmte Komponist Max Reger nachweislich unter der großen Schar der Feiernden. Dokumentiert ist nämlich, dass er im selben Jahr mit seinem Lehrer Adalbert Lindner aus Weiden zum Fest kam, auch auf der "Reitschöl“ (Karussell) ein paar Runden drehte und, viel zitiert, gesagt haben soll „Kinder, wie ist es schön hier in Mehlmeisel“.

In einem großen Korb werden Blumen und Kräuter für den Weihestrauß an Mariä Himmelfahrt gesammelt. In früheren Zeiten war es üblich, 77 Kräuter und Blumen in den Kräuterbüschel zu binden. Heute nimmt man, was die heimische Natur bietet - unter Berücksichtigung der geschützten Pflanzen und nur so viele, dass genügend nachwachsen kann. Neun Pflanzen sollten nach altem Volksbrauch im Strauß enthalten sein: So dürfen Johanniskraut, Beifuß, Schafgarbe, Minze, Lavendel, Salbei, Frauenmantel, Ringelblume und Thymian nicht fehlen, denen vielseitige Heilkraft zugeschrieben wird. In Mehlmeisel und umliegenden Gemeinden werden auch „a paar Stängala Korn oder Hafer“ (laut Festschrift "700 Jahre Mehlmeisel") in den Buschen gebunden. Die Legende, die diesem alten Brauch zugrunde liegt, berichtet: Apostel ließen das Grab der Mutter Gottes öffnen und fanden statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter. Gegen eine kleine Spende für einen guten Zweck bietet der örtliche FGV vor den Gottesdiensten Kräuter- und Blumensträuße an.

Das älteste Foto vom Hammricher Frauentag, aufgenommen im Jahr 1901. Nachweislich – aber nicht im Bild zu erkennen - feierte Max Reger mit einer großen Besucherschar den Hammricher Frauentag mit.
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